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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Aktuelles der Abteilung >> Frisch entstaubt >> Lindenmuseum Stuttgart öffnet seine Archive

Lindenmuseum Stuttgart öffnet seine Archive

Übernahme in das Staatsarchiv Ludwigsburg

27.07.2011

Samen aus Spitzbergern
Pflanzensamen von einer Expedition nach Spitzbergen (1891)

Vor wenigen Wochen hat das Linden-Museum Stuttgart seinen 100. Geburtstag gefeiert. Um die reichhaltige Überlieferung zur Geschichte dieses traditionsreichen Stuttgarter Museums Wissenschaftlern und allen an völkerkundlichen Fragen interessierten Bürgern und Wissenschaftlern zugänglich zu machen, werden die historischen Dokumente aus den Registraturen und Büros des Museums nun sukzessive ins Staatsarchiv Ludwigsburg überführt. Dort werden die Dokumente fachgerecht erschlossen, konservatorisch bearbeitet und in modernen klimatisierten Magazinen eingelagert.

Der Württembergische Verein für Handelsgeographie, der das Museum begründete, war schon seit den 1880er Jahren tätig. Er unterstützte Exkursionen in damals noch wenig erforschte außereuropäische Regionen, er korrespondierte mit Forschern, Entdeckern und Händlern, und er sorgte mit Vorträgen und Ausstellungen dafür, dass die Stuttgarter Bevölkerung, insbesondere die Auswanderungswilligen, eine Vorstellung von fernen Ländern und Völkern bekam.

Fotos aus Spitzbergen
Fotos von einer Expedition nach Spitzbergen (1891)

Seinen Namen verdankt das Linden-Museum Karl Graf von Linden (1838-1910). Als Vorsitzender des Württembergischen Vereins für Handelsgeographie pflegte er Kontakte in die ganze Welt und bat um Objekte für seine völkerkundliche Sammlung. Er legte den Grundstock für die herausragende Sammlung des Museums und holte seinerzeit berühmte Forscher wie Sven Hedin und Roald Amundsen nach Stuttgart.

Die teilweise über 100 Jahre alten Briefe, Berichte und sonstigen Unterlagen aus dem Museum sind nicht nur für die Kulturgeschichte Stuttgarts und Württembergs von Interesse, sondern bilden einen großartigen Quellenfundus für die völkerkundliche Forschung weltweit. Nicht zuletzt vertiefen die Dokumente die Biografien der Museumsobjekte, indem sie Informationen zu Sammlern oder Herkunft beinhalten.

Um diese Quellen einerseits sicher zu bewahren, sie aber andererseits auch der interessierten Öffentlichkeit und der ethnologischen Forschung zur Verfügung stellen zu können, haben das Linden-Museum und das Staatsarchiv Ludwigsburg im Jubiläumsjahr das Kooperationsprojekt gestartet.Das Linden-Museum Stuttgart gehört damit zu den ersten großen Museen des Landes, das seine Aktenüberlieferung auf diesem Weg der Allgemeinheit nahezu vollständig zugänglich macht. Ein Verzeichnis der im Staatsarchiv Ludwigsburg verwahrten Unterlagen wird nach Abschluss der Erschließung auf der Homepage des Landesarchivs veröffentlicht. Interessierte können die Dokumente dann im Lesesaal des Staatsarchivs unter Beachtung der Regelungen des Landesarchivgesetzes einsehen.