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VIII.46 Der Sebastianspfeil

VIII.46 Der Sebastianspfeil

Der Überlieferung nach hatte sich der Heilige Sebastian, Hauptmann der Prätorianergarde, im 3. Jahrhundert am kaiserlichen Hof Diokletians zum Christentum bekannt. Dieser verurteilte ihn daraufhin durch die Pfeile numidischer Bogenschützen zum Tode. Den schwer verwundeten Körper des Märtyrers ließ man liegen. Sebastian überlebte und wurde von der heiligen Irene gesund gepflegt. Sein zweites Bekenntnis zum Christentum vor dem Kaiser überlebte Sebastian jedoch nicht.

1468 hatte Papst Pius II. dem Zisterzienserkloster in Bebenhausen einen Armbrustpfeil geschenkt, der bis zur Reformation als Sebastiansreliquie verehrt wurde. Der Armbrustpfeil, der aus Eisen, Knochen und Holz besteht, wurde in der Zeit zwischen 1350 und 1450 in Böhmen gefertigt.

Im Mittelalter wurde der Heilige Sebastian als wichtigster Schutzpatron gegen die Pest verehrt. Gerade mit der großen Pestepidemie, die 1482⁄83 in Tübingen wütete und auch die Mönche im Kloster nicht verschonte, ist die besondere Bedeutung des Pfeils als Sebastiansreliquie verständlich.

Als die Mönche das Kloster in den Wirren der Reformationsjahre verließen, geriet der Pfeil in Vergessenheit. Alle anderen Reliquien, die sich einst im Besitz des Klosters befanden, gingen in dieser Zeit und in den darauffolgenden Jahrhunderten verloren. Am 5. Oktober 1606 fand Abt Johannes Stecher, der von 1597 bis 1611 der Klosterschule in Bebenhausen vorstand, die einzige bis heute erhaltene Reliquie aus der Zisterzienserzeit auf dem Klostergelände wieder. Stecher erkannte den historischen Wert seines Fundes und konnte aufgrund eines damals noch erhaltenen Schriftstücks die Herkunft des Pfeils bestimmen.

Aufgrund des guten Geschäftssinnes des evangelischen Abtes fand der Pfeil nach der Wiederentdeckung erneut einen Weg in katholische Hände. Für 500 Gulden verkaufte er die Reliquie zusammen mit einem handschriftlichen Attest an den vermögenden Adam von Ow zu Hirrlingen und Sterneck.

Bis heute wird die Reliquie in der Pfarrkirche von Hirrlingen verehrt. Am 20. Januar, dem Tag des heiligen Sebastian, wird der Pfeil den Gläubigen gezeigt. Dabei wird er auf ein silbernes Armreliquiar gesetzt, das noch von Adam von Ow und seiner Frau Veronika von Rechberg gestiftet worden war.

Sebastianspfeil

[1350–1450], Böhmen
Eisen, Holz, Knochen, 37,5 cm
Hirrlingen, Katholische Kirchengemeinde St. Martinus