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Landesarchiv >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Digitale Präsentationen >> Archivale des Monats 2000–2010 >> Archivale des Monats Oktober 2001

Archivale des Monats Oktober 2001

Vom kulturellen Bereich zur Kulturmeile

In seiner Ausstellungsreihe "Archivale des Monats" widmet sich das Hauptstaatsarchiv im Oktober dem bis heute brisanten Thema der Stuttgarter Kulturmeile. Neben der künstlerisch gestalteten Grundsteinplatte des kulturellen Bereichs Stuttgart, der erstmals der Öffentlichkeit im Original präsentiert wird, sind ein bisher unveröffentlichtes Sitzungsprotokoll des Ministerrates vom 24. Januar 1961 über die städtische Verkehrsplanung im Bereich der Neckarstraße sowie ein Aktenvermerk des Finanzministeriums vom 1. August 1961 über die Gestaltung des kulturellen Zentrums zu sehen. Ergänzt werden diese Exponate durch Zeitungsausschnitte und fotografische Zeugnisse aus dem Bereich der archivischen Eänzungsdokumentation.

Grundsteinplatte des kulturellen Bereichs Stuttgart

Als Prachtstraße geplant, entstanden an der Stuttgarter Neckarstraße seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts repräsentative öffentliche Gebäude, deren städtebauliche Funktion an die Münchner Ludwigstraße erinnerte. Vom Wilhelmspalais bis zur Staatsgalerie erstreckten sich mehrere klassizistische, teils auch historistische Bauwerke, die u. a. dem Naturalienkabinett, dem Staatsarchiv, der Landesbibliothek und dem Museum der Bildenden Künste als Domizil dienten.

Ein Großteil der kunstvoll gestalteten Bauten fiel den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges zum Opfer. Während das Wilhelmspalais und die Staatsgalerie in vereinfachten Formen wiederaufgebaut wurden, mussten die ausgebrannten Umfassungsmauern des Hauptstaatsarchivs und der Landesbibliothek der Verbreiterung der Neckarstraße weichen. Die Verkehrsplanungen der 1960er Jahre haben sie zu einer Stadtautobahn verkommen lassen, deren Ostseite vom eigentlichen Stadtzentrum abgeschnitten ist.

Hatte man noch Mitte der 1950er Jahre die Lösung verfolgt, sowohl die Landesbibliothek als auch das Hauptstaatsarchiv dauerhaft im Neuen Schloss unterzubringen, so verfolgte die Landesregierung bald schon weitergehende Ziele. Seit 1960 führte sie mit der Stadt Stuttgart intensive Verhandlungen über die Errichtung eines kulturellen Zentrums entlang der Neckarstraße. Neben dem Erwerb privater Grundstücke waren insbesondere der in Aussicht genommene Bau einer Hochstraße und die Schaffung neuen Parkraums zu erörtern.

Die Planungen konzentrierten sich zunächst auf das Hauptstaatsarchiv und die benachbarte Landesbibliothek. Am 5. Juli 1965 fand in der Baugrube des neuen Archivgebäudes die feierliche Grundsteinlegung statt, die für alle staatlichen Bauten und Institutionen im kulturellen Bereich gelten sollte. Die über dem Grundstein eingelassene Messingplatte nennt - wie es in damaligen Presseartikeln zu lesen war - fünf Säulen der Kultur: das Hauptstaatsarchiv Stuttgart, die Württembergische Landesbibliothek, die Staatliche Hochschule für Musik und darstellende Kunst, das Staatliche Museum für Naturkunde und die Staatsgalerie.

Vier Jahre später, am 7. Juli 1969, konnte der Neubau des Hauptstaatsarchivs Stuttgart in der nunmehrigen Konrad-Adenauer-Straße im Beisein zahlreicher Ehrengäste eingeweiht werden. Im folgenden Jahr war es dann auch der Landesbibliothek vergönnt, ihre neuen Diensträume, Lesesäle und Magazine zu beziehen. Seit Ende der 1970er Jahre wurde der Erweiterungstrakt der Staatsgalerie realisiert und - damit einhergehend - wurde der imposante Neubau der Musikhochschule in Angriff genommen. Entgegen den ursprünglichen Planungen kehrte das Naturkundemuseum vom Rosensteinpark nicht mehr an seinen angestammten Platz zurück. An seiner Statt ließ sich das Abgeordnetenhaus an der Konrad-Adenauer-Straße nieder, dem bis zum Jahr 2002 das Haus der Geschichte Baden-Württemberg zur Seite tritt.

In den offiziellen Verlautbarungen der frühen 1960er Jahre ist zunächst vom kulturellen Zentrum an der Ostseite der Neckarstraße die Rede. Hinter dieser Begriffsbildung war nicht etwa eine Zentralisierung der Kultur, sondern eine Zusammenfassung der wichtigsten Bauten zu verstehen, die der Kultur dienen. Um Missverständnissen vorzubeugen, begegnet nahezu gleichzeitig die Lokalisierung Kultureller Bereich, die wohl seit den späten 1970er Jahren von dem heute üblichen Begriff Kulturmeile abgelöst wurde.

Die Entwicklung vom Kulturellen Bereich zur Kulturmeile ist in den Beständen des Hauptstaatsarchivs Stuttgart, insbesondere in der Überlieferung des baden-württembergischen Staatsministeriums und des Finanzministeriums aufschlussreich dokumentiert. Darüber hinaus enthalten die archivischen Sammlungen wertvolle Informationen zu dieser auch archivgeschichtlich wichtigen Thematik.