Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landesarchiv >> Projekte >> Workflow und Werkzeuge zur digitalen Bereitstellung größerer Mengen von Archivgut >> Projektergebnisse online >> Das Präsentationsmodul für Urkunden

Das Präsentationsmodul für Urkunden

Die Online-Präsentation der Württembergischen Regesten

Peter Rückert und Thomas Fricke

Eine ausführliche Darstellung finden Sie bei: Peter Rückert und Thomas Fricke: Urkunden im Netz. Erschließung und Online-Präsentation der Württembergischen Regesten. In: Kulturgut aus Archiven, Bibliotheken und Museen im Internet. Neue Ansätze und Techniken (Werkhefte der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg). Stuttgart 2004.

Überblick

Urkunden und ihre Siegel stellen durch ihre spezielle Form und Beschaffenheit eine Herausforderung bei der Erstellung digitaler Reproduktionen und der Online-Präsentation dar. Beispielhaft für die Präsentation von Urkunden im Internet wird im Folgenden der Bestand A 602 Württembergische Regesten aus dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart vorgestellt.

Dabei handelt es sich nicht nur um einen zentralen Überlieferungskomplex des altwürttembergischen Archivs, der fast 16.000 Nummern umfasst; er enthält zudem die miteinander vernetzte spätmittelalterliche Urkunden- und Aktenüberlieferung Württembergs zwischen 1301 und 1500 in einem Umfang, der international seinesgleichen sucht.

Die Internet-Präsentation Württembergische Regesten bietet dem Nutzer umfassende Möglichkeiten gezielter Recherche. Zwei Instrumente stehen ihm dazu zur Verfügung. Zum einen die so genannte Strukturansicht. Hier wird die hierarchische, an Provenienzen orientierte Gliederung des Urkundenbestands übersichtlich dargestellt. Zum anderen wird dem Nutzer eine Suchmaschine mit zahlreichen Optionen angeboten.

Die Strukturansicht

Wenn der Nutzer die Strukturansicht öffnet, findet er im linken Teil den Strukturbaum. Dieser besteht aus Ordnersymbolen gefolgt von Kurztiteln, die die jeweiligen Provenienzen angeben. Zunächst sind nur die drei obersten Kategorien sichtbar: Hausarchiv, Kanzlei, Weltliche und geistliche Ämter. Wird nun einer der Ordner angeklickt, öffnet sich der Baum und es erscheint die nächste Ebene, wieder mit Ordnersymbolen und Kurztiteln. Der angewählte Ordner enthält jetzt statt einem Plus ein Minussymbol, womit signalisiert wird, dass der nun aufgeklappte Teil des Strukturbaums durch einen weiteren Klick auf denselben Ordner wieder geschlossen und zum Verschwinden gebracht werden kann.

Screenshot der Strukturansicht.
Abb. 1: Strukturansicht.

Ein Klick auf einen der Kurztitel lässt im rechten Hauptfenster die Liste der zu diesem Gliederungspunkt gehörigen Titelaufnahmen erscheinen. Eine Titelaufnahme enthält Angaben zu einem Regest. Angezeigt werden Bestellsignatur, Ausstellungsdatum, Ausstellungsort, Aussteller sowie eine kurze Inhaltsangabe zur Urkunde, das eigentliche Regest. Neben jeder Titelaufnahme befindet sich ein Button mit einem Druckersymbol. Wird dieser betätigt, so öffnet sich ein Zusatzfenster, in dem alle Angaben zur jeweiligen Urkunde aufgelistet sind. Der Inhalt dieses Fensters kann ausgedruckt und der Ausdruck beim Besuch des Archivs dem Archivar vorgelegt werden. Im Hauptfenster befinden sich außerdem zwei rote pfeilförmige Buttons, mithilfe derer man gewissermaßen einen Rundgang durch den gesamten Regestenbestand unternehmen kann. In einem weiteren Fenster oberhalb des Hauptfensters wird der jeweilige aktuelle Standort innerhalb des gesamten Gliederungsaufbaus angezeigt. Unterhalb des Hauptfensters sind eine Auswahlleiste und ein kleines Eingabefeld für die Schnellsuche zu sehen.

Screenshot der Eingabemaske für die "Erweiterte Suche".
Abb. 2: Eingabemaske für die Erweiterte Suche.

Die Suchfunktion

Das zweite Recherchierinstrument neben der Strukturansicht ist die Suchfunktion. In den meisten Fällen wird der Nutzer schon mit der einfachen Suche an sein Ziel gelangen. Diese ist so konfiguriert, dass der Suchbegriff als Zeichenfolge aufgefasst wird und Groß- und Kleinschreibung als Suchkriterium keine Rolle spielen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine erweiterte Suchmaske aufzurufen und mit besonderen Einstellungen noch gezielter nachzuforschen. Die Suche kann auf bestimmte Datenbankfelder eingegrenzt werden. Es ist möglich, nach einem exakten Begriff oder einer Zeichenfolge zu suchen. Die Art der Verknüpfung der Suchbegriffe - und - oder - kann festgelegt werden. Hinsichtlich der Ergebnisausgabe kann bestimmt werden, wie die Titelaufnahmen bei der Anzeige sortiert und wie viele Treffer auf einer Internetseite auf einmal dargestellt werden sollen.

