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Landesarchiv >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Aktuelles der Abteilung >> Ausstellungen >> Eine Königin vom Scheitel bis zur Zehe. Olga - Königin von Württemberg (1822-1892)

Eine Königin vom Scheitel bis zur Zehe. Olga - Königin von Württemberg (1822-1892)

Ausstellung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart

20.11.2008 bis 22.03.2009

Einladung zur Ausstellung über Königin Olga

1846 heiratete Kronprinz Karl von Württemberg die schöne Großfürstin Olga (1822-1892), Tochter des Zaren Nikolaus I. und der Zarin Alexandra Feodorowna. Damit kam, nach Königin Katharina, die zweite russische Zarentochter auf den württembergischen Thron.

Wo immer die Kronprinzessin und spätere Königin Olga in der Öffentlichkeit erschien, waren ihr Respekt und verehrungsvolle Hochachtung sicher. Sie war königlich vom Scheitel bis zur Zehe in ihrem ganzen Wesen und Gebaren, wie Freifrau Hildegard von Spitzemberg in ihrem Tagebuch festhielt. Auch in schwierigen Zeiten wusste sie Haltung zu bewahren. Olga engagierte sich besonders im sozialen Bereich; ihr reiches Privatvermögen gab ihr dazu die nötigen Mittel. Ihr karitatives Engagement prägt noch heute die Erinnerung an sie.

Enge dynastische Beziehungen zwischen Russland und Württemberg

Die Verbindungen zwischen dem Haus Württemberg und dem russischen Zarenhaus (Haus Romanow-Holstein-Gottorp) waren sehr eng. Mit keinem anderen Herrscherhaus unterhielt das Haus Württemberg so nahe verwandtschaftliche Beziehungen. Von 1776 bis 1874 kamen in vier Generationen insgesamt fünf Ehen zwischen beiden Herrscherfamilien zustande. Wie fast alle Fürstenehen zu damaliger Zeit wurden diese aus politischem und dynastischem Kalkül geschlossen. Am Beginn steht 1776 die Hochzeit der Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg (verheiratete Maria Feodorowna von Russland) mit dem späteren Zaren Paul I. In der Folge schenkte das Zarenhaus Württemberg zwei Königinnen: Katharina, die Gemahlin Wilhelms I., sowie Olga. Auch zwischen Nachgeborenen beider Häuser gab es Heiraten: Prinzessin Charlotte von Württemberg (Großfürstin Helena Pawlowna) ehelichte Großfürst Michael von Russland und Großfürstin Wera, die Nichte und Adoptivtochter Olgas, Herzog Wilhelm Eugen von Württemberg.

Glück in Kindheit und Jugend

Eine wichtige Quelle für Olgas Kindheit und Jugend am Zarenhof sind ihre Memoiren Traum der Jugend goldner Stern, die Olga 1881 bis 1883 schrieb und die als Manuskript im Hauptstaatsarchiv verwahrt werden. Darin schildert Olga das Leben am Zarenhof und ihre Erziehung durch Hauslehrer und Gouvernanten. Bereits mit fünf Jahren sprach Olga französisch, russisch und englisch. Olgas Eltern, Zar Nikolaus I. und Zarin Alexandra Feodorowna, gestatteten ihren Kindern gewisse Freiheiten und unbeschwertes Spielen, was für eine Fürstenerziehung in dieser Zeit eher ungewöhnlich war. Als Olga ins heiratsfähige Alter kam, drehte sich auch für sie das Heiratskarussell. Als mögliche Kandidaten wurden unter anderem der spätere König Maximilian II. von Bayern und Erzherzog Stephan Viktor von Österreich gehandelt. Die Heirat mit Letzterem scheiterte schließlich an der Konfessionsfrage, da Olga ihren russisch-orthodoxen Glauben nicht aufgeben durfte.

