Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Beschlagnahmte Briefschaften. Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer 1737/38 >> 1. Ein zeitgenössisches Medienspektakel und fiktionale Bearbeitungen

1. Ein zeitgenössisches Medienspektakel und fiktionale Bearbeitungen

Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer hat zu seiner Zeit höchste Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregt. Die Hinrichtung wurde als Spektakel inszeniert und vor einem massenhaften Publikum vollzogen. Zahllose Flugschriften, die ihre Käufer fanden, berichteten darüber. Namhafte Kupferstecher wie Elias Baeck aus Augsburg schufen Illustrationen vom Geschehen. Sie waren zum Teil eigens nach Stuttgart gereist, um ihm beizuwohnen.

Das Bild Joseph Süß Oppenheimers wurde davon nachhaltig geprägt. Die Geschichte des Juden, von seinem Aufstieg und Fall, wurde auch auf Gedenkmedaillen und in der gefälligen Form einer "Schraubmedaille" erzählt, sie lieferte den Stoff für eine populäre Alltagskultur.

Literarisch wurde dieser Stoff unter anderem 1826 von Wilhelm Hauff und gut hundert Jahre später von Lion Feuchtwanger bearbeitet.

Veit Harlan legte ihn 1940 seinem abscheulichen antisemitischen Hetzfilm "Jud Süß" zugrunde.

In unseren Tagen hat man den Fall des Joseph Süß Oppenheimer für ein Theaterstück aufgegriffen, das im Dezember 1999 in Stuttgart uraufgeführt wurde. Im selben Jahr wurde in Bremen eine Oper erstmals inszeniert.

Das Schicksal des Jospeh Süß Oppenheimer hat so eine Nachwirkung von ganz eigener Dynamik entfaltet. Die Forschung hat sich mehr mit dieser Nachwirkung als mit dem Geschehen selbst befasst. Zutreffend wurde 2001 von Gudrun Emberger festgestellt, dass "die Wirkungsgeschichte den historischen Kern" überwuchert.