Zwei gesonderte Eingabefelder ermöglichen eine zeitbezogene Recherche im Urkundenbestand. Der Nutzer kann nach Urkunden eines speziellen Datums oder aus einem bestimmten Zeitraum suchen. Sowohl genaue Datums- als auch Jahresangaben werden akzeptiert.

Von der Suchmaske kann auch auf eine wichtige weitere Funktionalität der Internet-Anwendung zugegriffen werden: die Index- oder Stichwortlisten. Es gibt mehrere Formen der Listendarstellung. Listen können innerhalb eines Aufklappmenüs angezeigt werden, das in die Suchmaske selbst integriert ist. Dies ist die einfachste Variante der Listenpräsentation, die bei Indizes mit wenigen oder zumindest kurzen Einträgen hinreichend ist. Einen besseren Überblick erhält der Nutzer insbesondere bei umfangreicheren Listen mit längeren Einträgen, wenn der Index auf einer gesonderten Seite angezeigt wird und nach Anfangsbuchstaben gegliedert ist. So können z.B. Listen der Aussteller und Ausstellungsorte abgerufen werden, die dann auf einer gesonderten Internetseite übersichtlich dargestellt werden.

Die Form der Ergebnisausgabe ist bei den Stichwortlisten dieselbe wie bei der normalen oder zeitbezogenen Suche. In der Ergebnisliste werden alle Angaben angezeigt, die die einzelnen Titelaufnahmen enthalten, gefolgt von einem Link der genau zu derjenigen Stelle führt, an der sich der betreffende Eintrag innerhalb der Strukturansicht befindet. Somit ist also stets der Rückbezug zur systematischen Gliederung des Urkundenbestands möglich. Die Suchbegriffe sind in der Ergebnisliste durch besondere Farbgebung markiert. Auch nach dem Überwechseln zur entsprechenden Titelaufnahme in der Strukturansicht sind sie farblich hervorgehoben. Außerdem steht eine Druckansicht der Suchergebnisliste zur Verfügung. Auch die anderen Zusatztexte wie Einleitung, Abkürzungsverzeichnis und Benutzungshinweise können im Druckformat angezeigt werden. Diese Textseiten sind auch von der Strukturansicht bzw. der zugehörigen Auswahlleiste aus anwählbar. Eine Übersichtsseite, auch Sitemap genannt, vermittelt einen Überblick über die Komponenten der Internet-Präsentation.

Screenshot des Suchergebnisses.
Abb. 3: Suchergebnis.

Die digitalisierte Darstellung der Urkunden

Zum Funktionsumfang der Internet-Präsentation Württembergische Regesten gehört auch die digitalisierte Darstellung der Urkunden selbst, ergänzt durch weitere Daten und Texte, die der inhaltlichen Erschließung des Einzeldokuments dienen. Sind bildliche Darstellungen zu einer Urkunde vorhanden, erscheint sowohl innerhalb der Strukturansicht als auch bei der Ergebnisausgabe der Suche unterhalb der Titelaufnahme ein Link Archivale einsehen. Folgt der Nutzer diesem Link, so gelangt er in einen gesonderten Präsentationsteil. Zunächst erscheint ein Aufklappmenü, das die Anwahl einer bestimmten Seite der jeweiligen Urkunde ermöglicht. Wenn gesonderte Darstellungen der Urkundensiegel vorhanden sind, erscheint ein weiteres Aufklappmenü für Siegel. Siegel und Seiten können aber auch in einer speziellen Ansicht anhand von Thumbnails visuell ausgewählt werden.

Screenshot der Dokumenten-Auswahlseite mit Thumbnails.
Abb. 4: Dokumenten-Auswahlseite mit Thumbnails.

Wurde eine Urkundenseite oder ein Siegel angewählt, so erweitert sich die Anzeige um ein Vorschaubild des betreffenden Objekts und weitere Links. Das Vorschaubild vermittelt einen ersten Eindruck vom Objekt. Außerdem kann der Nutzer per Mausklick diejenigen Bereiche voranwählen, die er in vergrößertem, das Lesen und genaue Untersuchen des Objekts ermöglichendem Maßstab betrachten möchte. Nach dem Anklicken sind die ausgewählten Segmente rot umrahmt. Sind alle gewünschten Bereiche ausgewählt, betätigt der Nutzer den Link Segmente einsehen.

Screenshot der Dokumentenseite mit Vorschaubild.
Abb. 5: Dokumentenseite mit Vorschaubild.

