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Archivale des Monats August 2001

Der Neckar-Donau-Kanal: Eine Geschichte von gescheiterten Großprojekten

in Verbindung mit dem Aktionstag Tausend Quellen, ein Fluss, Neckar-Einzugsgebiet am 27./28. August 2001

Seit 200 Jahren planen Menschen eine Wasserstraße vom Neckar quer über die Schwäbische Alb zur Donau sowie eine Schifffahrtsverbindung der Donau mit dem Bodensee. Das Hauptstaatsarchiv Stuttgart zeigt an wenigen ausgewählten Dokumenten aus seinen Sammlungsbeständen Archivalien und Druckschriften zur Geschichte der Konzeption und der technischen und finanziellen Planung der groß angelegten, mit großem Engagement betriebenen und letztendlich doch gescheiterten Wasserstraßenbauprojekte.

Übersichtskarte der südwestdeutschen Wasserstraßen
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Literatur: Wolf-Ingo Seidelmann, Der Neckar - Donau - Kanal. 200 Jahre Planung für eine Wasserstraße quer über die Alb. St. Katharina 1988 (Beiträge zur südwestdeutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 6)

1 Vorschläge des Freiherrn Ferdinand Varnbühler von und zu Hemmingen zu einer Verbindung des Rheins mit der Donau für Kurfürst Friedrich von Württemberg, 1802

Generalleutnant Varnbühler schlägt dem Kurfürsten eine Schifffahrtsverbindung von Rhein und Neckar über die Flüsse Rems, Kocher und Brenz bis zur Donau bei Gundelfingen vor. Die Einbindung von Rems und Kocher sowie Kocher und Brenz sollte durch Kanalbauten erfolgen. Die technische Prüfung der Vorschläge wurde den beiden Technikern Oberst von Duttenhofer und Generalmajor von Seeger im Herbst 1802 aufgetragen.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart P 10 (Archiv der Freiherren von Varnbühler zu Hemmingen) Bü 510

2 "Über die wichtige Beziehung, in welcher das Königreich Württemberg in Absicht auf den allgemeinen Handel steht", Denkschrift von Freiherr Ferdinand Varnbühler von und zu Hemmingen, 1820

In diesem Memorandum erörtert Varnbühler die Verbesserung der württembergischen Verkehrswege - Ausbau der Straßen, Bau von Eisenbahnstrecken, Bau von Schiffahrtsstraßen - für den nationalen und internationalen Handel von Holland bis Italien und seinen Nutzen für das Königreich Württemberg. Er kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der Wasserstraßen das eigentliche Ziel der Verkehrspolitik des Königreichs sein müsse. Auf den aufgeschlagenen Seiten werden die damals diskutierten Kanalisierungsprojekte

  1. Redniz und Altmühl-Canal
  2. Wutach und Donau-Canal
  3. Kinzig und Donau-Canal
  4. Kocher und Brenz-Canal
  5. Rems und Brenz-Canal
  6. Erms und Lauter-Canal

in ihrer Bedeutung für das Königreich bewertet. Als die für Württemberg wertvollste und auch die Verbindung nach Friedrichshafen ermöglichende Wasserstraße wird von ihm der unter Punkt 6 genannte Kanal erachtet, der die Verbindung vom Rhein über den Neckar zur Donau und von dort zum Bodensee ermöglichen soll.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart P 10 (Archiv der Freiherren von Varnbühler zu Hemmingen) Bü 510

3 "De la Jonction du Danube au Rhin, á l'Aar, en Suisse et au Lac de Constance", 1836

Diese lithographierte Schrift stammt aus dem Nachlass des Grafen Josef Ignaz von Beroldingen (1780-1868), württembergischer Minister des Königlichen Hauses und der Auswärtigen Angelegenheiten (1823-1848). Sie wurde wahrscheinlich von dem französischen Advokaten Molineau verfasst und in Stuttgart bei Charles Stöckle gedruckt. Von Molineau befinden sich noch mehrere Broschüren zu Kanalbauprojekten in Württemberg in den Akten des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 50 Bü 102

4 Neckar-Donau-Kanal-Komitee. "Die württembergischen Grossschiffahrtspläne", im Auftrag des Komitees bearbeitet von Baurat Gugenhan und Regierungsbaumeister Eberhardt, Stuttgart 1908

Das Neckar-Donau-Kanal-Komitee, das im Jahr 1904 unter Beiziehung von Vertretern aus Baden und Hessen gegründet wurde, befasste sich vor allem mit der Fertigung von Plänen für die Verbindung von Neckar und Donau sowie mit einer Studie über eine Schifffahrtsstraße von der Donau zum Bodensee. In der Broschüre werden die konkreten technischen Ausführungspläne und die zu erwartenden Baukosten einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt und für die Realisierung der Pläne geworben.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart Bibliothek Ka 1268

Übersichtsplan Neckar und Umgebung
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5 Einladung für Conrad Haußmann, Mitglied des Reichstags, zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung des Südwestdeutschen Kanalvereins für Rhein, Donau und Neckar e. V., nach Stuttgart am 26. Juni 1918

Der linksliberale Jurist und Politiker, der seit 1889 als Abgeordneter im württembergischen Landtag und seit 1890 im Reichstag saß, beschäftigte sich auch intensiv mit wirtschafts- und verkehrspolitischen Fragen ohne aber auf die Realisierung der Kanalprojekte persönlich Einfluss zu nehmen.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart Q 1/2 (Nachlass Conrad Haußmann) Bü 78

6 Neckar-Donau-Kanal. Plochingen-Ulm Übersichts-Karte und Übersichts-Längsschnitt 1 : 200 000 und Normal-Querschnitte des Kanals M = 1 : 500

Die gezeigten Karten und Pläne sind in der vom Südwestdeutschen Kanalverein für Rhein, Neckar und Donau e.V. Stuttgart herausgegebenen und von Präsident Dr. Ing. e.h. Otto Konz bearbeiteten Broschüre Neckar-Donau-Kanal. Plochingen-Ulm aus dem Jahre 1954 abgedruckt. Otto Konz, (1875-1965) Wasserbauingenieur, war ein glühender Verfechter dieses Kanalbauprojektes wie auch eines Donau-Bodensee-Kanals, Ulm-Friedrichshafen, zu dem er im Jahr 1950 eine umfangreiche Denkschrift (Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 121/695 Nr. 2) vorlegte. Schon zu Lebzeiten wurde Otto Konz als "Vater des Neckarkanals" (vgl. Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 191 Konz, Otto) bezeichnet. Die Kanalisation des Neckars war sein Lebenswerk und seine Aufgabe, bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er mit dem Bearbeiten des ersten Bauentwurfs beauftragt. Der Kanalverein konnte 1966 noch das Jubiläum seines 50-jährigen Bestehens feiern (vgl. Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 121/695 Nr. 3), zwei Jahre später wurde er aufgrund seiner Verschuldung aufgelöst. Die Kanalbauprojekte wurden zu Beginn der 1970er Jahre endgültig zu den Akten gelegt.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 121/695 Nr. 1

Übersichtskarte Neckar-Donau-Kanal. Plochingen-Ulm
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Übersichtslängenprofil der Rhein-Neckar-Donau-Wasserstraße Mannheim-Plochingen-Ulm
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Normal-Querschnitte des Kanals
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