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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Aktuelles der Abteilung >> Frisch entstaubt >> Dokumente zur wirtschaftlichen Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich

Dokumente zur wirtschaftlichen Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich

Staatsarchiv Ludwigsburg stellt jüdische Steuerakten ins Internet

23.1.2015

StAL K 28 Bü 95 Aktendeckel

Der physischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in der NS-Zeit ging fast überall deren wirtschaftliche Ausplünderung voraus. In Deutschland umfasste sie neben der sogenannten "Arisierung", also der unter Druck erfolgten Überführung jüdischer Vermögenswerte in nichtjüdischen Besitz, insbesondere zusätzliche finanzielle Belastungen durch eine Reihe von Sondersteuern und Abgaben. Die Beteiligung der Finanzverwaltung an diesen Vorgängen lässt sich heute leider nur noch bruchstückhaft an Originalakten nachvollziehen, weil die fraglichen Unterlagen zumeist vernichtet wurden.

Im Staatsarchiv Ludwigsburg konnten in den letzten Jahren nur von zwei Finanzämtern (Heilbronn und Bad Mergentheim) in nennenswertem Umfang jüdische Steuerakten übernommen werden. Ein kleiner Rest an Akten liegt auch aus dem Finanzamt Schwäbisch Gmünd vor.

Die Heilbronner und Mergentheimer Akten wurden nach ihrer Vezeichnung sicherungsverfilmt. Von den Mikrofilmen konnten im letzten Jahr Scans hergestellt werden, die vor kurzem - soweit es die archivrechtlichen Sperrfristen - zulassen, ins Internet gestellt wurden. Damit lässt sich nunmehr erstmals auch online zumindest an einigen Beispielen die Beteiligung der Finanzverwaltung an der Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung nachvollziehen.

StAL FL 300/33 II Bü 282
Foto von der Eröffnung des jüdischen Kaufhauses Wohlwert in Aalen im Jahr 1931 aus der Rückerstattungsakte von Julius Guggenheim (StAL FL 300/33 II Bü 282)

In den Fällen, in denen keine Überlieferung aus der Zeit des Dritten Reichs vorliegt, ist die Forschung auf Akten aus der Nachkriegszeit angewiesen. Für die wirtschaftliche Ausplünderung sind das insbesondere die sogenannten Rückerstattungsakten der Schlichter für Wiedergutmachung. Diese Akten enthalten neben schriftlichen Zeugnissen über den in der NS-Zeit entzogenen jüdischen (und sonstigen) Besitz auch Bildmaterial, das als Beleg den Rückerstattungsanträgen beigefügt wurde. Auch diese Fotografien sind zwischenzeitlich digitalisiert und können anhand der verfügbaren Onlinefindbücher im Internet ermittelt werden. Bei der Benutzung dieser Findbücher ist allerdings zu beachten, dass ein erheblicher Teil der Titelaufnahmen aus archivrechtlichen Gründen nur im Archiv selbst recherchiert werden kann. Die für die Rekonstruktion von Verfolgungsschicksalen ebenfalls einschlägigen Wiedergutmachungsakten im Bestand EL 350 I, in denen es etwa um Entschädigungen für Inhaftierungen oder Beeinträchtigungen im beruflichen Fortkommen geht, sind aus archivrechtlichen Gründen derzeit noch nicht im Internet verfügbar. Interessenten sollten sich in diesen Fällen direkt an das Staatsarchiv wenden.

Hier geht es zu den Findbüchern (Katalogen):

Steuerakten:

Bestand K 26 (Finanzamt Heilbronn)

Bestand K 28 (Finanzamt Bad Mergentheim)

Ohne Digitalisate:

Bestand K 27 (Finanzamt Schwäbisch Gmünd)

Akten des Schlichters für Wiedergutmachung(Rückerstattungsakten)

Bestand FL 300/33 I (Schlichter für Wiedergutmachung Stuttgart)

Bestand FL 300/33 II (Schlichter für Wiedergutmachung Ulm)