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Landesarchiv >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Aktuelles der Außenstelle >> Hohenlohische Geschichte >> "1 Scheibenbüchse, 1/2 dzd silberne Eßlöffel, 1 silberne Taschenuhr, 1 Regulator, Stoff zu einem Kleid..."

"1 Scheibenbüchse, 1/2 dzd silberne Eßlöffel, 1 silberne Taschenuhr, 1 Regulator, Stoff zu einem Kleid..."

Gabenschießen und Schießsport der Schützengesellschaft Langenburg im 19. Jahrhundert dokumentiert im Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein

Birgit Schäfer

Abbildung einer Zielscheibe

Die Spender in der Reihenfolge der aufgeführten Preise des Gabenschießens der Langenburger Schützengesellschaft am 31. August 1896, dem Geburtstagsfest von Fürst Hermann zu Hohenlohe-Langenburg, sind: seine Gemahlin Leopoldine, der Fürst, Erbprinz Ernst, Erbprinz Emich von Leiningen und Domänendirektor von Roeder. Etwas bescheidener und praktischer hielten es einige andere Mitglieder der Schützengesellschaft: der Gutsbesitzer Kellermann aus Billingsbach stiftete einen Früchtekorb aus grünem Glas, Apotheker Dr. Preu einen Tischteppich mit Fransen, Schlosser Schlecht einen Schirmständer, Haushofmeister Voigt eine Stehlampe, Förster Wild aus Nesselbach einen Wecker, Gerichtsschreiber Hirschling Tintenzeug aus Bronze, Konditor Bauer 6 Dessertmesser, Fräulein von Crailsheim ein Rauchservice.

Schriftlicher Nachweis der Stiftung einer "Büchse" für die Schützengesellschaft durch Fürstin Leopoldine zu Hohenlohe-Langenburg

Mit weitaus genügsamerem Anspruch und idealistisch gesinntem Motiv hatte sich die Langenburger Schützengesellschaft im Juli 1850 als Nachfolgerverein der Schützengilde konstituiert und in der Gründungsversammlung ausdrücklich Bezug auf das Bürgerwehrgesetz vom 3. Oktober 1849 genommen, das die Wiederbelebung des Schießsports zum Zweck der Wehrhaftmachung des Bürgers zur Verteidigung des Vaterlandes hervorhob. In den daraufhin formulierten Statuten wurde der Zweck des Vereins unter § 1 etwas gemäßigter zusammengefasst: "Zweck der Gesellschaft ist das Abhalten geordneter Schießübungen mit der Büchse, sowie gesellige Vereinigung von Männern, welche sich dafür interessieren". Um vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen, sollte unnötiger Geldaufwand bei gewöhnlichen Schießübungen vermieden werden. Allerdings war erlaubt, dass einzelne Mitglieder unter sich Preisschießen um kleinere Geldbeträge veranstalteten. Bei größeren Schießveranstaltungen war eine Obergrenze des Einsatzes festgelegt. Für gemeinschaftliche Schießübungen war jeder Sonntagnachmittag nach dem Gottesdienst, für größere Schießveranstaltungen jeder Nachmittag eines Feiertages vereinbart worden. Die Schießordnung der Langenburger Schützengesellschaft erlaubte fast jede Art von Büchsen, mit Ausnahme großkalibriger Gewehre ("mit Ausnahme solcher, die weniger als 13 Kugeln pro Pfund schießen"). In der Regel wurde aus freier Hand geschossen.

Briefumschlag

Zumindest in den Anfangsjahren der neu gegründeten Langenburger Schützengesellschaft spielte das Preisschießen um höherwertige Gewinne keine Rolle. Die überlieferten Verzeichnisse über die Gaben der Mitglieder anlässlich besonderer Schießveranstaltungen zu Geburtstagen von Mitgliedern der fürstlichen Familie stammen aus den letzten Jahrzehnten des 19. und ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Dass die Gewinnaussichten die Attraktivität des Schießsports über den sportlichen Ehrgeiz hinaus steigerten, lag wohl im Sinne des Vereins, der nach der ersten Begeisterung ein erlahmendes Interesse der Mitglieder feststellen musste und 1860 eine Neuorganisierung und zeitgemäße Modifizierung erstrebte.

Abbildung einer Zielscheibe "No. 52. Standscheibe 20 Kreise. Durchmesser 60 cm, Centrum 9 cm"

Der vorliegende Bestand über die Langenburger Schützengesellschaft entstammt den Unterlagen der Standesherrschaft zu Hohenlohe-Langenburg, wobei die Vermengung mit den standesherrlichen Unterlagen in der Mitwirkung fürstlicher Beamter, die oftmals über ihre Mitgliedschaft hinaus ehrenamtliche Vereinstätigkeiten übernommen hatten, begründet sein dürfte. Es handelt sich um nur 7 Archivalieneinheiten im Umfang von 0,1 lfd. m., deren Laufzeit von 1830 (diese Unterlagen beinhalten Gründung und Bestimmungen der vormaligen Schützengilde) bis 1905 reicht. Dennoch vermitteln diese wenigen Archivalien einen lebhaften Eindruck von den Aktivitäten der Schützengesellschaft, die sich im Lauf der Zeit von einem gesellschaftsbewussten zu einem populären Freizeitverein gewandelt hatte.

Das Findbuch zur Schützengesellschaft Langenburg steht unter der Signatur La 112 im Internet.