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Landesarchiv >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Aktuelles der Abteilung >> Ans Licht geholt >> Lagerbücher der Reichsstadt Ulm online

Lagerbücher der Reichsstadt Ulm online

Lagerbuch von Nellingen (Ulm), Ende 15. Jahrhundert
HStAS H 202 Bd 120a

Die Reichsstadt Ulm hatte – wie auch andere Reichsstädte – im Laufe des Spätmittelalters bis ins 16. Jahrhundert hinein umfangreiche Herrschaftsrechte in ihrem Umland erworben. Sie wuchsen zu einem stattlichen Territorium von rund 830 qkm heran, das in seiner Ausdehnung nur noch von Nürnberg übertroffen wurde. Das rund 100 Städte und Dörfer umfassende Herrschaftsgebiet wurde in eine Untere Herrschaft mit dem Oberamt Geislingen und eine Obere Herrschaft mit den Oberämtern Langenau, Geislingen, Albeck und Leipheim gegliedert. Den Oberämtern waren die Ämter Altheim, Amstetten, Aufhausen und Überkingen, Ballendorf, Bermaringen, Bernstadt, Böhringen, Süßen und Altenstadt, Lonsee, Nellingen und Merklingen, Pfuhl, Scharenstetten, Stötten, Stubersheim und Ravenstein und Weidenstetten nachgeordnet.

Die Mediatisierung der Reichsstadt Ulm, die zuerst an Bayern und 1810 an Württemberg gefallen war, hatte für die Verwaltungsgliederung des ehemaligen städtischen Herrschaftsgebiets die völlige Zerschlagung zur Folge. Die ehemaligen Herrschaftsteile wurden zwischen den beiden Königreichen aufgeteilt und neuen Verwaltungsgliederungen einverleibt, die auf die alten, reichsstädtischen Strukturen keine Rücksicht nahmen. Zwar wurde der größte Teil der reichsstädtischen Überlieferung bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Bayern an Württemberg abgeliefert; nicht so aber die Archivalien, die sich auf Güter und Rechte Ulms der nun in Bayern befindlichen Orte bezogen. Diese kamen erst in den 1990er Jahren aus den bayerischen Staatsarchiven in München und Augsburg ins Staatsarchiv Ludwigsburg. Daher befinden sich die Akten, die sich auf heute in Bayern liegende Orte beziehen, wie z. B. Pfuhl oder Leipheim im Bestand "Ulm, Reichsstadt: Zugang Staatsarchiv Augsburg" (StAL B 207 AU).

Der größte Teil der Überlieferung von Ulmer Lagerbüchern liegt heute im Hauptstaatsarchiv Stuttgart im Bestand H 202. Der Bestand H 202 umfasst insgesamt 214 Bände mit rund 9 Regalmetern. Das früheste erhaltene Exemplar ist ein undatiertes Lagerbuch aus Nellingen vom Ende des 15. Jahrhunderts. Der zeitliche Schwerpunkt der Überlieferung liegt im 18. Jahrhundert. Der auffällige Mangel an älterer Überlieferung lässt vermuten, dass die bayerischen und württembergischen Kameralämter, an die die Ulmer Lagerbücher nach der Mediatisierung zunächst gelangt waren, lediglich an Amtsbüchern interessiert waren, die für den Nachweis aktueller Rechte und Einkünfte relevant erschienen. Die ältere Überlieferung hingegen ist wohl wilden Kassationen zum Opfer gefallen. Eine kleinere Splitterüberlieferung von Lagerbüchern, die heute in Bayern liegende Orte betreffen, befindet sich – aus den genannten Gründen – im Staatsarchiv Ludwigsburg.

Bestand H 202 enthält neben herrschaftlichen Einkünften der Reichsstadt noch 9 Lagerbücher mit Einkünfteverzeichnissen aus geistlichen Rechtstiteln (Pfaffen- und Heiligenzins, Helferei, Frühmessen, Pfarrwidum, Gülten des ehemaligen Ulmer Dominikanerklosters in Eggingen) und ein Verzeichnis von Garten- und Erdzinsen (Grätzinsen).

Der Bestand wurde im Institut für Erhaltung von Bibliotheks- und Archivgut (IfE) in Ludwigsburg digitalisiert. In der Fotowerkstatt des Hauptstaatsarchivs wurden die Bildbearbeitung und Online-Verknüpfung durchgeführt. Insgesamt wurden rund 32.000 Digitalisate angefertigt und bearbeitet. H 202 ist im Online-Findmittel-System des Landesarchivs Baden-Württemberg unter http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-6778) einsehbar.