Oh, welches Glück zu lieben! - Eine glanzvolle Hochzeit

Nachdem das Heiratsprojekt mit Erzherzog Stephan von Österreich gescheitet war, brachte der russische Gesandte in Stuttgart, Fürst Gortschakow, Kronprinz Karl von Württemberg ins Gespräch. Karl war einer Heirat mit der schönen und vermögenden Zarentochter nicht abgeneigt. Die erste Begegnung fand im Januar 1846 in Palermo statt, wo Olga zusammen mit ihrer gesundheitlich angegriffenen Mutter den Winter verbrachte. Die Tage des näheren Kennenlernens verliefen positiv, und bereits am 18. Januar gaben Karl und Olga ihre Verlobung bekannt. Nachdem man alle Vorbereitungen getroffen hatte und der Heiratsvertrag abgeschlossen war, fanden am 7. Juli 1846 die zeremonielle Verlobungsfeier und am 13. Juli die prunkvollen Hochzeitsfeierlichkeiten in St. Petersburg statt. Am 23. September zog das jungvermählte Paar mit zahlreichem Gefolge in Stuttgart ein, wo ihnen ein großartiger Empfang bereitet wurde. Für Olga begann nun ein neuer - nicht immer leichter - Lebensabschnitt am württembergischen Hof.

Sich neu einzurichten ist eine Zerstreuung für die Kronprinzessin ...

Als Olga 1846 nach Württemberg kam, befanden sich gerade zwei Bauprojekte für den Kronprinzen in Ausführung und Planung. Das Kronprinzenpalais sollte dem Paar als angemessene und repräsentative Wohnung in Stuttgart dienen. Die Baukosten für das Gebäude übernahm das Finanzministerium, während die Innenausstattung aus Privatmitteln bezahlt werden sollte, wozu auch die aus St. Petersburg stammende Aussteuer von Olga beitrug. Als privaten Wohnsitz wollte sich Kronprinz Karl jedoch eine Villa außerhalb Stuttgarts bauen lassen. Die Pläne für die Villa Berg ließen sich Olga und ihre Mutter bereits in der Verlobungszeit zeigen. In der Folge konnten diese großzügig erweitert werden, denn die Geldmittel, die Olga mitbrachte, schufen völlig neue Voraussetzungen. Mit den Bauten für Kronprinz Karl wurden die letzten größeren Schlossbauvorhaben des württembergischen Hofs realisiert; in der Folgezeit gab es nur noch Umbauten im Neuen Schloss und in den Schlössern in Friedrichshafen und Bebenhausen.

... j'y songe avec Heimweh - Briefe voller Sehnsucht nach St. Petersburg

Olga führte Zeit ihres Lebens eine umfangreiche Korrespondenz, um die räumliche Distanz zu ihren Angehörigen, befreundeten Personen und Politikern zu überwinden.

Einen Ausschnitt aus dieser Überlieferung konnte das Hauptstaatsarchiv Stuttgart vor kurzer Zeit erwerben. Auf einem Flohmarkt fanden sich Briefe, die - in einer stark verschliffenen Schrift - auf äußerst reizvollem Briefpapier geschrieben waren. Die Unterschrift "Oly" und die Tatsache, dass es sich bei den Abbildungen um Gebäude der Sommerresidenzen der Zarenfamilie handelt, wiesen auf die Zarentochter Olga als Briefschreiberin hin. Das Konvolut umfasst circa 80 Briefe: Die ältesten schrieb Olga als 16-Jährige, der größte Teil stammt jedoch aus ihrer Zeit als Kronprinzessin am württembergischen Hof. Eine Serie von Briefen verfasste sie 1848 an ihre Schwägerin und Freundin Marie, die Frau ihres ältesten Bruders Alexander, die anderen, vor allem aus dem Jahr 1853, an ihre Mutter Zarin Alexandra Feodorowna.

