Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landesarchiv >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Aktuelles der Außenstelle >> Hohenlohische Geschichte >> Aus dem letzten Kapitel der fürstlichen Bierbrauerei in Langenburg

Aus dem letzten Kapitel der fürstlichen Bierbrauerei in Langenburg

Prospekt für einen speziellen Bierflaschenverschluss

1905 erhielt der Aalener Braumeister Theophil Simon den Zuschlag zur Übernahme der Bierbrauerei in Langenburg. Damit schließt das letzte Kapitel einer nahezu dreihundertjährigen fürstlichen Unternehmensgeschichte. Die Standesherrschaft zu Hohenlohe-Langenburg übergab dem Käufer einen von Grund auf modernisierten Betrieb.

Der Beginn zur Vergrößerung und Modernisierung der fürstlichen Bierbrauerei setzte ein, nachdem 1896 die ehemalige Eckart'sche Bierbrauerei in der Ortschaft Langenburg von der Witwe des früheren Besitzers erworben werden konnte. Das Schlossareal, auf dem die Bierbrauerei bis dahin zusammen mit der Schrotmühle ihren angestammten Platz hatte, war für die Pläne, eine ursprüngliche Hofbrauerei zu einem expandierenden Wirtschaftsbetrieb umzugestalten, zu eng geworden und hätte wohl auch die Schlossumgebung empfindlich gestört.

Gerste-Reinigungs- und Sortiermaschine

Es folgte eine rege Bautätigkeit. Das alte Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Eckart'schen Brauerei wurde instandgesetzt und erhielt eine Vorrichtung zur Erzeugung von Eis sowie einen Gärkeller. Eine eigens angelegte Zufahrtsstraße zum Brauereigelände gewährleistete eine verkehrsgünstige Anbindung. Mit der Verbesserung der äußeren Rahmenbedingungen ging eine forcierte Modernisierung des Brauwesens einher, die durch Beschaffung neuester Apparaturen und Verarbeitungsmaschinen eine effiziente Wirtschaftsweise vorantreiben sollte. Die breite Produktpalette der auf Brauereizubehör spezialisierten Fabriken bot hierzu eine reichhaltige Auswahl. Mehr und mehr wurde das Brauereihandwerk durch technifizierte Herstellungsverfahren ersetzt. Auch die Ansprüche an das Produkt selbst, das Bier, waren gestiegen und erforderten neue Methoden zur Sicherstellung der Bierqualität. Es entschied nicht mehr der Geschmack und die Erfahrung des Braumeisters allein. Malz und Bierproben wurden nun in den chemisch-technischen Laboren der brautechnischen Versuchsstationen in Weihenstephan und Hohenheim kontrolliert. Der erfolgreiche Absatz des Endproduktes erzwang ebenso neue Mittel. Die Ausstattung und die Versorgung der der Bierbrauerei angeschlossenen Schankbetriebe erforderten in immer kürzer werdenden Zeitabständen eine zeitgemäße und kundenorientierte Neuanpassung.

Malzentkeimungs- und Putzmaschine

Der nun erschlossene Bestand "Fürstliche Bierbrauerei Langenburg" aus der Zeit zwischen 1866 und 1908 dokumentiert die letzten Wirtschaftsjahre, in denen der Anschluss an das Maschinenzeitalter erfolgte und sich das Erscheinungsbild eines Handwerks veränderte. Die zahlreich vorhandenen Firmenprospekte für Brauereizubehör zeigen anschaulich die damaligen Neuerungen im Brauereiwesen. Sie sind heute von wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung und von eigenem ästhetischen Reiz.

Zur Vervollständigung der Geschichte der fürstliche Bierbrauerei sind verschiedene Bestände des Langenburger Archivs heranzuziehen. Hierin lässt sich die Entwicklung der Bierbrauerei seit Anfang des 18. Jahrhunderts und ihr Wandel von einer Hofbrauerei zu einem Gewerbebetrieb nachverfolgen.

Birgit Schäfer

Online-Findbuch