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Landesarchiv >> Staatsarchiv Wertheim >> Angebote für Schulen und Gruppen >> Bausteine zur Geschichte der Grafen von Löwenstein-Wertheim >> Das Wertheimer Erbe

Das Wertheimer Erbe

Dr. Volker Hirsch

1549 heiratete Graf Michael von Wertheim die älteste Tochter Katharina des Grafen Ludwig von Stolberg-Königstein und gewann damit die Aussicht auf ein reiches Erbe, denn die Braut und ihre beiden jüngeren Schwestern waren die einzigen Nachkommen des Grafen. Die Bedingungen der Heirat wurden in umfangreichen Eheverträgen aus demselben Jahr geregelt. Allerdings wandelte sich das Blatt, als Graf Michael 1556 überraschend ohne männliche Nachkommen starb.

Nun war es Graf Ludwig von Stolberg-Königstein, der versuchte, ein vielversprechendes Erbe für seine Nachkommen zu sichern. Dank seiner guten Kontakte zum Kaiserhof, Ludwig war oberster Münzaufseher im Reich und bekleidete überdies die Würde eines Reichserbkämmerers, wurde er am 6. Juli mit den böhmischen, am 7. August 1556 mit den Reichslehen der Grafschaft Wertheim belehnt.

Von großer Bedeutung waren auch die würzburgischen Lehen. Anders als Kaiser Ferdinand I., der gegenüber Ludwig großes Entgegenkommen zeigte, versuchte Bischof Melchior von Würzburg, aus der erneuten Vergabe der heimgefallenen Lehen seinen Vorteil und Nutzen zu ziehen. Nach längeren Verhandlungen wurde am 16. August 1556 ein Vertrag geschlossen. Neben der immensen Summe von 25000 Gulden, die Graf Ludwig zu zahlen hatte, musste er hinnehmen, dass Lehensobjekte in den Vertrag aufgenommen wurden, für welche die Würzburger Lehensherrschaft bisher nicht belegt war. Ein weiterer, kaum zu erklärender, aber für die folgende Entwicklung entscheidender Punkt war, dass nur die männlichen Nachkommen von Stolbergs älteren Töchtern Katharina und Elisabeth als zukünftige Erben der Würzburger Lehen nachfolgen sollten, die jüngste Tochter Anna wurde nicht genannt.

Zehn Jahre später, nachdem seine Töchter verheiratet waren, holte Ludwig dies nach. Graf Ludwig von Stolberg-Königstein bestimmte, dass seine drei Töchter in ihrem Erbe der Grafschaft Wertheim, der Herrschaft Breuberg und der wallonischen Grafschaft Rochefort gleichberechtigt sein sollten. Seine anderen Besitzungen waren für seine Stolberger Brüder und Vettern bestimmt. Allerdings war dieser Vertrag vom Dezember des Jahres 1566, der nur im Rosenberger Archiv überliefert ist, ohne würzburgische Beteiligung zustande gekommen, was später Anlass zu heftigen Konflikten gab.

Unter großen Anstrengungen hatte Graf Ludwig von Stolberg-Königstein sich das Wertheimer Erbe sichern können. Nach seinem Tod 1574 begann die gemeinsame Herrschaft seiner drei Schwiegersöhne.

Weiterführende Literatur:

Ehmer, Hermann: Geschichte der Grafschaft Wertheim, Wertheim 1989.