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Landesarchiv >> Generallandesarchiv Karlsruhe >> Aktuelles der Abteilung >> Presse/Berichte >> Ministerpräsident Kretschmann und Botschafter Gourdault-Montagne würdigen die erste deutsch-französische Gemeinschaftsausstellung zum Ersten Weltkrieg

Ministerpräsident Kretschmann und Botschafter Gourdault-Montagne würdigen die erste deutsch-französische Gemeinschaftsausstellung zum Ersten Weltkrieg

Die erste zweisprachige und grenzüberschreitende Kooperationsschau zum Ersten Weltkrieg eröffnet

Ministerpräsident Kretschmann: "Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg!"

4.4.2014

Festakt Menschen im Krieg
Ehrengäste beim Festakt (v.l.n.r.): Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Vizepräsident des Comité du Monument national du Hartmannswillerkopf Jean Klinkert, Generalbundesanwalt Harald Range, Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg Professor Dr. Robert Kretzschmar, Botschafter der Französischen Republik in Deutschland S.E. Maurice Gourdault-Montagne, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Leiter des Generallandesarchivs Karlsruhe Professor Dr. Wolfgang Zimmermann

In einem Festakt im Landesmedienzentrum und im Generallandesarchiv Karlsruhe eröffneten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Botschafter der Französischen Republik, S.E. Maurice Gourdault-Montagne, die zweisprachige und internationale Kooperationsausstellung "Menschen im Krieg 1914-1918 am Oberrhein" - Vivre en temps de guerre des deux côtés du Rhin 1914-1918". Vor 200 Gästen würdigten die Festredner die Karlsruher und Colmarer Präsentation als die erste deutsch-französische Schau auf die Jahre 1914 bis 1918. Sie liefere einen einzigartigen Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur zum Ersten Weltkrieg.


Ministerpräsident Kretschmann lobte die Präsentation als "ein großes Ereignis". Ihre biographische und kulturanthroposophische Konzeption, die bereits mit zwei französischen Gütesiegeln und dem Europäischen Kultur-Projekt-Preis ausgezeichnet wurde, strich er als einen "ganz außergewöhnlichen Ansatz" heraus. Kretschmann wies darauf hin, dass "bei diesem Projekt erstmals deutsche und französische Archive zusammen eine Ausstellung gemeinsam konzipiert und erarbeitet haben". Er erinnerte angesichts einer 70-jährigen kriegsfreien Epoche im Herzen Europas an den Wert des Friedens und betonte, wie wichtig nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts es sei, wenn "Deutsche und Franzosen in einer gemeinsamen Präsentation dieser leidvollen Vergangenheit gedenken". Der Ministerpräsident stellte seine Eröffnungsworte unter den Appell des Philosophen Walter Benjamin: "Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg!"


Botschafter Gourdault-Montagne ordnete die Schau in ihrem Stellenwert für die deutsch-französischen Beziehungen ein. Er wies darauf hin, dass man sich "keine besseren Orte für die Eröffnung" denken könne als Karlsruhe und Colmar – unmittelbar am Rhein gelegen, "der Deutsche und Franzosen in der Geschichte oft trennte, heute aber eine Brücke zwischen uns schlägt". Gourdault-Montagne unterstrich: "Wir sind zu Erbfreunden geworden, und darum beneidet uns die Welt". Die Ausstellung sei daher "ein hervorragendes Zeugnis" für den beiderseitigen Brückenschlag über den Rhein. Er sehe in diesem "großartigen Projekt" einen fundamentalen Beitrag zum kollektiven Gedenken an die Jahre von 1914 bis 1918; damit zeuge die Präsentation "beispielhaft von der langen Strecke, die wir gemeinsam zurückgelegt haben": "Hundert Jahre nach Kriegsausbruch ist es Deutschen und Franzosen nun gelungen, sich auf ein gemeinsames Bild der Geschichte zu verständigen und somit die nationalen Grenzen zu überwinden". Gourdault-Montagne resümierte: "Ausstellungen wie diese sind (für unsere gemeinsame Geschichte) sehr wertvoll, sie sind sogar unverzichtbar."


Der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Professor Dr. Robert Kretzschmar, hob hervor, dass die Ausstellung "Perspektiven zusammenführt". Erstmals werfen deutsche und französische Archivare gemeinsam einen Blick zurück auf den Ersten Weltkrieg am Oberrhein: "Damit überwinden wir unterschiedliche Sichtweisen der Nationen, die bisher bestimmend waren". Kurator Dr. Rainer Brüning führte in die Präsentation ein, die anhand von 32 Lebensgeschichten den einzelnen Menschen konsequent in den Mittelpunkt der Darstellung rücke. Jeweils vier Werdegänge habe man einem von acht thematischen Kapiteln zugeordnet. Der Kurator stellte eine Auswahl von bewegenden Lebensbildern vor. Die Ausstellung wolle zeigen, dass der Krieg 1918 nicht endete, sondern bis weit in das Zeitalter der Extreme hinein weiterwirkte. Ein weiteres Ziel der Präsentation sei es, "nationale Denkmuster zugunsten einer neuen, europäischen Erinnerungskultur" zu überschreiten. Mit den Worten des deutsch-französischen Schriftstellers René Schickele, einem Vordenker der deutsch-französischen Aussöhnung, wies Brüning auf das gemeinsame Erbe der Deutschen und Franzosen am Rhein hin: "Die Geschichte zwingt nicht zur Wiederholung, im Gegenteil, sie kann den Weg für die Zukunft öffnen".


Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: www.menschen-im-krieg-1914-1918.de/ sowie www.vivre-en-temps-de-guerre-1914-1918.fr/.