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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Antonia Visconti - Ein Schatz im Hause Württemberg >> Musik am Hof der Visconti

Musik am Hof der Visconti

Die audiovisuelle Station bietet Hörbeispiele mit zeitgenössischer höfischer Musik aus dem Umfeld der Visconti, eingespielt von den Ensembles "alla francesca" (Istanpitta, 2002/2003) und "Ensemble unicorn" (Codex Faenza, 1995). Die Musik wird von drei bedeutenden Handschriften vermittelt: Der Codex Panciatichi (Firenze, Biblioteca Nazionale Centrale, Ms. Panciatichi 26) entstand zwischen 1380 und 1400 und ist die wichtigste Quelle für die hohe Liedkunst des italienischen Trecento. Hier finden sich das dreistimmige und mit drei inhaltlich aufeinander verweisenden Texten versehene Madrigal Aquil´altera von Jacopo da Bologna und die darauf folgende dreistimmige Ballata Non avrá ma pietá von Francesco Landini (vgl. das Faksimile in der Ausstellung unter III 15).


Traub, Musikanten

Von Jacopo da Bologna weiss man, dass er längere Zeit am Hof von Mastino II. della Scala lebte. Offensichtlich bezieht sich das Madrigal Aquil´altera auf die Hochzeit von Gian Galeazzo Visconti und Isabella von Valois 1360. Das Madrigal hat einen deutlich in drei Verse gegliederten Hauptteil und ein einversiges abschließendes Rittornello in anderem Rhythmus.

Von Jacopo da Bologna weiss man, dass er längere Zeit am Hof von Mastino II. della Scala lebte. Offensichtlich bezieht sich das Madrigal Aquil´altera auf die Hochzeit von Gian Galeazzo Visconti und Isabella von Valois 1360. Das Madrigal hat einen deutlich in drei Verse gegliederten Hauptteil und ein einversiges abschließendes Rittornello in anderem Rhythmus.


Jacopo da Bologna: Aquil' altera, ferma / Creatura gentil / Uccel' di Dio


Jacopo da Bologna: Aquil' altera

Francesco Landini (gest. 1397), der blinde Organist von Florenz, war der bedeutendste Komponist jener Zeit. Über 150 kunstvolle Liedsätze sind von ihm erhalten. Die Ballata hat zwei musikalische Teile, die drei Verse umfassende Ripresa/Volta (A) und die zweiversigen Piedi (B), die folgendermaßen hintereinander musiziert werden: A B B A A (hier: Non avrá ma pietá - S´ella sapesse - Sol pella sua - Forse da llei - Non avrá ma pietá).


Francesco Landini: Non avrà ma' pietà questa mia donna

Im Codex Faenza (Faenza, Biblioteca Communale Cod. 117), der aus dem Karmelitenkloster S. Paolo in Ferrara stammt und um 1410-1420 geschrieben wurde, stehen mehrere italienische und französische Liedsätze in einer Bearbeitung für Orgel. Dabei wird die Melodie in virtuose Figuration aufgelöst. Der französische Liedsatz Aspur (Aspe) refus ist aus jener Zeit nur in der hier zu hörenden Orgelbearbeitung erhalten.


Jacopo da Bologna: Aspire refus

Die höfischen Tänze wurden im allgemeinen nicht aufgezeichnet. In der Handschrift London (British Library Ms. Add. 29987) stehen allerdings zwischen den hier aufgezeichneten Liedsätzen einige Tanzmelodien, Istanpitte und Saltarelli. Einige haben Namen wie Lamento di Tristano, Principio di Virtu oder Isabella.


Istanpitta: Isabella

Istanpitta: Principio di Virtu

Vielleicht entstand die Handschrift kurz nach 1400 in Perugia; dort herrschten 1400-1402 die Visconti. Auch hier wird ein Bezug zur Hochzeit von Isabella von Valois und Gian Galeazzo Visconti - der den Beinamen "Principe di Virtu" führte - angenommen. In der Handschrift sind nur die Melodien aufgezeichnet; die Art der Ausführung und die Einrichtung der Begleitung stammen von den Interpreten.