
Großer Andrang herrschte beim Tag der offenen Tür im Generallandesarchiv. Knapp 1400 Besucher stürmten den Neubau, um einen Blick hinter die Kulissen des Archivs zu werfen. Bereits eine halbe Stunde vor der offiziellen Öffnung des Hauses strömten die ersten Gäste in den Erweiterungsbau an der Nördlichen Hildapromenade. Und schon eine Stunde später hatten 270 Interessierte über die breite Sandsteintreppe das einladende Foyer mit seinen großzügigen Glasflächen betreten. „Wir sind ein offenes Haus für Menschen, die Interesse an Geschichte haben“, begrüßte der Leiter des Generallandesarchivs, Dr. Wolfgang Zimmermann, die Gäste. Jeder Besucher konnte sich selbst ein Bild davon machen, dass das Generallandesarchiv ein „Archiv für alle“ ist. Er konnte sich darüber informieren, wie Akten aus der Verwaltung zu Archivunterlagen werden, wie man am schnellsten Antworten auf ihre Fragen bei der Suche im Archiv erhält und wie Urkunden und Schriftstücke vom 16. bis zum 19. Jahrhundert am besten zu lesen sind. Besonders beliebt waren neben den Präsentationen zu den Themen „Wir machen Geschichte“, „Wir helfen beim Finden“ und „Wir helfen beim Lesen“ die Führungen durch die Ausstellung „Der aufgeklärte Fürst“, die Leben, Werk und Wirkung des letzten badischen Markgrafen und ersten Großherzogs Karl Friedrich (1728 – 1811) anhand kostbarer Archivalien zeigte. Viel Zuspruch erhielten auch die praxisnahen Präsentationen in den Werkstätten. Hier staunten die Besucher darüber, wie eine großformatige Karte an der Saugwand scheinbar ‚klebte‘, um einfacher fotografiert zu werden. Oder sie bewunderten die freigelegten Neumen auf einem mittelalterlichen Palimpsest, die bislang im Buchrücken eines neuzeitlichen Kopialbuchs versteckt waren. Der Neubau, der bei einigen Besuchern anfangs auf Ablehnung gestoßen war, präsentierte sich als ein einladendes Magazin der Geschichte. Viele Besucher überzeugten sich davon, wie zweckmäßig und nutzergerecht der Neubau errichtet wurde. Um beim Verlassen beneideten sogar Manche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um diesen schönen Arbeitsplatz. Zufrieden verließen auch alle kleinen Besucher das Generallandesarchiv. Während die Erwachsenen selten zugängliche Unterlagen und den Neubau erkundeten, bauten die Kinder Burgen aus Archivboxen. Oder sie erhielten eine Urkunde, auf die sie ihr eigenes Ritter- oder Burgfräuleinsiegel gestempelt hatten. Sichtlich stolz verließen die jungen Ritter und kleinen Burgfräulein das neue Generallandesarchiv. |