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Aktuelles >> Veranstaltungen >> Jüdische Siedlungsentwicklung im mittelalterlichen Südwestdeutschland

Jüdische Siedlungsentwicklung im mittelalterlichen Südwestdeutschland

Vortrag von Dr. Franz-Josef Ziwes, Krauchenwies

13.02.2012, 20.00 Uhr

Staatsarchiv Sigmaringen

Kaiser Heinrich VII. bestätigt nach seiner Krönung auf dem Weg vom Lateran nach S. Sabina den Juden Roms ihre Privilegien und die Erlaubnis, nach ihrem Recht zu leben, um 1340. (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1C Nr. 1, "Balduineum I" fol. 24r, oben, Abb. aus http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Codex_Trevirensis_folio_24_recto.jpg&filetimestamp=20071025024853)
Kaiser Heinrich VII. bestätigt nach seiner Krönung auf dem Weg vom Lateran nach S. Sabina den Juden Roms ihre Privilegien und die Erlaubnis, nach ihrem Recht zu leben, um 1340 (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1C Nr. 1, Balduineum I fol. 24r, oben)

Der Vortrag zur "Jüdischen Siedlungsentwicklung im mittelalterlichen Südwestdeutschland" berührt mehrere Aspekte der jüdischen Siedlungsgeographie, deren Erforschung in den beiden letzten Jahrzehnten auch dank der methodischen Grundlagenarbeit des Referenten beachtliche Forstschritte zu verzeichnen hatte. Neben einer chronologisch und qualitativ differenzierten Analyse der Siedlungsorte von Juden auf kartographischer Grundlage kommen unterschiedliche Gestaltungsfaktoren zur Sprache, die auf das Gefüge der jüdischen Niederlassungen Einfluss hatten. Dazu gehören wirtschaftlich–soziale und kultisch–kulturelle Elemente ebenso wie die politisch–herrschaftlichen Rahmenbedingungen. Letztere konnten von landesherrlich geförderter Ansiedlung über gezielte Verfolgungen bis hin zu flächenhaften Vertreibungen reichen.

Dr. Franz–Josef Ziwes arbeitete nach dem Studium der Geschichte und Germanistik von 1988 bis 1993 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 235 an der Universität Trier, wo er das Teilprojekt "Zur Geschichte der Juden im hohen und späten Mittelalter in der Landschaft zwischen Rhein und Maas und angrenzenden Gebieten" mit begründete. Seit 1993 ist er im Archivdienst des Landes Baden–Württemberg tätig, zunächst am Hauptstaatsarchiv Stuttgart, später am Generallandesarchiv Karlsruhe und seit 1998 am Staatsarchiv Sigmaringen. Er ist unter anderem Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden und der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden–Württemberg.