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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Von Mantua nach Württemberg: Barbara Gonzaga und ihr Hof >> Aus den Inventaren der Barbara Gonzaga: Kleidung und Stoffe, Silber und Schmuck >> Tafelsilber

Tafelsilber

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Der Bereich Küche und Essen bzw. die für die Ausstattung einer Fürstentafel üblichen Gegenstände sind in Barbara Gonzagas Besitzinventaren unter der Kategorie Silber verzeichnet. Aufgelistet sind etwa Wasserkannen und Wasserbecken, viereckige Teller (die Vorläufer des runden Tellers), Schalen, Schüsseln, Saucieren, Löffel, Gabeln, Messer, Tischleuchter, Konfektschalen, mehrere Trinkbecher und Salzfässchen. Bereits im Mittelalter wurde Tafelsilber als Merkmal für gehobene Tischkultur angesehen und demonstrierte adlige Pracht. Das Inventar des Silbergeschirrs (1491) gewährt einen guten Überblick über die silbernen Gerätschaften, die am Stuttgarter Hof und zeitweilig auch am Uracher Hof aufbewahrt und bei Festlichkeiten bei Tisch wohl gerne gezeigt wurden. Zum Besitz zählten 86 Becher, 16 Scheuern, 13 Krausen, 17 Köpfe und Doppelköpfe, 9 Kannen und Flaschen, 4 Becken, 23 Schalen, 38 Esssilber, 14 Teller und 36 Löffel.

Link zu A 602 Nr. 380 undatiertes Inventar S.1



1. Doppelscheuer

Die sogenannte Doppelscheuer, ein Trinkbecher, setzt sich zusammen aus zwei umgekehrt aufeinandergestellten Gefäßen mit jeweils einem niedrigen gedrückt-bauchigen Körper auf hohem Standfuß; Fußringe, Mundränder und der Seitengriff der unteren Scheuer sind meist verziert. Das zweite Gefäß dient als Deckel. Eine andere gebräuchliche Bezeichnung der Scheuer ist der sogenannte Kopf oder Doppelkopf, auch diese kommen in Barbaras Inventaren vor. Dort heißt es beispielsweise: Item ain silberins verdeckts clains schurlin mit ainem vergulten kronlin oder Item ain silberin verdeckten kopff mit vergulten rijffen und uff dem lid ainen blawen plumen (...)

Mode 11

Doppelscheuer, Mitte 15.Jh., Süddeutsch (Vorlage: Landesmuseum Württemberg)



2. Trinkgefäße

Das Inventar über den Silberbesitz Barbaras verzeichnet eine Reihe unterschiedlicher Trinkgefässe. Getrunken wurde aus Bechern, seltener aus Gläsern. Kannen und Karaffen standen auf den Kredenzen oder in Kühlgefäßen auf dem Boden bereit. Im Inventar sind auch einige Silberkannen und Flaschen aufgezählt.

Link zu A 602 Nr. 380 Inv. 1491 S.19

Mode 12

Verschiedene Gefäßformen; Abbildung aus dem Tacuinum Sanitatis, Mitte 15. Jahrhundert (Vorlage: Bibliothèque Nationale, Paris, fol. 54r)



Mode 13

Kelchglas mit blauer und weißer Emailmalerei und Gold, Venedig um 1500 (Vorlage: Ausstellungskatalog Ca. 1500, S. 88)



3. Salzfass

Barbara besaß sogar ein Salzfass mit einem Einhorn als Schmuck Item ain saltzfaß mit ainem ainhirn und ein Salzfaß, das mit einem Jaspis verziert war Item ain saltzfeßlin mit ain jaspiß.

Link zu A 602 Nr. 380 undatiertes Inventar S.1

Mode 14

Salzfass, deutsch, um 1500 (Vorlage: Ausstellungskatalog Ca. 1500, S. 89)



4. Besteck

In Barbaras Besitzinventar erscheint die recht hohe Zahl von 20 silbernen Löffeln Item 20 silberin eßleffel und 1 guldener. Diese wurden in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nur als kostbare Einzelstücke verwendet. Bis in die Neuzeit war es sogar üblich, dass bei fürstlichen Gastmählern jeder Gast selbst seinen Löffel mitbrachte, den er in einem entsprechenden Futteral stets bei sich trug. Auch Barbara besaß vermutlich einen persönlichen Löffel Item ain gulden eßloffel, uff dem stil mit edeln gestain und berlin, der kostbar verarbeitet war. Außerdem sind im Inventar neun silberne Gabeln erwähnt, die bis weit ins 17. Jahrhundert recht selten waren Item nun silberin gabelin. In Italien verwendete man bei Hofe früher als in anderen Ländern Europas Speisegabeln, da dort die Esskultur weiter entwickelt war. Gegessen wurde meist mit den Fingern unter zu Hilfenahme des Messers. Die zweizinkige Gabel wurde hauptsächlich zum Anspießen, Tranchieren und Vorlegen des Fleisches verwendet.

Link zu A 602 Nr. 380 Inv. 1491 S. 22

Mode 15

Tranchierbesteck (Vorlage: Landesmuseum Württemberg)