Provenienzforschung im Staatsarchiv Sigmaringen — Die Herkunftsgeschichte der Kunstsammlung Otto Staebler (Tuttlingen) — abgesagt!

23.03.2020 20:00 Uhr

Vortrag von Dr. Marius Golgath, Eberbach

Aktuelle Meldung: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus kann der Vortrag „Provenienzforschung im Staatsarchiv Sigmaringen — Die Herkunftsgeschichte der Kunstsammlung Otto Staebler (Tuttlingen)” von Dr. Marius Golgath, Eberbach, am Montag, den 23.März 2020 leider nicht stattfinden.


Der für den 23.3.2020 geplante Vortrag wird bei nächster Gelegenheit wiederholt.


Provenienzforschung beleuchtet die Herkunfts- und Besitzgeschichte von Kulturgütern mit dem Schwerpunkt auf der NS–Zeit. 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ist jedoch die Herkunft von zahlreichen Kunstwerken im öffentlichen Raum nicht geklärt. Der Eberbacher Stadtarchivar Dr. Marius Golgath, der bis 2019 mit der Durchführung eines Provenienzforschungsprojekts im Staatsarchiv Sigmaringen betraut war, stellt in einem Vortrag am Montag, den 23. März 2020 um 20 Uhr im Staatsarchiv mit der Sammlung Otto Staebler den für Südwürttemberg bedeutendsten Fall seines Projektes vor. Die Historie der Kunstsammlung konnte anhand der Akten des Staatsarchivs Sigmaringen geklärt werden.

Der Tuttlinger Industrielle Otto Staebler erwarb um 1942/1943 wertvolle Gemälde bekannter Maler. Im Zuge des Projekts konnte im Januar 2019 eine bisher von der Provenienzforschung gesuchte Liste mit 33 Gemälden ermittelt werden. Hierbei ist das Gemälde „Dame mit zwei Herren nach dem Diner” von Lovis Corinth hervorzuheben, das aus einer jüdischen Kunstsammlung aus Berlin stammt und heute als verschollen gilt. Es wird auf der Website „lost.art” des Zentrums für Kulturgutverluste gesucht. Die neuen Forschungsergebnisse zu Otto Staebler werden aus Perspektive der nach 1945 von Restitutionsforderungen betroffenen Personen thematisiert.

Anhand des Beispiels der Kunstsammlung Staebler wird aufgezeigt, wie die durch das Projekt gezielt in den Beständen des Staatsarchivs Sigmaringen erschlossenen Quellen zur Klärung bisher ungeklärter Abläufe beitragen oder neue Ansatzpunkte für die Provenienzforschung liefern. Die Bestände des Staatsarchivs Sigmaringen zeichnen sich durch eine hohe Qualität aus. Die Verknüpfung der Quellen und Bestände ist eine Detektivarbeit. Es handelt sich um eine Spurensuche, durch die die Entzugsmechanismen der NS–Zeit, die lokalen Netzwerke und die Wiedergutmachung nach 1945 aufgezeigt werden.


Der Eintritt ist frei.


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Vortrag, Staatsarchiv Sigmaringen