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Aufforderung zur Denunziation als Propagandamittel

Gudrun Emberger (2004)

Gerade diese zwischen März und Mai 1737 öffentlich verlesenen und an den Rathäusern sichtbar angeschlagenen amtlichen Aufforderungen an alle Beamten und Untertanen zur Denunziation haben zweifellos ganz entscheidend zur Publizität des Falles Joseph Süß Oppenheimer beigetragen. Die Kunde von den üblen Machenschaften und dem jähren Fall des Juden Süß Oppenheimer fand dadurch von Anfang an weite Verbreitung und sorgte für entsprechende Stimmung im Land. Auch die außergewöhnliche Publikationsflut, die bald nach Oppenheimers Gefangennahme einsetzte, könnte auf diese amtlicherseits geschaffene Prozessöffentlichkeit zurückgehen, eine Öffentlichkeit, die manipulierbar war. Indem die Regierung Joseph Süß Oppenheimer als Verbrecher darstellte, der dem Land und seinen Untertanen nichts als Schaden zugefügt hatte, bot man einen Schuldigen für die ganzen angeblichen und tatsächlichen Missstände der Politik unter Herzog Carl Alexander, der zur Rechenschaft gezogen werden musste.

Zitat: Gudrun Emberger, Rotraud Ries, Der Fall Joseph Süß Oppenheimer: Zum historischen Kern und den Wurzeln seiner Medialisierung. In: Alexandra Przyrembel, Jörg Schönert (Hrsg.), "Jud Süß". Hofjude, literarische Figur, antisemitisches Zerrbild, Frankfurt/New York 2006, S. 29-55