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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Beschlagnahmte Briefschaften. Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer 1737/38 >> 1. Ein zeitgenössisches Medienspektakel und fiktionale Bearbeitungen >> Die zeitgenössische Publizistik: Häme und Schadenfreue

Die zeitgenössische Publizistik: Häme und Schadenfreue

1.1 Flugblätter und Kupferstich

Kupferstich
Joseph Süß Oppenheimer, Verbotene Lust, List, Lügen und Betrug, an Galgen trug

Schon bald nach der Verhaftung, vor allem dann aber nach der Hinrichtung entstand eine Flut von Flugblättern, die über das Geschehen berichteten und offensichtlich ihre Käufer und weite Verbreitung fanden. Als Schmähschriften waren sie voller Schadenfreude über den Sturz des "Juden", dessen Aufstieg und Fall oft auch allegorisch dargestellt wurde.

In den Texten und Bildern wird häufig auf amouröse Beziehungen Oppenheimers zu verschiedenen Frauen abgehoben. Seine Lebensgefährtin Luciana Fischer steht hinter ihm in einem Bildnis, seine "drei Hauptmaitressen" streiten sich um sein "Erbgut", seine Geliebten erscheinen ihm als "fatales Traumgesicht", und am Fuße des Galgens platzierte man ein "Lamentierendes Jud Süssisches Frauenzimmer".

Eine Gedenkmedaille zur Erinnerung an die Hinrichtung, Holzschnitt

Die Hinrichtung Oppenheimers wurde in Kupferstichen dargestellt. Jenseits aller Tendenzen, die ihnen zugrunde liegen, geben sie ein realistisches Bild von der Vollstreckung des Urteils, die publikumswirksam inszeniert war.

Sechs Jahre lang bleibt die Leiche im Käfig hängen, zur Einschüchterung aller Juden. 1744 läßt der junge Herzog Carl Eugen, soeben auf den Thron gekommen, das Gerippe am Fuße des Galgens verscharren. Das geheime Grab lag in der Wolframshalde; die Stelle wäre heute bei den drei Hochhäusern in der Mönchstraße zu suchen. An zwei von Süß` Richtern erinnern Grabplatten in der westlichen Vorhalle der Tübinger Stiftskirche [?].

Zitat: Hellmut G. Haasis, Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß, Finanzier, Freidenker, Justizopfer, Reinbek 1998

Abb.: Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Stadtarchiv Stuttgart


1.2 Handliche Druckschriften

Die Geschichte des Joseph Süß Oppenheimer wurde auch in zynischen Schriften erzählt, für die man die Form wissenschaftlicher Traktate gewählt hatte. Dazu kamen Schmähgedichte und fiktionale Dialoge, die ebenfalls als Druckschriften verbreitet wurden.

Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 48/14 Bü. 113

1.3 Joseph Süß Oppenheimer - sein Leben in Stichworten

  • wohl 1698 Geburt in Heidelberg als Sohn des Händlers Issachar Süßkind Oppenheimer und der Michele Chasan
  • zwischen 1717 und 1735 Tätigkeit als Privatbankier und Großkaufmann in Frankfurt am Main
  • 1723 Pächter des kurpfälzischen Stempelpapiers, 1733 Münzproduzent des Landgrafen von Hessen-Darmstadt
  • 1732 Hof- und Kriegsfaktor sowie Schatullenverwalter des Prinzen Karl Alexander von Württemberg aus der Seitenlinie Württemberg-Winnenthal und seiner Frau Maria Augusta aus dem Hause Thurn und Taxis
  • 1733 tritt Karl Alexander die Nachfolge seines erbenlos verstorbenen Vetters Eberhard Ludwig als regierender Herzog in Württemberg an
  • unmittelbar danach Ernennung Oppenheimers zum Württembergischen Residenten in Frankfurt am Main, zugleich Tätigkeit als Hoffaktor
  • 1736 Ernennung zum Geheimen Finanzienrat mit ständig freiem Zutritt zum Herzog
  • 12. März 1737 Tod des Herzogs, sofort danach Verhaftung Oppenheimers.
    Die Anklage lautet auf Hochverrat, Majestätsbeleidigung, Aussaugung des Landes, Gründung neuer Ministerien und Ämter, Beraubung der Kassen, Dienstkauf, Ämterhandel, Bestechlichkeit, Errichtung von Pachtunternehmen, Münzverschlechterung und Kränkung der Landesreligion
  • 4. Februar 1738 Hinrichtung Joseph Süß Oppenheimers in Stuttgart. Sein Leichnam wird danach sechs Jahre lang in einem eisernen Käfig zur Schau gestellt

1.4 Fotografie Herzog Karl Alexander von Württemberg

Herzog Karl Alexander von Württemberg (1684-1737) aus der Linie Winnental regierte Württemberg von 1733 bis 1737


1.5 Fotografie Maria Augusta

Verheiratet war Karl Alexander mit Maria Augusta aus dem Hause Thurn und Taxis (1708 -1756)


1.6 Fotografie Denkmal

Denkmal im Hof des Schlosses Winnental für den Mops Karl Alexanders. Der Hund hatte seinen Herren während der Türkenkriege begleitet und - nachdem er ihn bei Belgrad verloren hatte - alleine den Weg nach Winnental gefunden.

1.7 Haus in Ludwigsburg

Oppenheimer Haus in Ludwigsburg in der Mömpelgardstraße

In diesem Haus in Ludwigsburg lebte Oppenheimer eine Zeit lang ganz in der Nähe des Schlosses. Es steht noch heute in der Mömpelgardstraße.


1.8 Fotografie Palais

In Stuttgart bewohnte Oppenheimer in der Seegasse dieses Palais. Es ist nicht mehr erhalten.


1.9 Fotografie Philipp Friedrich Jäger

Philipp Friedrich Jäger, Untersuchungsrichter im Prozess gegen Oppenheimer