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Demnächst in diesem Theater... Schauspielaufführungen des Liederkranzes in Langenburg

Werbeblatt für Theaterstücke

Am 4. März 1862 um 17.00 Uhr öffnete sich der Vorhang der Bühne im Saal des Gasthofs zur Post in Langenburg. Aufgeführt wurden die Posse "Der Nachwächter" und der Schwank "Seinem Schicksal kann Niemand entgehen". Der Eintritt kostete 6 Kreuzer und kam der Theaterkasse des Liederkranzes zugute.

Zweifellos hatte der Liederkranz mehr zu bieten, als sein Name verhieß oder seine Gründungsstatuten verlautbaren ließen. Dort stand 1840 geschrieben: "Der Liederkranz ist ein Verein zu geselliger und musikalischer Unterhaltung, welche letztere vorzugsweise in männlichem Chorgesang besteht". Die genügsame, typisch biedermeierliche Zurückgezogenheit des Liederkranzes mit Chorgesang im Saal des Gasthofs zur Post galt vielleicht noch für die Anfangsjahre des Vereins. Sehr bald entwickelte der Liederkranz Tätigkeiten ähnlich die einer Konzertagentur. Man organisierte Lieder- und Orchesterabende mit Musik- und Gesangsvereinigungen anderer Orte, beteiligte sich an auswärtigen Liederfesten, spielte bei Geburtstagsfesten von Angehörigen der fürstlichen Familie oder bei Weihnachtsfesten auf - und man engagierte sich zuweilen für das Theaterspiel.

Rolle des Julius aus der Sohn auf Reisen von Feldmann

Es waren, wie die zahlreich vorhandenen Theatermanuskripte mit den dazugehörigen Rollenheften belegen, vor allem Lustspiele, die das Bedürfnis des Publikums nach heiteren und humorvollen Darbietungen befriedigen sollten: "Die deutschen Kleinstädter", "Ein alter Hut", "Die Witwe von zwanzig Jahren", "Einer muss heiraten", "Die Zeichen der Ehe", "Der Mann von vier Frauen", "Das Posthaus in Treuenbritzen", "Der Rechnungsrat und seine Töchter", "Der Sohn auf Reisen" u.a. Diese Gattung des Schauspiels schrieb ihren Erfolg weniger dem literarischen Wert als der theatralischen Wirksamkeit zu und bezweckte oft das heitere Lachen. Im Mittelpunkt stand der Mensch im Alltag und in seinen natürlichen gesellschaftlichen Bindungen und Verhältnissen. Es regierte der versöhnliche Humor in dem Wissen um die menschlich-irdischen Bedingheiten. Man befand sich mittlerweile in der Epoche des Realismus, der sich von idealisierenden Stoffen in der Literatur und auf der Bühne abgewandt hatte. Themengemäß trat zugleich das künstlerisch gestaltete und gesprochene Wort zurück. Inhalt und Darbietungsart der Theaterstücke dieser Zeit, und vor allem des Lustspiels, wo weniger hohe Schauspielkunst erforderlich war, eigneten sich eher für Aufführungen durch Laienschauspieler. So verwundert es nicht, dass diese Form des Theaterspiels als so genanntes Vereins- oder Liebhabertheater, das seine Schauspieler aus den Reihen der Bevölkerung rekrutieren konnte und das relativ rasch die Rollen einstudierte, Einzug in das unterhaltsam gestaltete und kulturelle Leben kleinerer Orte wie Langenburg hielt. Das Geschehen auf der Bühne allein fesselte und belustigte die Zuschauer. Die finanziellen Aufwendungen für Kulisse und Requisiten dürften sich daher bei dieser Art der Darstellungen für die Theaterkasse des Liederkranzes, und auch durch die tätige Mithilfe der nicht singenden Mitglieder, die laut Gründungsstatuten von 1840 ebenso Aufnahme fanden, in Grenzen gehalten haben.

Der nun erschlossene Bestand über den Liederkranz in Langenburg in den Jahren 1840 bis 1898 bietet einen repräsentativen Ausschnitt vom gesellschaftliche Leben in Langenburg.

Birgit Schäfer

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