Digitale Präsentation
Die Tochter des Papstes: Margarethe von Savoyen

VI. Am württembergischen Hof: Margarethe und Ulrich

Altartafel Ulrich

Margarethes zweite Witwenschaft währte nicht lange, denn schon 1453 heiratete sie Graf Ulrich V. von Württemberg, der ebenfalls schon zweimal verheiratet gewesen war. Durch die Ehe mit der „Tochter des Papstes“ und der dynastischen Verbindung mit den Häusern Savoyen und Burgund gewann das Prestige des Hauses Württemberg beträchtlich. Margarethe sollte nun die zweite Hälfte ihres Lebens in ihrer neuen Residenz im Stuttgarter Schloss an der Seite Graf Ulrichs verbringen.


Trotz dieser politischen Krise setzte sich das Grafenpaar Margarethe und Ulrich gerade in ihrer Residenzstadt Stuttgart in Bildnissen und repräsentativer Architektur wie einer glänzenden Hofhaltung und Festkultur in Szene, besonders bei fürstlichen Besuchen und Hochzeiten. Gemeinsame Stiftungen sowie kostbare persönliche Geschenke zeugen von der engen Verbindung zwischen den Eheleuten. Margarethes literarische Interessen treten eindrucksvoll durch eine ganze Reihe kostbar illuminierter Handschriften hervor.

Altartafel
Zwei Altarflügel mit Graf Ulrich V. (links) und seinen drei Ehefrauen (rechts), Margarethe ist ganz rechts mit dem savoyischen Wappen dargestellt, Landesmuseum Württemberg

Dabei fand sie sich bald im Zentrum der dynastischen Spannungen zwischen der Pfalz und Württemberg, die 1462 eine militärische Niederlage für Württemberg und der Gefangenschaft Graf Ulrichs zur Folge hatten. Für seine Freilassung musste auch Margarethe großen materiellen Verzicht leisten.