Sie bekümmert sich um alles - großfürstliche und königliche Wohltätigkeit

Das traditionelle Betätigungsfeld der Frauen der Landesfürsten war das der Mildtätigkeit. Als Wohltäterin ist Königin Olga bis heute positiv in Erinnerung geblieben. Noch immer tragen viele Einrichtungen ihren Namen. Olga knüpfte mit ihrem sozialen Engagement an die Hilfsmaßnahmen ihrer Großmutter Maria Feodorowna und ihrer Tante, der württembergischen Königin Katharina, an. Bevor sie eigene Akzente setzte, übernahm sie zunächst die klassische Funktion der Schirmherrschaft für gemeinnützige Zwecke. So stellte sie 1847 die Heil- und Pflegeanstalt für schwachsinnige Kinder in Mariaberg und die Stuttgarter Kinderheilanstalt, das "Olgäle", unter ihren Schutz. Besonders lag Olga die Erziehung und Bildung der Kinder und Jugend am Herzen. Mit ihrer Hilfe und Unterstützung entstanden zahlreiche Kinderkrippen, Kinderrettungsanstalten und Kleinkinderbewahranstalten. Sie gründete 1873 die zweite höhere Töchterschule Stuttgarts, das Olga-Stift, sowie zahlreiche Ausbildungsstellen für Mädchen und Frauen.

Viele bittere Erinnerungen, trotz vielen häuslichen Glückes... - Königin in Württemberg

Olga wollte aus ihrer Ehe das Beste machen; das Verhältnis zu Kronprinz Karl beruhte auf gegenseitiger Wertschätzung. Musik, bildende Kunst, Literatur und Theater hatten im Alltag des Kronprinzenpaares einen großen Stellenwert. Olga verstand es zu repräsentieren, und ihre äußere Erscheinung und hoheitsvolle Haltung beeindruckten die Menschen. Als Kronprinz Karl nach dem Tod seines Vaters Wilhelm I. die Regierung übernahm, blieb aber nur wenig Raum für ein glanzvolles Königtum. Sowohl König Karl als auch Königin Olga konnten sich nur schwer mit dem Verlust an Einfluss und Macht abfinden, der für Württemberg mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 verbunden war. Im persönlichen Leben litt Olga sehr unter ihrer Kinderlosigkeit. Schwierig gestalteten sich für sie die späteren Ehejahre mit ihrem kränklichen und oft launischen Mann. Als Karl 1891 starb, nahm Olga ihren Witwensitz in Friedrichshafen, wo ein Jahr später, am 30. Oktober 1892, ihr Leben zu Ende ging. Das Königspaar wurde in der Gruft des Alten Schlosses beigesetzt.

Öffnungszeiten

Montag 10 – 17 Uhr
Dienstag/Mittwoch 8.30 – 17 Uhr
Donnerstag 8.30 – 19.00 Uhr
Freitag 8.30 – 16 Uhr

Eintritt frei

Öffentliche Kurzführungen: Mittwochs 11.30 Uhr


Informationen und Vereinbarung Führungen, archivpädagogisches Programm, Begleitprogramm
Telefon: 0711/212-4335
E-Mail: hstastuttgart@la-bw.de
www.landesarchiv-bw.de/hstas


Zeitgleich mit der Ausstellung ist eine neue Publikation erschienen:

Olga - russische Großfürstin und württembergische Königin. Ein Leben zwischen höfischer Repräsentation, Politik und Wohltätigkeit.
Herausgegeben vom Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg
ISBN 978–3–00–024576–3, Stuttgart 2008.

(inzwischen vergriffen)


Besuchen Sie die Königin auch im Landesmuseum Württemberg!
Das strahlkräftige Gemälde der Kronprinzessin Olga von Franz Xaver Winterhalter steht im Mittelpunkt einer kleinen Sonderpräsentation mit Herrscherporträts.
Öffnungszeiten: Di bis So und Feiertag 10 bis 17 Uhr; Mo geschlossen.