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1914-1918. Erlebt, erlitten, erinnert >> Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein

Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein

Erste deutsch-französische Gemeinschaftsausstellung zum Ersten Weltkrieg am Oberrhein

Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918

Deutsche und französische Soldaten am Hartmannsweilerkopf 10.11.1917
Vom Kampf gezeichnet: deutsche und französische Soldaten am Hartmannsweilerkopf (Elsass) am 10. November 1917
Generallandesarchiv Karlsruhe 456 F 65_9 Foto 3

Vor 100 Jahren gingen "in ganz Europa die Lichter aus". Am Oberrhein, der in einer einzigartigen Konstellation in den Jahren 1914 bis 1918 Kampfgebiet, Etappe und Heimatfront zugleich war, sollte man die Lichter lange Zeit nicht mehr leuchten sehen.


Logo Menschen im Krieg


Zum Gedenken an die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" präsentieren das Landesarchiv Baden-Württemberg und die Archives Départementales du Haut-Rhin die erste grenzüberschreitende und zweisprachige Gemeinschaftsausstellung über den Ersten Weltkrieg am Oberrhein. Die vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und dem Botschafter der Französischen Republik, S.E. Maurice Gourdault-Montagne, eröffnete Präsentation hat für ihr themen- und methodeninnovatives Konzept bereits zwei französische Auszeichnungen sowie den Europäischen Kultur-Projekt-Preis erhalten. Sie stellt der Öffentlichkeit in beiden Ländern bisher größtenteils unbekannte Bild- und Textquellen, darunter etwa 200 Fotos, vor.

Logo Vivre en temps de guerre

Im Mittelpunkt der von französischen und deutschen Archivaren zusammen erarbeiteten Ausstellung steht nicht eine traditionelle Militärgeschichte aus nationaler Binnenperspektive, wie sie lange Zeit die Erforschung des Ersten Weltkriegs geprägt hat. Vielmehr greift die grenzübergreifende Gemeinschaftsausstellung aktuelle kulturgeschichtlich-biografische und anthropologische Forschungsansätze auf und rückt die Kriegserfahrungen sowie das Leiden der gesamten Bevölkerung links und rechts des Rheins in den Mittelpunkt. Soldaten und Zivilisten, Gefangene, Verletzte und Sterbende, Frauen und Kinder – sie alle waren dem Krieg als Täter und/oder Opfer ausgeliefert. 32 Biographien machen exemplarisch deutlich, wie der Waffengang alle Lebensbereiche in Baden und im Elsass erfasste und lange Zeit vergiftete. Hinter der Maske des Krieges treten die Gesichter und Schicksale der Menschen hervor, die zum Frieden mahnen.

Besuch des französischen Oberbefehlshabers General Joseph Joffre in Masevaux (Masmünster) im Juni 1915
Besuch des französischen Oberbefehlshabers General Joseph Joffre in Masevaux (Masmünster) im Juni 1915
Archives Départementales du Territoire de Belfort 24 Fi

Ein reich bebilderter Katalog (deutsch: Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein, Kohlhammer Stuttgart 2014, 316 S., 26 €, ISBN 978-3-17-025873-0; französisch: Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918, ISBN 2-086068-065-9) ist erhältlich.

Skizze der Sanitätsorganisation zwischen Front und Etappe 1916
Tote sind hier nicht zu sehen: Skizze der Sanitätsorganisation zwischen Front und Etappe aus einer Publikation des Roten Kreuzes 1916
Generallandesarchiv Karlsruhe Cr 438

Spezielle archivpädagogische Materialien ermöglichen Schülerinnen und Schülern der Mittel- sowie der Oberstufe in paradigmatischer Form ein altersspezifisches Gespräch über Krieg und Frieden, über individuelle Schicksale und nationale Ansprüche sowie über Kriegserfahrungen in der eigenen regionalen Lebenswelt.







Informationen zu den Stationen der Wanderausstellung finden Sie hier:

http://www.menschen-im-krieg-1914-1918.de/ausstellungsorten-infos