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Archivale des Monats September 2003

curtis basincheim. Das Privileg Friedrich Barbarossas von 1153.

Präsentation anlässlich des 850jährigen Jubiläums von Besigheim, 01.09.-30.09.2003

Am 12. Juli 1153 fand im elsässischen Kanonissenstift Erstein bei Straßburg eine hochkarätige Gesellschaft zusammen. König Friedrich Barbarossa, sein Bruder Konrad, der Straßburger Bischof sowie fünf Grafen und weitere Herren waren anwesend, um eine bedeutende Rechtshandlung durchzuführen und zu bezeugen: die Übergabe des Hofes Besigheim an den Markgrafen Hermann III. von Baden. Die Pergamenturkunde, die darüber ausgefertigt wurde, beschreibt aber nicht nur genau den Vollzug dieser Schenkung und deren Inhalt, sondern schildert auch ihre Vorgeschichte: Das Stift Erstein hatte den Hof Besigheim bereits von Kaiserin Agnes (1043-1077), der Gemahlin des Salierkaisers Heinrich III., fast ein Jahrhundert zuvor erhalten. Agnes selbst hatte Besigheim wohl aus der Hand ihres Mannes zu ihrer persönlichen Ausstattung bekommen. Leider werden zu dieser curtis basincheim keine genaueren Angaben gemacht. Die lange Aufzählung des Zubehörs allerdings zeigt die Bedeutung dieses Fronhofes bereits an, dessen Grundherrschaftsverband (Villikation) weit über den eigentlichen Ort Besigheim hinausgegangen sein dürfte. König Friedrich Barbarossa selbst führt diese Besitzübertragung gemeinsam mit Graf Hugo von Dagsburg, dem Vogt von Erstein, durch. Die alten Bezüge Besigheims zum Reich treten damit ebenso noch hervor, wie die enge Beziehung des Reichsstifts Erstein zu den königlichen Herrscherfamilien. Besigheim sollte nun, mit dem Übergang an Baden, in eine neue Phase seiner Geschichte eintreten. Markgraf Hermann von Baden war damals einer der engsten Vertrauten des Königs und genoss dessen Gunst. Vielleicht wollte Friedrich Barbarossa den Markgrafen mit diesem Privileg auch zur Teilnahme an seinem bevorstehenden Romzug bewegen, der ihm dann 1155 die Kaiserkrone bringen sollte.

Urkunde über die Übergabe des Hofes Besigheim an den Markgrafen Hermann III. von Baden von 1153

Die Urkunde wurde verfasst und geschrieben von einem Schreiber der Königskanzlei Friedrich Barbarossas. Als Rekogneszent erscheint hier der Notar und spätere Protonotar Heinrich, stellvertretend für den Erzkanzler Arnold von Selenhofen, der damals bereits Erzbischof von Mainz war. Die erste Zeile und die Signumzeile sind in verlängerter Schrift (Littera elongata) hervorgehoben; bei letzterer steht das Herrschermonogramm mit Vollziehungsstrich im Zentrum. Eine gleichmäßige diplomatische Minuskel mit gekonnter Raumaufteilung kennzeichnet das Schriftbild, bei dem vor allem die weit auseinandergezogenen s-t-Ligaturen auffallen. Die Urkunde ist bis auf eine kleine Fehlstelle im Pergament gut erhalten. Von einer weit späteren Hand sind Umschriften über die in verlängerter Schrift geschriebenen Wörter nachgetragen. Maße: 57 x 45,7 cm Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 51 U 9

Siegel Friedrich Barbarossas

Das ursprünglich aufgedrückte Wachssiegel des Königs ist verloren. Es zeigte Friedrich Barbarossa mit Szepter in der Rechten und Reichsapfel in der Linken thronend, vergleichbar seinem erhaltenen Königssiegel von 1154 (Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 51 U 10). Die Geschichte Besigheims sollte nach dem Übergang an Baden 1153 vor allem durch die Nachbarschaft und spätere Konkurrenz der Markgrafen von Baden mit den Grafen von Württemberg geprägt sein. Zunächst etablierte sich Besigheim als ein Herrschaftszentrum im badischen Kernraum am mittleren Neckar, ganz in der Nähe der Familiengrablege in Backnang. Im frühen 13. Jahrhundert bauten die Markgrafen den Ort zu einer stark befestigten Stadtanlage aus. Aus dieser Zeit stammen noch die beiden mächtigen Rundtürme als Reste der oberen und unteren Burg. Die Bedeutung der Türme als Wahrzeichen von Besigheim ist im Stadtwappen noch immer präsent. Im 15. Jahrhundert mussten die Markgrafen von Baden Besigheim zeitweilig der Kurpfalz überlassen. 1504 wurde die Stadt von Herzog Ulrich von Württemberg erobert, bevor sie 1529 nochmals von Baden ausgelöst werden konnte. Schließlich wurde Besigheim 1595 endgültig an Württemberg verkauft und bildete anschließend auch unter der neuen Herrschaft den Mittelpunkt eines eigenen Amtes, das bis 1938 bestand.

Älteste Ansicht Besigheims

Die älteste Ansicht von Besigheim wurde erst vor wenigen Jahren im Hauptstaatsarchiv Stuttgart entdeckt. Sie findet sich auf einer Augenscheinkarte von 1577, welche die Umgebung Besigheims mit Neckar und Enz zeigt. Auf dem Ausschnitt ist die gesamte Besigheimer Stadtanlage mit der einstigen Ummauerung zu erkennen, wobei besonders die beiden Rundtürme, das Steinhaus, die Stadtkirche und das Rathaus herausragen. (Hauptstaatsarchiv Stuttgart C 3 Bü 4931)