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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Beschlagnahmte Briefschaften. Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer 1737/38 >> 2. Die authentischen Quellen >> Beschlagnahmung und Aufbereitung von Unterlagen für die Anklage

Beschlagnahmung und Aufbereitung von Unterlagen für die Anklage

Das Vermögen Oppenheimers wurde nach seiner Verhaftung beschlagnahmt. Eine Inventurdeputation hat es inventarisiert und verwaltet. Sichergestellt wurde alles, was in seinen Dienst- und Wohnräumen in Stuttgart, Ludwigsburg, Frankfurt und Heidelberg angetroffen wurde.

Die beschlagnahmten Unterlagen wurden von der Inquisitionskommission systematisch aufbereitet, um als Beweismaterial gegen Oppenheimer verwendet zu werden. Sie wurden in Akteneinheiten zusammengefasst und in Inventaren dazu - so genannten Direktorien - aufgelistet.

Zur Aufbereitung der Akten

Ziel dabei war, Unterlagen zu finden und zusammen zu stellen, die zur "Begründung" des Todesurteils, das von Anfang an feststand, dienen konnten. Hieraus erklärt sich die Vielzahl der Anklagepunkte.

Zu den Zielen der Anklage

Peter H. Wilson (2004)

Im Rahmen des Prozesses wurden große Anstrengungen unternommen, um Art und Ausmaß des Einflusses, den Süß auf den Herzog ausgeübt habe, aufzuzeigen. Die Prozeßakten vermitteln jenes Bild, für das ein württembergischer Historiker des 19. Jahrhunderts den Titel des "schlauen Juden", der seinen Herzog hintergehe, aufgestellt hat. Süß wurde archetypisch als böser Ratgeber eines zwar guten, aber schwachen Monarchen gezeichnet.

Indes ist ein solches Bild völlig falsch. Karl Alexander war insgesamt ein starker Charakter, hitzig und ungeduldig, der im eigentlichen Sinne des Wortes im kaiserlichen Militärdienst großgeworden war, im zarten Alter von elf Jahren seine Feuertaufe erhalten hatte und bis zum österreichischen Feldmarschall und Gouverneur von Serbien avanciert war, bevor er schließlich Herzog von Württemberg wurde. Wenn Zeitgenossen ihn beschrieben, legten sie besonderes Gewicht auf sein martialisches Wesen: Seine Anordnungen waren Befehle, die unverzüglich und ohne jede Nachfrage oder Widerspruch auszuführen waren.

2.6 Inventarliste

Inventar der 1737 in der Frankfurter Wohnung Oppenheimer vorgefundenen und gerichtlich versiegelten Gegenstände.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 98


2.7 Die Akteneinheit "E" der in Frankfurt beschlagnahmten Akten

Solche Aufschriebe befanden sich jeweils am Anfang der Akte und dienten quasi als Aktendeckel.

"Süßische Acta Francofortenses Fasciculum E"

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 81


2.8 14 Aktenstücke, die dem Hofrat Luther zur Auswertung übergeben wurden

Die Schriftstücke betreffen finanzielle Forderungen Oppenheimers an die Herzogin von Württemberg. Über sie wurde ein gesondertes Verzeichnis erstellt.

Der württembergische Hofrat Dr. Heinrich Ehrenfried Luther war mit der Zusammenstellung der Unterlagen beauftragt. Oppenheimer hatte ihn 1733 aus dem Amt des Residenten in Frankfurt verdrängt. Nach der Verhaftung Oppenheimers wurde Luther wieder als württembergischer Resident in Frankfurt bestellt.


Aktenvermerk über die finanziellen Forderungen Oppenheimers an die Herzogin von Württemberg

"Lit. K. Ist den 28. Augusti 1737 dem Herrn Hof-Rath Luther extradiret worden. Vierzehn Piecen, worvon numero 9 manngelt, die Forderungen an die Frau Hertzogin von Würtemberg Fürstliche Durchlaucht betreffend, worüber eine à parte Verzeichnüß gefertigt ist."

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 81


2.9 Verzeichnis von Schrifstücken, die ebenfalls dem Hofrat Luther übergeben wurden

Die einzelnen Dokumente sind auf dem Aktenumschlag aufgelistet. Erhalten hat sich eine ganze Serie solcher Akteneinheiten. "Lit. G. Allerhand Copeyen, so den 28. Augusti 1737 an Herrn Hof-Rath Luther extradiret worden. 1. Copia eines offenen patents [?]."

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 80


2.10 Dokumente der Herzogin

Schriftstücke, die die aus der Sicht der Ermittler dubiosen Beziehungen Oppenheimers zur Herzogin dokumentieren sollten, wurden zusammengeführt.

"Documenta wegen Ihro Hochfürstliche Durchlaucht der Frau Hertzogin"

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 22


2.11 Randnotizen zur Vorbereitung der Anklage

Bei der Auflistung der Unterlagen wurden zum Teil Stichworte am Rande notiert, um sie den verschiedenen Anklagepunkten gegen Oppenheimer zuzuordnen. Neben dem ersten Schriftstück, das hier aufgelistet ist, steht "Negotia", neben dem zweiten "Projecte". Weitere Betreffe im Folgenden sind u.a. Zollfreiheit, Münzen, Juwelen, Proviantlieferung.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 43


2.12 Aktenvermerke über die vorgefundenen und aufbereiteten Unterlagen

Über die Sichtung der beschlagnahmten Dokumente haben sich Aktenvermerke erhalten, in denen das vorgefundene Material und das Vorgehen bei der Aufbereitung detailliert beschrieben sind.


Aktenvermerk über die vorgefundenen Unterlagen

"Pro Nota. Als man am 9ten Dezembris 1737 mit Durchgeh-, Separir- und Aufzeichnung der Süsischen Archiv-Documenten fertig worden, so hat man die sämtlichen übrige und vorhandene Süßische Süsische Scripturen revidiret, und ausser dem das Gold- und Silber-Lieferungs-Wesen betreffende wie auch ausser den hebräischen Papierenl, dato gefunden noch zur Zeit ohneingefädmet:

1 Convolut Haushaltungs-Rechnungen und Notizen,

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 121 I