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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Aktuelles der Abteilung >> Presse/Berichte >> Aus den Predigten eines syrischen Kirchenvaters

Aus den Predigten eines syrischen Kirchenvaters

Ältestes Schriftstück im Staatsarchiv Ludwigsburg identifiziert

16.01.2013

StAL B 397 II Bü 244

Im Jahr 2005 wurden im Staatsarchiv Ludwigsburg Fragmente einer geistlichen Handschrift aus dem 8. Jahrhundert entdeckt, die seither als die ältesten Schriftzeugnisse dieses Archivs gelten. Die Dokumente, die als Einband für eine spätmittelalterliche Rechnung verwendet worden waren, sind gleichzeitig die frühesten Zeugnisse aus der Bibliothek des 764 gegründeten Klosters Ellwangen. Mit Hilfe des Internet konnten die darin überlieferten Texte nunmehr identifiziert werden.

Die Feststellung der Reihenfolge und die Identifizierung der auf den Fragmenten überlieferten Texte gestaltete sich nicht ganz einfach, weil bei Bl. 1 ein 8 x 9 cm großes Stück fehlt, das offenbar zu anderen Zwecken herausgeschnitten worden war. Mithilfe von Digitalisaten aus den Beständen der Universitätsbibliothek Heidelberg ((Vatikan Pal. Lat. 186) und der Stiftsbibliothek St. Gallen (Stiftbibliothek St. Gallen 92) ließ sich jetzt feststellen, dass die Textteile aus den Predigten (Sermones) des syrischen Kirchenvaters Ephraem stammen müssen. Ephraem der Syrer lebte von 306 bis 373 in Nisibis (heute Nusaybin in der Türkei) im römisch-persischen Grenzgebiet. Seine Werke wurden über das Griechische ins Lateinische übersetzt und waren bereits im Mittelalter im Westen bekannt. Da er vor den großen Kirchenspaltungen lehrte, wird er in den östlichen und westlichen Kirchen gleichermaßen geschätzt. 1920 wurde er von Papst Benedikt XV. zum Kirchenlehrer erhoben.

Im Ellwanger Fragment ist ein Auszug aus dem Sermon Nr. 3: De paenitentia überliefert, der unter Hinweis auf zahlreiche Bibelstellen den Tag des Jüngsten Gerichts vor Augen führt. Ephraems Schriften wurden auch in anderen Benediktinerklöstern der Karolingerzeit wie St. Gallen, Lorsch, Fulda und auf der Reichenau rezipiert. Der genaue Entstehungszusammenhang des vorliegenden Textes und der Weg, auf dem er in das Kloster Ellwangen gelangte, bleiben noch zu erforschen. Auf jeden Fall zeigt der Ludwigsburger Fragmentfund, dass die Ellwanger Mönche im 8. Jahrhundert, was die Auseinandersetzung mit dem geistlichen Schrifttum angeht, auf der Höhe der Zeit waren.