Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Mein Konto

Recherche & Bestellung

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landesarchiv >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Digitale Präsentationen >> Archivale des Monats 2000–2010 >> Archivale des Monats Oktober 2003

Archivale des Monats Oktober 2003

"Arrêté!" Deutsch-französische Maueranschläge aus dem Ersten Weltkrieg
Affiches franco-allemandes de la Première Guerre mondiale

Präsentation im Hauptstaatsarchiv Stuttgart anlässlich der Französischen Woche, 01.-31.10.2003

Maueranschlag aus dem Ersten Weltkrieg

Die Maueranschläge dienten im Ersten Weltkrieg vor allem in den besetzten Gebieten Belgiens und Frankreichs den Militärbehörden als Kommunikationsmittel und Propagandainstrument gegenüber der ansässigen Bevölkerung. In der Regel sind sie in Frankreich zweisprachig (deutsch - französisch) abgefasst. Inhaltlich unterstützten die Maueranschläge die Besatzungsbehörden unter anderem bei der Bekanntgabe kriegswirtschaftlicher Maßnahmen wie Festsetzung von Höchstpreisen, dem Erfassen und Requirieren von militärisch verwertbaren Vorräten und Rohstoffen, bei der Bekanntgabe der Bestrafung Einheimischer - zum Teil auch ganzer Gemeinden - oder beim Einschärfen erwünschter Verhaltensweisen bei der Bevölkerung der besetzten Gebiete, wie der Einhaltung der Sperrstunden, Verdunklungsmaßnahmen oder Versammlungs- und Streikverbote. Je länger der Krieg dauerte und die kriegswichtigen Ressourcen drastisch schwanden, um so rigoroser und schärfer wurde die Ausbeutung der Erzeugnisse und Rohstoffe in den besetzten Gebieten vorangetrieben, was sich ebenfalls an den Maueranschlägen ablesen lässt. Obgleich die Härte und Unmenschlichkeit der deutschen Besatzungspolitik des Zweiten Weltkriegs nicht mit der des Ersten Weltkriegs vergleichbar ist, empfanden die meisten Belgier und Franzosen in den besetzten Gebieten die deutsche Militärverwaltung als repressive und aggressive feindliche Macht, die das Leben und den Alltag der Menschen bestimmte.

Pendant la Première Guerre mondiale ces affiches étaient essentiellement utilisées dans les zones occupées en Belgique et en France comme moyen de communication et comme instrument de propagande à l´attention des populations locales. En France elles étaient généralement rédigées en deux langues (allemand et français). Leur contenu permettait aux autorités d´occupation d´annoncer entre autres les mesures économiques liées à la guerre telles que la fixation de prix maximums, la saisie et la réquisition de stocks et de matières premières utilisables à des fins militaires, les condamnations infligées à des personnes locales - parfois à des communes entières - ou d´imposer des règles de comportement auprès des populations des zones occupées, comme par exemple le respect des couvre-feux, les mesures de camouflage et les interdictions de rassemblement et de grève. Le contenu des affiches montre ainsi que l´exploitation des produits et des matières premières dans les zones occupées fut toujours plus rigoureuse et dure avec l´allongement de la guerre et l´amenuisement consécutif des ressources. Bien que la dureté et l´inhumanité de la politique d´occupation allemande au cours de la Seconde Guerre mondiale ne soit pas comparable avec celle de la Première Guerre mondiale, la majorité des français et des belges des zones occupées ressentirent l´administration militaire allemande comme une puissance répressive et drastique, qui déterminait leur vie et leur quotidien.

Maueranschlag aus dem Ersten Weltkrieg

Die Bezeichnung "Maueranschläge" verweist auf das schlichte Anbringen der Befehle, Bekanntmachungen, Verbote, Verordnungen, Mahnungen und Warnungen an einfachen Mauerwänden, an denen sie für jeden sichtbar und lesbar befestigt wurden. Nicht nur das Anbringen an Wänden war schlicht, auch die Plakate selbst waren in der Regel dürftig ausgestattet. Die Kriegssituation erlaubte nur, einfaches, oft zeitungsdünnes und qualitativ schlechtes Papier zu verwenden. Weit überwiegend handelte es sich um Textplakate ohne aufwändige grafische Gestaltung. Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erlangen, wurde allenfalls die Überschrift in großen Lettern gedruckt und häufig das Papier mit Signalfarben (gelb, rot, blau) eingefärbt.

Le terme de « Maueranschläge » désigne tout simplement les affiches sur lesquelles étaient présentés des ordres, avis, interdictions, règlements, rappels à l´ordre et avertissements afin d´être visibles et lisibles par tous. Ces affiches étaient collées à même les murs et leur mise en forme en général également rudimentaire. En cette période de guerre on ne disposait que de papier très commun, aussi fin comme celui des journaux et de mauvaise qualité. Ces affiches comportaient le plus souvent uniquement du texte mis en page très simplement. Dans le meilleur des cas les titres étaient imprimés en grosses lettres et le papier teinté de couleurs signal (jaune, rouge, bleu) afin d´attirer l´attention du public ciblé.

Maueranschlag aus dem Ersten Weltkrieg

In der Präsentation des Hauptstaatsarchivs Stuttgart werden nur einige wenige Stücke aus dem annähernd 3.000 Maueranschläge umfassenden Bestand J 151 gezeigt, der aber der Öffentlichkeit einen kleinen, aber durchaus beeindruckenden Einblick in diesen historisch bedeutsamen Sammlungsbestand gewährt.

L'exposition organisée aux Archives du Land présente un échantillon de la collection J 151 qui regroupe plus de 3000 affiches. Cette présentation offre un aperçu certes réduit mais tout de même impressionnant de cette collection d´une grande importance historique.