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Archivale des Monats Januar 2002

Vom württembergischen Gulden zur deutschen Mark - Von der Währungsvielfalt zur Währungseinheit

Im Mittelpunkt steht die Königliche Verordnung, betreffend die Einführung der Reichsmarkrechnung vom 5. März 1875. Sie wird in der Form der handschriftlich verfassten und eigenhändig von König und Ministern unterschriebenen Ausfertigung gezeigt, die der Veröffentlichung im Regierungsblatt zugrunde liegt.

Königliche Verordnung, betreffend die Einführung der Reichsmarkrechnung vom 5. März 1875
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Daneben die sehr umsichtigen "Motive" zu dieser Verordnung, in denen die adäquate Umsetzung auf ihre Praktikabilität begutachtet wird, wobei v.a. auch Fragen der Akzeptanz eine gewichtige Rolle einnehmen. Der Geheime Rat, das höchste Verwaltungsorgan Württembergs, zugleich oberste Instanz in allen Verwaltungsrechtsangelegenheiten, bestätigt in diesen "Motiven", dass im Grund genommen schon seit 1873 die Einführung der neuen Währung dringend erwartet worden sei, dass aber, wie das 'Kanzleramt' in Berlin erklärt habe, die erforderliche Menge an Münzen nicht zur Verfügung stehe und abgewartet werden müsse.

Die in der Übergangszeit auftauchenden Umrechnungstabellen, auch als "Schnellrechner" oder auch -weil gleich mit warenspezifischen Preis-Mengenrelationen verknüpft- als "Schrannenfaullenzer" bezeichnet, zeigen, wie die Dinge dann praktisch und ohne, dass es dazu größere Debatten gegeben hätte, gehandhabt und problemlos bewältigt wurden: Neben Umrechnung von Gulden und Talern war auch gleich die Umrechnung der neuen Mark in französische Franc mitberücksichtigt. Einfach deshalb, weil nun einmal Frankreich auch schon damals gerade für Württemberg ein wichtiger Handelspartner war, mit Sicherheit wichtiger als das vielgerühmte Reuß, jüngere Linie oder auch Reuß, ältere Linie, das ja auch noch nach der Reichsgründung als politische Einheit erhalten geblieben war.

Anzeige für einen "Schrannenfaullenzer", eine Umrechnungstabelle mit warenspezifischen Preis-Mengenrelationen

Was wäre eine noch so bescheidene, kleine Präsentation über Geld ohne Kaufkraft und Hinweise auf Preise; deshalb die "Preise der Lebensbedürfnisse in Stuttgart", kurz nach Einführung der "Markrechnung".(Vorlagen aus: Staats-Anzeiger für Württemberg, Juli - Dezember 1875) Bei aller Zukunftsorientierung soll aber doch noch einmal an den guten alten württembergischen Gulden erinnert werden: Von den Gerätschaften zur Anfertigung eigenständigen württembergischen Staatspapiergeldes wird die Druckplatte zum vorderen Schwarzdruck der 25-Gulden-Kassenscheine gezeigt. Darüber hinaus u.a. die Gerätschaften zur Herstellung von Zwei-, Zwanzig- und Fünfunddreißig-Gulden-Scheinen im Jahr 1849 (in Holzschatulle) .

All diese Stücke der Stuttgarter Münzstätte wurden 1876 an das Hauptstaatsarchiv vom Finanzministerium abgegeben. Sie waren von heute auf morgen ab 1. Juli 1875 für den praktischen Gebrauch ohne Wert. Nicht dagegen die Banknoten und auch nicht die Münzen, die je nach verschiedenen Werten nach und nach als Zahlungsmittel bei angemessener Vorankündigung aus dem Verkehr gezogen wurden. Die in so vielem zur Umstellung auf den EURO vergleichbaren Überlegungen zum Wechsel der einen zur andern Währung, Reaktionen, Anhörungen, Beteiligungen, finden sich in den Kabinettsakten, in den Akten des Geheimen Rats, den Akten des Innen, des Außen- und des Finanzministeriums. Es bleibt Ihnen, unseren Besuchern, vorbehalten, all die Dinge auszuloten, die sich, ob für Skeptiker oder Fans des Euro, als Parallelen zwischen heutigen Globalisierungs-Tendenzen und den neuen Märkten der 1870er-Jahre finden lassen.