Auf einer neuen Seite mit schwarzem Hintergrund kann der Nutzer nun die vorangewählten Ausschnitte in Vergrößerung betrachten. Die digitale Großansicht ist in einem großen roten, mit der Maus frei verschiebbaren Rahmen enthalten. Weitere Segmente der Großansicht können durch Doppelklick nachgeladen werden. Rechts oben befindet sich eine aus kleinen Kästchen bestehende Navigationshilfe. Rote Kästchen repräsentieren Segmente, die noch nicht geladen sind, weiße die bereits verfügbaren. Somit erhält der Nutzer einen Überblick über die geladenen und nichtgeladenen Teile des Objekts. Bei einem Klick auf ein Kästchen verändert die Großansicht ihre Position, so dass das entsprechende Segment links oben auf dem Bildschirm erscheint. Die Nützlichkeit der Navigationshilfe erweist sich vor allem dann, wenn der Umfang der Großansicht die Bildschirmfläche überschreitet und die geladenen Segmente nicht gleich sichtbar sind, was sehr häufig der Fall ist.

Möglich ist auch das Nachladen ganzer Reihen von Segmenten durch Anklicken von Symbolen am linken Rand des Objektrahmens sowie der gesamten Objektansicht durch Betätigen eines Buttons in der Auswahlleiste oberhalb des Rahmens. Diese Auswahlleiste enthält einen Link, der wieder zurück zum jeweiligen zur Seite gehörigen Vorschaubild führt. Es ist aber auch möglich, direkt von hier zur Großansicht der nächsten oder vorigen Seite zu wechseln. Dort können wieder einzelne Segmente durch Doppelklick geladen werden.

Screenshot einer segmentierten Großansicht mit Navigationshilfe und Nachlademöglichkeit.
Abb. 6: Segmentierte Großansicht mit Navigationshilfe und Nachlademöglichkeit.

Die Segmentierung der Digitalbilder bietet zahlreiche Vorteile gegenüber der herkömmlichen Einbindung von Pixelgrafiken. Indem der Nutzer vorab entscheidet, welche Teile des Bilds er einsehen möchte, und er eben diejenigen Bildausschnitte ausspart, die keine Aussagekraft besitzen oder die für ihn nicht von Interesse sind, wird ein beträchtlicher Teil der normalerweise erforderlichen Ladezeit gespart.

Darüber hinaus werden mehrere kleinere Pixelbilder, in diesem Fall sind es die einzelnen Segmente, schneller auf dem Bildschirm dargestellt als ein zusammenhängendes großes. Weil Teile des Bilds gezielt ausgewählt werden können, ist es auch nicht notwendig, Bilder exakt zu beschneiden, also Ränder zu entfernen, um Ladezeit zu sparen. Das ist bei der Massenverarbeitung von Bildern von großem Vorteil. Während der Nutzer einen Teil der Abbildung betrachtet bzw. die Zeilen eines Textes nach und nach liest, kann er bereits weitere Bildsegmente durch Mausklick anfordern, die dann, während er noch mit dem Studium des Objekts beschäftigt ist, nachgeladen werden. Selbst Dokumente mit großen Abmessungen und kleinen Schriften oder Details können somit in einer Form präsentiert und eingesehen werden, die jede Einzelheit des Bilds gut erkennbar und jeden Schriftzug lesbar macht.

Screenshot der Gegenüberstellung von Original- und Transkriptionstext.
Abb. 7: Gegenüberstellung von Original- und Transkriptionstext.

Wie bereits angedeutet, besteht innerhalb dieses Teils der Internetpräsentation Württembergische Regesten, der die Digitalbilder enthält, auch die Möglichkeit, weitere Erschließungsdaten zum jeweiligen Einzeldokument einzusehen. Diese können ebenfalls von den Vorschauseiten aus angewählt werden. Der Text von Urkundenseiten steht bei einigen Urkunden bereits in transkribierter Form zur Verfügung. Wenn es sich um eine lateinische Urkunde handelt, kann die Übersetzung neben dem Transkriptionstext sichtbar sein. Urkunden und Übersetzung können entweder allein oder zusammen mit der Großansicht betrachtet werden. Der Text erscheint dann in einem gesonderten Fenster mit Scrollmöglichkeit unterhalb der Objekt-Großansicht. Original und Transkription bzw. Übersetzung können so unmittelbar miteinander verglichen werden. Den Transkriptions- und Übersetzungstexten sind zum Teil Quellennachweise beigefügt.

Bei Siegeln erscheint im unteren Fenster die Siegelbeschreibung. Auf die gesamte Urkunde bezogen ist die Objektbeschreibung, die z.B. Angaben über die Größe des Objekts, die Anzahl der Siegel, den Zustand und das Material der Urkunde enthalten kann. Abrufbar sind außerdem Literaturangaben zur Urkunde. In der Druckansicht, die ebenfalls von den Vorschauseiten aus anwählbar ist, sind alle zu einer Urkunde gehörigen Texte zusammengefasst.

Die Anwendung wurde mithilfe von PHP, einer ideal an die Erfordernisse des Internet angepassten Scriptsprache programmiert. Die Dateien der Strukturansicht und der Suchergebnisausgabe werden unter Verwendung der Inhalte einer MySQL-Datenbank bei jedem Aufruf on the fly neu generiert. Die Digitalbilder sind auf dem Server gesondert abgelegt und in einem Datei-System angeordnet. Durch die Integration von Bilddaten in einer Datenbank ergäben sich zu starke Performance-Verluste. Als Grafik-Dateiformat wurde das PNG-Format verwendet.