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Archivale des Monats April 2006

Vor 200 Jahren: Württemberg wird Königreich

Wappen König Friedrichs I. von Württemberg

Vor zweihundert Jahren begann für Südwestdeutschland ein neues Zeitalter. Weil sich Württemberg auf die Seite Napoleons stellte, gelangte es zu einem größeren Territorium und erhielt eine Rangerhöhung: Am 1. Januar 1806 wurde Württemberg zum Königreich erhoben. Die Ereignisse, die die politische Ordnung Südwestdeutschlands um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert grundlegend veränderten, sind Teil einer großen Umwälzung, welche durch die Französische Revolution ausgelöst und von Napoleon in Deutschland und Europa durchgesetzt wurde.

Der Zwang zur territorialen Neuordnung zeichnete sich bereits seit 1789 ab, als Frankreich sämtliche Besitzungen, die deutsche Fürsten links des Rheins innehatten, enteignete und dafür Entschädigungen rechts des Rheins in Aussicht stellte. Württemberg schloss - wie andere Länder auch - mit Frankreich 1796 einen Separatfrieden ab, worin es die Rheingrenze und die Grundsätze der Entschädigungen anerkannte. Kaiser und Reich folgten im Frieden von Lunéville 1801. Die mit Napoleon geführten Verhandlungen legten die territorialen Veränderungen fest, die der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 bestätigte. Große Verdienste bei diesen Verhandlungen erwarb sich der damalige bevollmächtigte Gesandte Württembergs, Freiherr Philipp Christian Friedrich von Normann-Ehrenfels; ihm ist in dieser Ausstellung eine eigene Abteilung gewidmet.

Die Änderungen von 1803 sollten jedoch nur die erste Stufe von Säkularisation und Mediatisierung sein, die zweite folgte im Herbst 1805. Napoleons Außenpolitik hatte das Ziel, den Reichsverband aufzulösen und als Puffer ein Deutschland zu schaffen, das aus einer Reihe von deutschen Mittelstaaten bestehen sollte. Im Pressburger Frieden vom 26. Dezember 1805 verzichtete Kaiser Franz II. auf die habsburgischen Besitzungen im Breisgau und in Schwaben und akzeptierte die Erhebung Württembergs zum Königreich. Eines der zentralen Exponate dieser Foyerausstellung stellt deshalb auch das gedruckte Manifest über die Annahme der Königswürde durch König Friedrich I. von Württemberg vom 1. Januar 1806 dar. In ihm beruft sich Friedrich auf den französisch-württembergischen Staatsvertrag vom 12. Dezember 1805, der die Einzelheiten der Abmachungen mit Napoleon enthält.

Aus der Erlangung der Souveränität ergaben sich für Württemberg bedeutsame staatsrechtliche Konsequenzen. Kurfürst Friedrich hatte die 1803 erworbenen Besitzungen zu einem eigenen Staatswesen Neuwürttemberg zusammengefasst, das mit Altwürttemberg in Personalunion verbunden war. Im souveränen Königreich fanden sich Alt- und Neuwürttemberg in einem auf neuen Rechtsgrundlagen basierenden Staat vereinigt, weshalb Friedrich am 30. Dezember 1805 die landständische Vertretung aufhob und damit die Verfassung Altwürttembergs außer Kraft setzte. Dem Königreich eine neue Verfassung zu geben, gelang jedoch erst Jahre später.

Ein weiteres wichtiges Exponat dieser Ausstellung bildet die Rheinbundakte vom 12. Juli 1806. Mit ihr traten sechzehn deutsche Staaten aus dem Reichsverband aus und in eine Militärallianz mit Napoleon ein. Der Rheinbund verwirklichte den Gedanken eines Deutschland als Puffer und Bundesgenossen Frankreichs. Württemberg trat ihm nur widerstrebend bei, konnte sich aber den Wünschen des französischen Kaisers nicht entziehen. Der Rheinbund bedeutete das Ende des Deutschen Reiches. Franz II. legte am 6. August 1806 die Kaiserkrone nieder, und nach der Niederlage Preußens in den Schlachten bei Jena und Auerstädt am 14. Oktober 1806 traten die meisten noch verbliebenen deutschen Staaten dem Rheinbund bei.

Das Königreich Württemberg bildete von nun an eine territoriale Einheit, in der sich die Modernisierung des staatlichen Lebens vollzog. Im Geist des aufgeklärten Despotismus schuf König Friedrich eine einheitliche, den ganzen Staat umfassende, zentralistische bürokratische Verwaltung, die wesentliche Voraussetzungen für die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung Württembergs im 19. Jahrhundert schuf.