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Landesarchiv >> Generallandesarchiv Karlsruhe >> Aktuelles der Abteilung >> Presse/Berichte >> Diese Ausstellung ist „ein Bekenntnis“

Diese Ausstellung ist „ein Bekenntnis“

Besonders junge Menschen „gegen die Einflüsterungen von Demokratiefeinden immunisieren“

Eröffnung der Ausstellung "Demokratie wagen? Baden 1818-1919" mit der Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg Muhterem Aras im Generallandesarchiv Karlsruhe

Eröffnung der Ausstellung "Demokratie wagen? Baden 1818-1919" im GLA Karlsruhe am 10.4.2018; Landtagspräsidentin Muhterem Aras und Kurator Dr. Peter Exner
Landtagspräsidentin Muhterem Aras und der Kurator der Ausstellung, Dr. Peter Exner

Vor 150 Gästen eröffneten die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Muhterem Aras MdL, und der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Dr. Gerald Maier, am 10. April die Ausstellung „Demokratie wagen? Baden 1818-1919“ im Generallandesarchiv Karlsruhe.

Die Landtagspräsidentin zeigte sich angetan von der mit vielen aussagekräftigen und bislang unbekannten Dokumenten und Exponaten gespickten Präsentation der historischen Quellen in der Ausstellung Demokratie wagen? Baden 1818-1919.

Die von badischen Landtagsabgeordneten 1831 eigenhändig mit den 83 Artikeln der Verfassung von 1818 geschriebene Lesefibel hatte sie besonders eingenommen, denn das Lesebuch verbindet in exemplarischer Weise das Bemühen, durch die handschriftlichen Artikel der Konstitution eine Identifikation mit den Verfassungsinhalten und ein gesamtbadisches Bewusstsein zu erzeugen, mit dem Anliegen einer fundierten Elementarbildung, wie sie das in der Ständeversammlung debattierte und beschlossene Volksschulgesetz von 1835 ausdrückte. „Das sollten wir vielleicht auch mal machen“, sagte sie zu den anwesenden Abgeordneten.


Eröffnung der Ausstellung "Demokratie wagen? Baden 1818-1919" im GLA Karlsruhe am 10.4.2018; Landtagspräsidentin Muhterem Aras
Die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg Muhterem Aras spricht bei der Eröffnung der Ausstellung Demokratie wagen? Baden 1818-1919.

Landtagspräsidentin Muhterem Aras hob in ihrer Ansprache hervor, wie zeitlos und zugleich aktuell das Thema der demokratiegeschichtlichen Schau sei. Sie schlug einen Bogen von der französischen Revolution von 1789 zu unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung, die das Grundgesetz 1949 festlegte. Die Landtagspräsidentin betonte, dass der Weg zur Demokratie in diesem Zeitraum „weder geradlinig noch unumkehrbar“ gewesen sein und dass der Versuch, Demokratie zu wagen, stets „ein Wagnis“ bleibe, wie es das Fragezeichen im Titel der Ausstellung unterstreicht. Sie rief dazu auf, das Grundgesetz, „eine der besten Verfassungen der Welt, um die uns viele Menschen beneiden,“ zu schützen, damit auch das Grundgesetz „viele Jubiläen feiern“ möge – „als gelebte Verfassung“.

Den Wortlaut der Rede der Landtagspräsidentin können Sie hier nachlesen.


Eröffnung der Ausstellung "Demokratie wagen? Baden 1818-1919" im GLA Karlsruhe am 10.4.2018; Präsident des LA, Prof. Dr. Gerald Maier
Der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Dr. Gerald Maier, begrüßt die zahlreichen Gäste bei der Eröffnungsfeier

Der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Dr. Gerald Maier, hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der historisch-politischen Bildungsarbeit für das Landesarchiv hervor. Er betonte, dass die Vermittlung von Archivgut, wie hier in Form einer Ausstellung, eine „der tragenden Säulen“ des Landesarchivs bilde.


Eröffnung der Ausstellung "Demokratie wagen? Baden 1818-1919" im GLA Karlsruhe am 10.4.2018; Gerald Maier, Präsident des LA, Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Kurator Dr. Peter Exner und Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, Leiter des Generallandesarchivs Karlsruhe
Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, Prof. Dr. Gerald Maier, Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Kurator Dr. Peter Exner und der Leiter des Generallandesarchivs, Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann (v.l.n.r.)

Der Kurator der Ausstellung, Dr. Peter Exner, erläuterte in seiner Einführung die Inhalte und die Ziele der Ausstellung. Die Schau will in acht Kapiteln von der französischen Revolution bis zum Grundgesetz aufzeigen, wie sich die politische Teilhabe der badischen Bevölkerung entwickelte. Sie will auch zeigen, wie die Zeitgenossen in der Frage „Monarchie und/oder Demokratie“ miteinander stritten. Und sie will schließlich schildern, wie die Menschen- und Bürgerrechte in den Rang unveräußerlicher Grundrechte erhoben wurden. Die Besucher der Ausstellung könnten dabei demokratiegeschichtlich bedeutende Orte wie Offenburg mit seinen berühmten Forderungen vom September 1847 oder Bruchsal mit seinem Männerzuchthaus als dem Ort der Abrechnung mit den Revolutionären betreten. Daneben lernen sie Befürworter einer breiteren Beteiligung des Volkes an der Macht ebenso kennen wie die Gegner einer Volksherrschaft.

Der Kurator nannte seine Ausstellung „Bekenntnis“, die vom Herzblut der Zeitgenossen zeuge. Die Präsentation dürfe stolz machen auf die Errungenschaften der demokratischen Vorkämpferinnen und Vorkämpfer und möge ein Ansporn sein, das demokratische Erbe für die Nachfahren zu sichern, damit auch diese in Frieden und Freiheit leben können. Das Ziel der Präsentation sei es, zur Diskussion über unser gesellschaftliches Fundament einzuladen. Die Schau wolle einen fundierten Beitrag zur Auseinandersetzung der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Gemeinwesen liefern. Gerade in Zeiten sinkender parlamentarischer Legitimierung, von Fake-News und völkischem Populismus will die Schau den Wert individueller Freiheitsrechte verdeutlichen. Dazu will die Schau besonders Schülerinnen und Schüler ansprechen, für die ausstellungsbegleitendes, pädagogisches Material bereitgestellt werde. Sie möchte junge Menschen in ihrer historischen und politischen Urteilkraft stärken und diese so gegen die Einflüsterungen von Demokratiefeinden immunisieren. Dies sei auch heute der grundgesetzliche Auftrag.