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Die Tochter des Papstes: Margarethe von Savoyen

I. Haus und Herrschaft Savoyen im 15. Jahrhundert

Savoyen verband im späteren Mittelalter die Kulturbereiche von Romania und Germania. Die Grafen und späteren Herzöge von Savoyen beherrschten den wesentlichen Teil der westlichen Alpen; ihr Territorium reichte vom Genfersee über die Alpenpässe nach Oberitalien und nach Süden bis zum Mittelmeer. Zwischen Frankreich und Burgund einerseits und dem römisch–deutschen Reich mit den italienischen Signorien im Piemont und in der Lombardei andererseits kam Savoyen eine herausragende Bedeutung als politische und kulturelle Kontaktzone zu.

 

Kinderbildnis Margarethes von Savoyen in der „Apokalypse der Herzöge von Savoyen“

Die herzogliche Familie in der „Apokalypse der Herzöge von Savoyen“ (vergrößerter Ausschnitt), Real Biblioteca de San Lorenzo, El Escorial

Bis ins frühe 15. Jahrhundert konnten die Grafen von Savoyen ihre Herrschaft beträchtlich erweitern. Die Erhebung zum Herzogtum unter Amadeus VIII. 1416 entsprach dem gewonnenen Prestige. Enge verwandtschaftliche Bindungen mit dem französischen Königshaus, den Herzögen von Burgund und herausragenden Reichsfürsten zeichneten das Haus Savoyen damals aus. Die herzogliche Familie von Amadeus VIII. und Maria von Burgund residierte meist in ihren Schlössern am Genfersee, als Hauptsitz der Verwaltung diente Chambéry. Als in Savoyen 1420 die Pest wütete, floh die Familie ins Schloss Morges. Hier wurde bald Margarethe als jüngste Tochter geboren.