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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Beschlagnahmte Briefschaften. Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer 1737/38 >> 3. Nutzung und wissenschaftliche Auswertung des Aktenbestands >> Wissenschaftliche Auswertung der Akten

Wissenschaftliche Auswertung der Akten

Bis 1918 wurde der Forschung und interessierten Nutzern Einblick nur in einzelne Schriftstücke gewährt. Seitdem ist der Aktenbestand frei zugänglich. Aus der umfangreichen Literatur zu Oppenheimer werden hier nur einige wenige Beispiele gezeigt.

3.1 Manfed Zimmermann, Josef Süß Oppenheimer, ein Finanzmann des 18. Jahrhunderts

Zimmermanns Studie, die 1874 veröffentlicht wurde, stützte sich auf die zeitgenössischen Flugblätter und Schriften, aber auch auf die Akten des Pflichtverteitigers Oppenheimers, die in der Universitätsbibliothek Tübingen erhalten sind.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Dienstbibliothek


3.2 Curt Elwenspoek, Jud Süß Oppenheimer. Der große Finanzier und galante Abenteurer des 18. Jahrhunderts. Eine Darstellung auf Grund sämtlicher Akten, Dokumente, Überlieferungen

Buch von Curt Elwenspoek, Jud Süß Oppenheimer. Der große Finanzier und galante Abenteurer des 18. Jahrhunderts

Elwenspoek hat für seine populärwissenschaftliche Schrift, die 1926 erschien, den Bestand umfassend einsehen können. Einzelne Dokumente sind darin abgebildet, so das Schreiben, in dem der Herzog Oppenheimer auffordert, ihm Brillanten zu besorgen, und die Kassiber Oppenheimers an seinen Anwalt. Seitdem werden immer wieder dieselben Dokumente in Veröffentlichungen zu Oppenheimer abgebildet.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Dienstbibliothek


3.3 Antrag von Elwenspoek auf Einsichtnahme

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Kanzleiakte


3.4 Selma Stern, Jud Süss. Ein Beitrag zur deutschen und zur jüdischen Geschichte

1929 publizierte die jüdische Historikern Selma Stern ihre Biografie auf der Grundlage eingehender Aktenstudien. Im Anhang sind zahlreiche Dokumente wiedergegeben.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Dienstbibliothek


3.5 Hellmut G. Haasis, Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß, Finanzier, Freidenker, Justizopfer

Auch für diese 1998 veröffentlichte Biografie wurde der Aktenbestand intensiv genutzt.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Dienstbibliothek


3.6 Barbara Gerber, Jud Süß. Ein Beitrag zur Historischen Antisemitismus- und Rezeptionsforschung

In der 1999 publizierten Dissertation wurde die Nachwirkung des Stoffes untersucht.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Dienstbibliothek


3.7 Alexandra Przyrembel, Jörg Schönert (Hrsg.), "Jud Süß", Hofjude, literarische Figur, antisemitisches Zerrbild

In der Publikation von 2006 sind die Referate wiedergegeben, die 2004 auf einer internationalen und interdisziplinären Tagung gehalten wurden, die sich ebenfalls mit der Nachwirkung Oppenheimers in der Literatur, im Film und in den Medien befasst hat. Die jüngste Forschung hat sich stark auf solche Fragestellungen konzentriert.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Dienstbibliothek


3.8 Neue Publikationen

  1. Gudrun Emberger, Joseph Süß Oppenheimer. Vom Günstling zum Sündenbock. - In ihrem Aufsatz von 2001 zeigt Emberger, dass die Wirkungsgeschichte zum Geschehen den historischen Kern überwuchert hat.
  2. Peter H. Wilson, Der Favorit als Sündenbock. Joseph Süß Oppenheimer. - In dem Aufsatz von 2004 belegt Wilson, dass Oppenheimer als Sündenbock für die Politik des verstorbenen Herzogs herhalten musste und seine politische Einflussnahme von der bisherigen Forschung weit überschätzt wurde.
  3. Oliver Auge, Holzinger, Enzlin, Oppenheimer. Günstlingsfäller am spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Hof der Württemberger. - In dem Aufsatz von 2004 zeigt Auge, dass in Württemberg der Aufstieg und Fall von Oppenheimer nach bestimmten Grundmustern verlief, die auch auf andere herzogliche Berater zutreffen, die in Konflikte mit der Ehrbarkeit geraten waren.
  4. Robert Kretzschmar, Eine Vorlage für den Film "Jud Süß"? Die Akten zum "Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer" und ihre Nutzung im Nationalsozialismus. - In dem Aufsatz von 2007 wird die Nutzung der Akten im Nationalsozialismus dargestellt. Eine weitere Publikation, die Kretzschmar zur Entstehungsgeschichte und Struktur des Aktenbestands aus archivwissenschaftlicher und aktenkundlicher Sicht verfasst hat, wird demnächst publiziert.

Die Forschung geht weiter

In der Literatur findet sich immer wieder der Hinweis, als "Jud Süß" sei Oppenheimer erst nach seiner Verhaftung in diskriminierender Weise bezeichnet worden. Doch belegt dieses Schriftstück von 1734, dass Oppenheimer auch schon zu Beginn seiner Karriere in Württemberg so genannt wurde.

Anhand des Archivbestands sind die Thesen der Forschung überprüfbar. Im Bestand gibt es noch vieles zu entdecken und zu erforschen.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 7 Bü 15