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Wege in den Tod

Wieder entdeckte Krankenbücher aus der Heilanstalt Weinsberg dokumentieren Patiententransporte in die Vernichtungsanstalt Grafeneck

26.03.2009

Krankenbuch Weinsberg

Herausragende historische Dokumente zur Geschichte der "Euthanasie"-Verbrechen während des Dritten Reichs konnten dieser Tage vom Staatsarchiv Ludwigsburg übernommen werden. Es handelt sich um die Zu- und Abgangsbücher der Heilanstalt Weinsberg aus den Jahren 1903 bis 1949, in denen die Patiententransporte nach Grafeneck minutiös festgehalten wurden. Mit ihrer Hilfe lassen sich ohne größere Schwierigkeiten Namenslisten ganzer Transporte zusammenstellen.

Die Zu- und Abgangsbücher der Klinik wurden bei einer Sichtung der Bibliotheksbestände der Heilanstalt entdeckt. Klinikmitarbeiter erkannten den historischen Wert der Bände und boten sie umgehend dem zuständigen Staatsarchiv in Ludwigsburg an. Dort stehen sie ab sofort unter Beachtung der einschlägigen archivrechtlichen Sperrfristen für eine Auswertung durch die Forschung zur Verfügung.

In den Krankenbüchern sind die Namen der in die Heilanstalt eingewiesenen Personen sowie deren Entlassung chronologisch aufgelistet. Minutiös festgehalten wurden darin auch alle Patienten, die im Jahr 1940 "ungeheilt entlassen" wurden. Dass es sich um keine regulären "Entlassungen" gehandelt haben muss, ist daran zu erkennen, dass kein Entlassort angegeben wurde und zudem immer größere Gruppen gleichzeitig aus der Klinik verbracht wurden. Da die Heilanstalt in Weinsberg auch als Zwischenstation für Patienten aus anderen Kliniken auf deren Weg in die Tötungsanstalt Grafeneck genutzt wurde, lässt sich anhand der Krankenbücher nun auch Namen und Transporttag dieser Opfer ermitteln.

In der Tötungsanstalt im württembergischen Grafeneck wurden im Laufe des Jahres 1940 mehr als 10.000 behinderte und kranke Menschen - aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen - im Rahmen der sog. "Euthanasie" ermordet. Die Patienten wurden in den berüchtigten grauen Bussen in den Heilanstalten abgeholt und unmittelbar nach der Ankunft in Grafeneck in einer eigens eingerichteten Gaskammer getötet. Für die Abwicklung der Morde war in Berlin eine eigene Behörde eingerichtet worden.

Für die Forschung ist es bis heute schwierig, Namen und Todestag der in Grafeneck und den anderen Tötungsanstalten umgebrachten Patienten vollständig zu ermitteln, da die nach Berlin verbrachten Krankenakten dieser Patienten teilweise verloren sind. Mit den Krankenbüchern der Heilanstalt Weinsberg liegen nunmehr zumindest für einen kleinen Teil der Opfer genauere Angaben über ihr Schicksal vor.

Nähere Informationen über die Modalitäten einer Einsichtnahme in die Krankenbücher erteilt das Lesesaalteam des Staatsarchivs (Tel.: 07141/186337 oder 186338).

Link zu den Findbucheinträgen