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Archivale des Monats November 2001

Dokumente zur "Reichskristallnacht"

In der sogenannten "Reichskristallnacht" vom 9. auf den 10. November 1938 erreichte die vom NS-Regime betriebene Diskriminierung und Entrechtung jüdischer Bürger einen schändlichen Höhepunkt. Binnen weniger Stunden gingen im gesamten Reichsgebiet Hunderte von Synagogen in Flammen auf, mehr als 7 000 jüdische Geschäftshäuser und Wohnungen wurden verwüstet. Allein in Württemberg wurden 18 Synagogen niedergebrannt und 12 demoliert. Rund 30 000 Juden, darunter 878 Württemberger, wurden verhaftet und in Konzentrationslager eingeliefert, wo sie zum Teil monatelang festgehalten wurden. Von den württembergischen Juden kamen 13 Personen im Zusammenhang mit der Pogromnacht ums Leben.

Foto von einer "spontanen Kundgebung"
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Der Anlass für diese furchtbaren Ausschreitungen war das Attentat, das der polnische Jude Herschel Grynszpan am 7. November 1938 auf den deutschen Botschaftssekretär Ernst vom Rath in Paris verübt hatte. Auf Initiative des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels wurde diese Tat von den Nationalsozialisten benutzt, um unter dem Deckmantel "spontaner Kundgebungen" Ausschreitungen gegen jüdische Kultstätten, Friedhöfe, Wohn- und Geschäftshäuser zu organisieren.

Angesichts ausländischer Proteste, aber auch innerparteilicher Meinungsverschiedenheiten sah sich Goebbels veranlasst, noch am 10. November das Ende der "Demonstrationen" zu befehlen. Gleichwohl mußten die deutschen Juden den angerichteten Schaden selbst tragen. Die Trümmer ihrer Synagogen hatten die jüdischen Kultusgemeinden auf eigene Kosten beseitigen zu lassen. Außerdem erlegte ihnen das national-sozialistische Unrechtssystem eine kollektive Sondersteuer in Höhe von 1 Milliarde Reichsmark als Sühneleistung auf.

Mit den organisierten Pogromen des November 1938 und den nachfolgenden Maßnahmen trat der rassistische Antisemitismus des NS-Staates in eine neue Phase ein, in der unter gänzlichem Verzicht auf rechtsförmige Begründungen direkte Aktionen zur Verdrängung und schließlich zur Vernichtung des jüdischen Bevölkerungsteils eingeleitet wurden. Von 1962 bis 1968 war eine bei der damaligen Archivdirektion Stuttgart eingerichtete Dokumentationsstelle damit beschäftigt, die Schicksale der jüdischen Bürger Baden-Württembergs während der nationalsozialisti-schen Verfolgungszeit aufzuklären. Das aus dieser Arbeit erwachsene Schriftgut wird heute im Bestand EA 99/001 des Hauptstaatsarchivs Stuttgart verwahrt.

* * * * *

In der Reihe Archivale des Monats werden folgende Schriftstücke und Bilddokumente, die im Umfeld der Pogromnacht entstanden sind, der Öffentlichkeit präsentiert:

1. Vorbereitung des Pogroms

[1938] Nov. 9, Berlin
Fernschreiben an die Staatspolizeistellen
Abschrift mit Signaturangabe des Internationalen Militärgerichtshofs
Hauptstaatsarchiv Stuttgart: EA 99/001 Büschel 248

2. Als es schon zu spät war - Bemäntelung gegenüber der örtlichen Polizei

1938 Nov. 10
Funkspruch des SSD (Staatssicherheitsdienst) mit der zynisch wirkenden Anweisung: "... Sorge zu tragen, daß Brandlegungen unter allen Umständen unterbleiben."
Kopie mit Satzanweisungen der Stuttgarter Dokumentationsstelle
Hauptstaatsarchiv Stuttgart: EA 99/001 Büschel 273

3. Propaganda in der Presse

1938 Nov. 11
Ausschnitt aus dem "Völkischen Beobachter" Nr. 315
Kopie mit Quellenangabe
Hauptstaatsarchiv Stuttgart: EA 99/001 Büschel 248

4. Fotos der "Reichskristallnacht" im deutschen Südwesten