Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Landschaft, Land und Leute. Politische Partizipation in Württemberg 1457-2007 >> Internetausstellung Landschaft, Land und Leute >> 5. Fürst und Landstände im Absolutismus

5. Fürst und Landstände im Absolutismus

  • Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg . Um 1720
    Ölgemälde. Inventar Nr. 2433 Schloss Ludwigsburg

Herzog Eberhard Ludwig
Die Regentschaft von Herzog Eberhard Ludwig (selbständig 1693-1733) war von außen- und innenpolitischen Konflikten bestimmt. Außenpolitisch waren die Reichskriege mit Frankreich das Hauptproblem, innenpolitisch gingen die Differenzen mit den Landständen um Steuererhebungen und Heeresfragen weiter. Die Entfremdung zwischen Landesherr und Land kam auch in der Verlegung der Residenz 1724 von Stuttgart nach Ludwigsburg zum Ausdruck.

Allerdings konnte der Herzog noch im selben Jahr die Landschaft zur dauerhaften Bewilligung von Geldern für ein stehendes Heer bewegen. Im Sinne der zeitgenössischen absolutistischen Staatsgestaltung wollte er eine merkantilistische Wirtschaftspolitik führen und das Steuerwesen reformieren, was jedoch gegen den Widerstand der Landstände nur ansatzweise gelang.


  • Herzog Carl Alexander von Württemberg. Um 1735
    Ölgemälde. Jan Philipp van der Schlichte zugeschrieben.

Herzog Carl Alexander
Das Verhältnis zwischen Fürst und Landständen als auch zu den württembergischen Führungsschichten sollte sich unter Herzog Carl Alexander (1733-1737) zunächst ansatzweise verbessern. Landschaft und Rat rangen dem katholischen und landfremden Nachfolger Eberhard Ludwigs aus der Winnentaler Seitenlinie umfangreiche Privilegien ab. Die Politik des Herzogs zielte darauf, dies wieder rückgängig zu machen. Zugleich vergrößerte er seinen finanziellen Spielraum, wozu er sich der Dienste des jüdischen Finanziers Joseph Süß Oppenheimer bediente. Damit geriet Carl Alexander in Konflikt mit den Vorstellungen der alten politischen Elite des Landes und der Regierungsvertreter, die er zunehmend aus der politischen Partizipation ausschloss. Nach dem plötzlichen Tod Carl Alexanders 1737 nahmen diese Kreise Rache an Oppenheimer, der nach einem widerrechtlichen Kriminalprozess hingerichtet wurde.


  • "Wer großer Herren Gunst missbraucht" (nach 1738)
    Posthumer Kupferstich Joseph Süß Oppenheimers.
    WLB, Graphische Sammlung

Joseph Süß Oppenheimer
Ansicht ganzes Dokument: Abbildung anklicken


  • Oppenheimer am Galgen (nach 1738)
    Kupferstich, WLB, Graphische Sammlung

Kupferstich Oppenheimer am Galgen
Mehr Informationen zum Prozeß gegen Oppenheimer
Link zur virtuellen Ausstellung: Beschlagnahmte Briefschaften.
Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer 1737/38
bearbeitet von Robert Kretzschmar


  • Herzog Carl Eugen von Württemberg
    Zeitgenössisches Ölgemälde. Privatbesitz.

Herzog Carl Eugen
Als dominante Herrscherpersönlichkeit sollte Herzog Carl Eugen im späten 18. Jahrhundert den württembergischen Hof weit über den deutschen Südwesten hinaus glänzen lassen. Den Fürstenhäusern Europas wollte er durch seine höfische Prachtentfaltung auch den Machtanspruch Württembergs vor Augen führen. Zunächst in engem Kontakt mit Preußen, dann mit Österreich forcierte er die militärische Aufrüstung, allerdings ohne wesentlichen Erfolg.


Die damit einhergehende Konfrontation mit den Landständen gipfelte in der Verhaftung des berühmten Staatsrechtslehrers und Landschaftskonsulenten Johann Jakob Moser, der mehr als fünf Jahre auf der Festung Hohentwiel eingekerkert wurde. Allerdings konnte sich der absolutistische Obrigkeitsstaat nicht nachhaltig im Herzogtum Württemberg durchsetzen, die landständischen Vertretungen sollten auch im 18. Jahrhundert ihre politische Bedeutung erhalten.


  • Württembergischer Erbvergleich. 1770.
    Papierlibell. HStAS A 37 U 59
    Ansicht Dokument: Siegel anklicken

HSTAS A 37 U 59. Hier anklicken.
Der Herzog musste schließlich einlenken und schloss 1770 eine Herrschaftsvereinbarung mit den Landständen, den sogenannten "Erbvergleich", das letzte große Staatsgrundgesetz des Herzogtums Württemberg, das die alten Rechte der Landstände neu verbriefte.


Das Arrangement mit den Eliten des Landes führte nun zu einer wachsenden Machtstellung der Landstände und gleichzeitig zur Modernisierung des Landes, vor allem im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich.


  • Sitzordnung des Landtags. 1763.
    Kolorierte Zeichnung. HStAS A 2003 Bü 142

Sitzordnung des Landtags. 1763.


  • Grafik: Verfassung des Herzogtums Württemberg (1514-1805)

hier anklicken


zum Vergrößern der Ausstellungsexponate Bilder anklicken