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Vom ertragreichen Bohren dicker Bretter

Unterlagen aller südbadischen Bezirksämter erschlossen

Ein 2004 begonnenes Erschließungsprojekt des Staatsarchivs Freiburg konnte im Januar 2018 abgeschlossen werden: Zu sämtlichen Beständen der südbadischen Bezirks– bzw. Landratsämter wurden Onlinefindbücher erstellt und so diese wichtige Quelle für die regionale Geschichtsforschung zugänglich gemacht.

Plakat: Rat und Auskunft über Auswanderung erteilt die Auswandererberatungsstelle.
Plakat einer Auswandererberatungsstelle, StAF B 698/5 Nr. 5501.

Durch territoriale Neuordnungen in Napoleonischer Zeit wurde die vormalige Markgrafschaft Baden bedeutend erweitert. Dies machte eine Neuorganisation des Staatswesens erforderlich und so wurden zwischen 1806 und 1809 mehrere Organisationsedikte erlassen und das Land in Amtsbezirke aufgeteilt. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde die Zahl der Ämter immer weiter reduziert bis zur letzten großen Verwaltungsreform im Jahr 1972, die zur heutigen Einteilung der Landkreise führte. Die Bezirks- bzw. Landratsämter waren für die allgemeine Staatsverwaltung auf unterer Ebene zuständig, aber auch für die staatliche Aufsicht über die kommunale Verwaltung im Amtsbezirk. Sie hatten auch polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen, ebenso Aufgaben der Justiz, insbesondere der Zivilgerichtsbarkeit, bis 1857 eine eigene Gerichtsorganisation eingerichtet wurde. Diese Bandbreite an Aufgaben führte zu einer reichen Überlieferung, die das alltägliche Leben ebenso spiegelt wie außergewöhnliche Ereignisse und somit reiches Material bietet für die Erforschung von Regional–, Familien– und Sozialgeschichte im Südbaden des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ob es um den Bau eines neuen Schulhauses ging oder die Anschaffung einer Orgel für die Kirche, ob Auswanderungen genehmigt oder "staatsfeindliche Umtriebe" überwacht werden mussten, fast immer waren die Bezirks– bzw. Landratsämter daran beteiligt und führten Akten über ihr Handeln.

Zeichnung der Frontansicht eines Schulneubaus in Breitnau.
Plan für einen Schulneubau in Breitnau, StAF B 702/1 Nr. 5029.

Vor Beginn des Erschließungsprojektes war der Zugang zu diesen Akten sehr mühsam. Für jedes Bezirksamt mussten mehrere – teilweise bis zu vierzig – Papierfindbücher eingesehen werden, von denen manche noch von Hand geschrieben waren. Trotz einer bisweilen sehr dünnen Personaldecke im Staatsarchiv Freiburg konnten unterschiedlich zusammengesetzte Teams innerhalb von 14 Jahren kontinuierlich und ohne Unterbrechung knapp 180.000 Akten einzeln erfassen. Die Bestände haben einen Umfang von über 1500 laufenden Metern und wurden im Rahmen der Arbeiten auch archivgerecht verpackt. Die nunmehr insgesamt 44 Findbücher sind alle online einsehbar und die Akten einfach recherchierbar. Bereits in den letzten Jahren hat sich der Wert dieser Arbeit an den gestiegenen Benutzungszahlen der jeweils fertig verzeichneten Bestände gezeigt, ein Trend der hoffentlich noch lange anhält.

Zu den Onlinefindmitteln der Bestände B 685⁄1 bis B 751⁄14.