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Aktuelles >> Ausstellungen >> Der ‚Arme Konrad‘ vor Gericht

Der ‚Arme Konrad‘ vor Gericht

Verhöre, Sprüche und Lieder in Württemberg 1514

11.10.2015 – 8.1.2016

Böblingen, Bauernkriegsmuseum

Verhör unter der Folter, aus: Ulrich Tengler, Der neü Layenspiegel, Augsburg 1512; Vorlage: Bayerische Staatsbibliothek
Verhör unter der Folter, aus: Ulrich Tengler, Der neü Layenspiegel, Augsburg 1512; Vorlage: Bayerische Staatsbibliothek

Im Jahr 2014 jährte sich zum 500. Mal der Aufstand des ‚Armen Konrad‘, der im Herzogtum Württemberg von Mai bis September 1514 zu einer breiten Erhebung der Bauern und Bürger gegen die Obrigkeit führte. Diesem Streben breiter Schichten nach politischer Partizipation, ihrem gewaltsamen Ausbruch und ihrer Kriminalisierung geht die Wanderausstellung nach. Sie nimmt dabei dezidiert die Perspektive der Aufständischen ein, versucht, die zeitgenössischen Zeugnisse ihre Sprache sprechen zu lassen und verfolgt ihre Motivationen und Handlungen, ihre Artikulation und Verurteilung.Nach ihrer Präsentation im Hauptstaatsarchiv Stuttgart wird die Ausstellung an weiteren Brennpunkten des Aufstands gezeigt.

Anlass für die Erhebung war die Einführung einer neuen Verbrauchssteuer der herzoglichen Regierung auf die wichtigsten Lebensmittel. Unter dem Pseudonym der ‚Arme Konrad‘ erscheint nun eine Untergrundbewegung, die ihre Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen und herrschaftlichen Ordnung großräumig koordinierte und damit die herrschende politische Gewalt, gerade auch Herzog Ulrich selbst, in Frage stellte.

Bildnis des Herzog Ulrich von Württemberg, um 1520
Erhard Schön, Bildnis des Herzog Ulrich, 1520; Vorlage: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart

Im Zentrum der Ausstellung stehen die im Hauptstaatsarchiv Stuttgart verwahrten einschlägigen Schriftdokumente, v.a. Amts- und Gerichtsprotokolle, die einen unmittelbaren Eindruck der spektakulären Geschehnisse in Württemberg 1514 vermitteln. Hier treten die ‚armen Leute‘ erstmals in breiter Masse auf und lassen ihre Perspektive neben der üblichen herrschaftlichen Sicht auf die Ereignisse erfahren. Freilich gilt es dabei, die teilweise unter Folter erpressten Geständnisse und Berichte der Aufständischen vor dem herrschaftlichen Gericht in ihren konkreten Kontexten vorzustellen.

Reimspruch auf den Armen Konrad
Reimspruch auf den "Armen Konrad", Titelseite, Mainz 1514; Vorlage: Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, Yg 6719 R

Entsprechend sorgen zeitgenössische Artefakte dafür, sich der historischen Situation möglichst authentisch anzunähern: Von Kleidungsstücken der damaligen Bauern und Bürger – besonders dem Bundschuh, dem Symbol der aufständischen Bauern – über Utensilien ihres täglichen Lebens bis hin zu den Waffen der gewaltbereiten Menge wird das Umfeld des ‚Armen Konrad‘ veranschaulicht. Den gewaltsamen Umgang mit den Aufständischen und Friedensbrechern zeigen die damals eingesetzten Folterwerkzeuge ebenso drastisch wie Richterstab und Richtschwert für die Gerichtspraxis der Zeit stehen.


Einzelne Beschreibungen und Darstellungen zum Aufstand des ‚Armen Konrad‘ sind zeitgleich bereits in Druck gegangen – eine neue Möglichkeit, nicht nur um für breite Information zu sorgen, sondern auch um politische Propaganda zu betreiben. In literarischen Formen, als Reimgedichte, Sprüche oder Lieder, werden hier Aufständische und Aufstand kommentiert; auch Herzog Ulrich steht oft im Visier. Seine Selbstdarstellung geht natürlich weit darüber hinaus und findet sich auf Münzen und Medaillen ebenso wieder wie in zeitgenössischen Holzschnitten.


In Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, wurde eine Auswahl der Sprüche und Verhörprotokolle zum ‚Armen Konrad‘ von professionellen Sprechern aufgenommen und wird – gemeinsam mit den Originalen – an Hörstationen präsentiert. Eigens eingespielte Aufnahmen bislang unbekannter zeitgenössischer Lieder um den ‚Armen Konrad‘ können daneben die Stimmung der Zeit besonders eindringlich vermitteln.

Den am 8. Juli 1514 zu Tübingen geschlossenen Vertrag, der im Haupstaatsarchiv Stuttgart unter der Signatur A 37 U 1a aufbewahrt wird, können Sie hier einsehen. Einen Streifzug durch wichtige Highlights bietet eine virtuelle Ausstellung



Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg:
Der ‚Arme Konrad‘ vor Gericht. Verhöre, Sprüche und Lieder in Württemberg 1514

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Konrad-Adenauer-Straße 4, 20.5. – 14.9.2014.


Weitere ausstehende Präsentationen:

  • Böblingen, Bauernkriegsmuseum, 11.10.2015 – 8.1.2016

Informationen unter:

www.landesarchiv-bw.de/hstas
Email: hstastuttgart@la-bw.de
Tel.: 0711/212 4335