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VIII.24 Papst Gregor I. als Glasgemälde

VIII.24 Papst Gregor I. als Glasgemälde

Gregor der Große

[Um 1520], südwestdeutsch
Hüttenglas, 53 × 41,4 cm
Landesmuseum Württemberg, Inv. Nr. E 742

Die Scheibe zeigt Papst Gregor den Großen, einen der vier Kirchenväter, zurückgezogen im Gehäuse und in die Lektüre vertieft. Sein Haupt krönt die goldene Tiara, das päpstliche Attribut. Während im Hintergrund ein Rundbogen den Blick auf eine Baumlandschaft und dörfliche Siedlung freigibt, verdichtet eine reiche Renaissancearchitektur im Inneren den Eindruck von geistlicher Abgeschiedenheit. Gregor hat an einem Lesepult Platz genommen, welches seitlich mit verschiedenen Schreibwerkzeugen bestückt ist. Vor ihm aufgeschlagen liegen mehrere Bibelcodices; die halboffene Schublade des Möbels vermittelt rege Lese– und Schreibtätigkeit. Im klösterlichen Kontext Bebenhausens könnte das intensive Bibelstudium auch auf die "lectio divina" – die geistliche Schriftlesung — hindeuten, welche im Mönchtum einen wichtigen Raum einnahm. Bemerkenswert ist die Scheibe besonders im Hinblick auf ihre Entstehung während der Frühzeit der Reformation. Im damaligen Bildrepertoire könnte die anachronistische Darstellung des Kirchenvaters durchaus programmatischen Charakter gehabt haben – eine Art Selbstvergewisserung und Bekenntnis zur kirchlichen Autorität am Vorabend des konfessionellen Umbruchs.

Eine Notiz im Inventar des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart legt für das Stück eine Provenienz aus Kloster Bebenhausen nahe. Da die Kirchenväter ein beliebtes ikonographisches Programm für die Ausstattung von Klosterbibliotheken waren, lässt sich als ursprünglicher Standort der Scheibe einer der Bibliotheksräume annehmen. Der Grund für den Ausbau muss in den Folgen des Uracher Götzentages und des württembergischen Bildermandats gesehen werden, nach denen die Bildnisse Heiliger als „ärgerlich“ angesehen wurden.