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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Aktuelles der Abteilung >> Frisch entstaubt >> Von der Zollvereinszählung bis zur "restlosen Erfassung" im Dritten Reich

Von der Zollvereinszählung bis zur "restlosen Erfassung" im Dritten Reich

Statistisches Landesamt übergibt Volkszählungsunterlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert an das Staatsarchiv Ludwigsburg

18.3.2008

Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamt, und Wolfgang Walla bei der Übergabe der Statistiken an das Landesarchiv


Wertvolle, bis ins 19. Jahrhundert zurückreichende statistische Unterlagen hat das Statistische Landesamt im Februar diesen Jahres an das Landesarchiv Baden-Württemberg (Staatsarchiv Ludwigsburg) abgegeben. Die enge Zusammenarbeit der beiden Behörden bei der Sicherung und Zugänglichmachung historisch bedeutsamer Altstatistiken wurde damit fortgesetzt.

Nachdem bereits seit längerem das Urmaterial zu den Volkszählungen von 1925, 1946, 1950 und 1970 im Staatsarchiv lagert, konnten nun auch Unterlagen über eine Reihe von bislang nicht dokumentierten älteren Volkszählungen in das Archiv überführt werden. Im einzelnen handelt es sich um die sog. Oberamtsmappen mit statistischen Unterlagen ab 1834 und um die - teilweise nie veröffentlichten - Ergebnis-Tabellen der Volkszählungen von 1882 bis 1939 in Württemberg.

Als das Königreich Württemberg im Jahr 1834 den Deutschen Zollverein beitrat, verpflichtete es sich, im Dreijahresrhythmus nach einheitlichen Vorgaben Zahl und Zusammensetzung seiner Bevölkerung zu ermitteln. Nach dem Beitritt Württembergs zum Deutschen Reich wurde aus der "Zollvereinsstatistik" die "Reichsstatistik", die nach ähnlichen Kriterien, jedoch nur noch alle fünf Jahre, erstellt wurde. Die letzte dieser Erhebungen fand im Jahr 1939 statt. Bei den ersten Zählungen war die Zahl der erhobenen Merkmale noch recht gering; anfänglich wurde lediglich zwischen zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Jung und Alt unterschieden. Später wurde die Liste der abgefragten Merkmale immer länger, bis man schließlich im Dritten Reich eine nahezu "restlose Erfassung" der Bevölkerung betrieben hat. Die Ergebnisse dieser Statistiken liegen für alle Gemeinden der insgesamt 64 württembergischen Oberämter in Form der sog. Oberamtsmappen gesammelt vor (heute Bestand E 258 VIII des Staatsarchivs Ludwigsburg).

Die Tabellen der Volkszählungen ab 1882 (heute Bestand E 258 IX) enthalten weitere aggregierte Daten dieser Zählungen. Von herausragender Bedeutung sind dabei die Listen über die Zählungen von 1933 und 1939, da diese nicht veröffentlicht wurden und insbesondere die letztere Teil der Kriegsvorbereitungen war. Die Ergebnisse beider Zählungen waren überdies ein wichtiges Hilfsmittel bei der Ausgrenzung und Vernichtung des jüdischen Bevölkerungsanteils. Angesichts des herausragenden Charakters dieser Unterlagen hat das Statistische Landesamt selbst bereits vor einiger Zeit konservatorische Maßnahmen (Entsäuerung) an den Dokumenten durchgeführt, um dem drohenden Papierzerfall zu begegnen.

Da die archivrechtlichen Sperrfristen für sämtliche Unterlagen abgelaufen sind, können beide Bestände ab sofort im Lesesaal des Staatsarchivs Ludwigsburg genutzt werden.