
24.01.2010-07.03.2010
Franziskanermuseum Stadtbezirk Villingen
EinführungDas Jahr 1809 bildet eine wichtige Zäsur in der Geschichte der Juden in Baden. Das junge Großherzogtum erkannte als erster Staat in Deutschland die jüdische Religionsgemeinschaft auf Dauer an. Der "Oberrat der Israeliten Badens" wurde geschaffen.
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Die Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg greift das 200-jährige Jubiläum der "Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden" auf und zeichnet in einem großen Bogen die Geschichte der Juden in diesem Raum vom Mittelalter bis in die Gegenwart nach. Innen- und Außensichten wechseln einander ab. Es ist die Rede von angesehenen jüdischen Hoflieferanten, Textilhändlern und Kaufleuten, aber auch von gering geachteten Hausierern und Betteljuden.
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Im 19. Jahrhundert kämpften die badischen Juden hartnäckig um ihre rechtliche Gleichstellung. Sie debattierten aber auch über neue Formen der jüdischen Liturgie und eine veränderte Gestaltung der Synagogen. Emanzipation, Verstädterung und sozialer Aufstieg waren die Grundlinien der Entwicklung bis in das frühe 20. Jahrhundert. Die Judenfeindschaft zeigte auch im liberalen "Musterländle" unterschiedliche Gesichter.
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Der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945 setzten die Juden geistigen Widerstand entgegen. Die Deportation der badischen Juden in das Lager Gurs am Fuß der französischen Pyrenäen 1940 war nur der erste Schritt auf dem Leidensweg, der für die meisten in den nationalsozialistischen Todeslagern endete. Nach dem Massenmord in Europa gab es einen bescheidenen Neuanfang jüdischen Lebens. Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion lassen seit 1989 die "Israelitische Religionsgemeinschaft Baden" stark anwachsen, sodass sie heute wieder zehn Gemeinden umfasst.
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Die Ausstellung schildert in vielen Facetten die badisch-jüdische Geschichte. Die Präsentation macht deutlich, welchen Beitrag die jüdische Bevölkerung zur Entwicklung Badens leistete.
Die Ausstellung dokumentiert den langen Kampf um die bürgerliche Gleichstellung dieser religiösen Minderheit – auch und gerade gegen antisemitische Angriffe und Diffamierungen. Die Zerstörung rechtsstaatlicher Ordnungen im Nationalsozialismus, die Verfolgung und Ermordung jüdischer Bürger stellt die Frage nach Verantwortung und Widerstand. Die Schilderung des jüdischen Lebens in der Gegenwart berichtet vom mühsamen "Aufbau nach dem Untergang".
Ausstellungsort
Franziskanermuseum Stadtbezirk Villingen
Rietgasse 2
78050 Villingen-Schwenningen
www.villingen-schwenningen.de/Staedtische-Museen
Öffnungszeiten
Dienstag - Samstag 13 - 17 Uhr
Sonntag 11 - 17 Uhr
Am 11., 15. und 16. Februar geschlossen
Begleitveranstaltungen
Ausführliche Informationen zu den Begleitveranstaltungen finden Sie hier:
www.villingen-schwenningen.de/Staedtische-Museen
Informationen und Vereinbarung von Führungen bei:
Franziskanermuseum Stadtbezirk Villingen
Telefon: 07721/82-2351
Telefax: 07721/82-2357
E-Mail: franziskanermuseum@villingen-schwenningen.de
Eintritt frei.
Eine Ausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg,
unterstützt durch die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden und das Regierungspräsidium Karlsruhe,
ergänzt durch Beiträge der Städtischen Museen und des Stadtarchivs Villingen-Schwenningen.
Gleiche Rechte für alle? 200 Jahre jüdische Religionsgemeinschaft in Baden.
Herausgegeben vom Landesarchiv Baden-Württemberg. Bearbeitet von Uri R. Kaufmann zusammen mit Rainer Brüning.
184 Seiten, reich bebildert. Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag 2009.
ISBN 978-3-7995-0826-1. EUR 19,80.
Schülerarbeitsblätter zur Ausstellung, hrsg. v. Arbeitskreis Landeskunde / Landesgeschichte Karlsruhe