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Aktuelles >> Presse/Berichte >> Eine Pioniertat, die beide Kriegsgegner in den Blick nimmt

Eine Pioniertat, die beide Kriegsgegner in den Blick nimmt

Beim deutsch-französischen Staatsakt auf dem Hartmannsweilerkopf am 3. August 2014 konnte das Landesarchiv Baden-Württemberg zusammen mit den Archives Départementales du Haut-Rhin dem französischen Staatspräsidenten François Hollande und dem deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck das Buch zur ersten zweisprachigen und grenzüberschreitenden, deutsch-französischen Gemeinschaftsausstellung zum Ersten Weltkrieg feierlich überreichen. Anlass des Gipfeltreffens war die Kriegserklärung des Deutschen Reiches an Frankreich vor genau 100 Jahren.

5.8.2014

Staatspräsidenten Gauck und Hollande auf dem Hartmannsweilerkopf am 3.8.2014
Laëtitia Brasseur-Wild übergibt Präsident François Hollande den Ausstellungskatalog; im Hintergrund Bundespräsident Joachim Gauck, Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann und Jean-Luc Eichenlaub.

Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, der Leiter des Generallandesarchivs Karlsruhe, konnte vor rund 300 geladenen Gästen zusammen mit Laëtitia Brasseur-Wild und Jean-Luc Eichenlaub den Präsidenten Gauck und Hollande einen Katalog der preisgekrönten Präsentation überreichen. Er erinnerte daran, dass heute, exakt hundert Jahre nach dem Weltenbrand, die Zeitzeugen gestorben sind, und nur noch die Archivarinnen und Archivare links und rechts des Rheins ihre Spuren bewahren.

Die im Katalog enthüllten Schicksale von 32 "Menschen im Krieg" sollen zeigen, wie tief sich der Konflikt in die Lebensläufe der Menschen im Elsass und in Baden, in Frankreich und in Deutschland, eingegraben hat. Die oberrheinischen Archivarinnen und Archivare verbanden mit der Katalogübergabe die Hoffnung, dass die gemeinsame Erinnerung an die untrennbare Geschichte die Menschen beiderseits des Rheins zu der Einsicht führt, dass der Frieden allein den kommenden Generationen den Weg in eine bessere Zukunft weisen kann.

Die mehrfach ausgezeichnete Ausstellung, die vor wenigen Tagen den Europäischen Kultur-Projekt-Preis erhalten hat, gilt als erinnerungsgeschichtliche "Pioniertat" (Badische Neueste Nachrichten), da sie beide Kriegsgegner gleichermaßen in den Blick nimmt. Bundespräsident Gauck betonte, wie wichtig das Erinnern für unsere europäischen Nationen ist: "Erst in der Rückschau können wir ermessen, welch langen Weg wir in Europa gehen mussten, um dorthin zu kommen, wo wir heute stehen." Die deutsch-französische Aussöhnung nannte er "ein Geschenk", das es erfordere, "unsere europäische Geschichte auch als gemeinsame zu erzählen".

Der Ort der Katalogübergabe war mit Bedacht gewählt. Der Hartmannsweilerkopf wird im Volksmund "Menschenfresserberg" oder "mangeur d’hommes" genannt, weil sich dort die Grausamkeit und der Irrsinn des Kriegs auf dramatische Weise verdichteten. Im Kampf um wenige Quadratkilometer des strategischen Vogesengipfels schlachteten sich zwischen 1914 und 1918 30.000 Menschen ab, deutsche und französische Soldaten rückten sich in ihren Schützengräben bis auf fünf Meter nahe.


Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: www.menschen-im-krieg-1914-1918.de/ sowie www.vivre-en-temps-de-guerre-1914-1918.fr/.