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IV.29 Die Urfehde der Barbara Silber (Audio und Edition)

IV.29 Die Urfehde der Barbara Silber (Audio und Edition)

Barbara Silber

1525 August 26
Ausfertigung, Pergament, 21,8 × 44,5 cm
HStAS A 44 U 2104
Edition im Anhang Nr. 13, CD Nr. 26

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Im Frühjahr 1525 wurde der Bauernaufstand im deutschen Südwesten durch die Truppen des Schwäbischen Bundes unter Führung von Truchsess Georg III. von Waldburg in rascher Folge niedergeschlagen. Im Juni 1525 erließ der Bund ein Mandat an alle Territorien und Herrschaften, um die Aufwiegler des Aufstandes zur Rechenschaft zu ziehen. In vielen Ämtern und Herrschaften wurden daraufhin Fahndungen angestellt, Namenslisten erstellt und Verhaftungen vorgenommen. Die meisten der Verhafteten erhielten nur geringe Strafen, viele kamen nach kurzer Haft wieder frei und mussten Urfehde schwören.

So schwört auch Barbara Silber aus Dettingen Schloßberg (bei Kirchheim unter Teck gelegen) nach ihrer Haftentlassung im August 1525 Urfehde. Sie hatte im Bauernaufstand mit unnützen Reden (vilfalltiger unnutzer böser reden) gegen die Obrigkeit Partei ergriffen. Gleichzeitig war sie eine Anhängerin der lutherischen Lehre und hatte die reformatorischen Ideen weiter verbreitet (unnd annder uff sollich verkört weys zupringen unnderstanden hab). Sie verpflichtet sich, Stadt und Amt Kirchheim unverzüglich zu verlassen und sich auch vom neuen Glauben abzuwenden (der lauterischen verfurischen kätzerey unnd derselbigen leer nit mer zu geprauchen).

Diese Urfehde ist damit ein frühes Beispiel, wie die Obrigkeit in ihrer Strafverfolgung Vergehen im Bauernaufstand mit dem Vorwurf reformatorischer Bestrebungen kombinierte und entsprechend ahndete.


13. Urfehde der Barbara Silber
1525 August 26
HStAS A 44 U 2104 (vgl. IV.29)
(CD Nr. 26)

Edition:

Ich Barbara, Hannsen Silbers von Töttingen Schlossberg eeliche hausfrow, bekenn offentlich unnd thun kunth allermenigklichem mit dem brieff, alls ich inn verganngner peurischer uffrur unnd embörung mich verkörts gemuts unnd willenns vilfalltiger unnutzer böser reden so dann f[ürstlicher] d[urchlauch]t , meinem gnedigsten herrn nachgenndt aller eer unnd erberkaytt zuwider gewest, hören unnd vernemen lassen. Unnd unversettigt derselbigen mich lauterischer weys inn dem so freyem aygnem willen zugedienndt unnd aller leychtfertigkaytt angehanngen, auch alen cristennlichen zierden wider gewesen, vilvalltig gepraucht unnd annder uff sollich verkört weys zu pringen unnderstanden hab. Umb sollich mein bos unthat unnd misshanndlung ich uff anruffen unnd begern der stenndt des bundts inn Swaben in hochgenannts, meins gnedigsten herrn fenngkhnus gen Kurchain unnder Deckh komen. Unnd wiewoll ich desshalb an leyb unnd leben zu strouffen gewesen, noch dann uff mörgklich grous furpith so meinthalb beschehen, bin ich derselbigen gnedigklich erledigt unnd erlassen worden. Doch hab ich dargegen zu dannckparlicher erkanntnus ertzellter bewißner gnaden ainen gelerten aydt leyplich zu Gott unnd den hailligen gesworn, mich von stundt zu erheben unnd den nechsten ausser diser statt Kurchain unnd demselbigen ampt zu ziehen und mein leben lanng darein nit mer zu komen, dann mit sonnderm wissen, zugeben oder erlauben obgemellts meins gnedigsten herrn […] Dergleych mich furtherhin der lauterischen verfurischen kätzerey unnd derselbigen leer nit mer zu geprauchen, sonnder meinen geordneten gaistlichen unnd welltlichen oberkaytten yederzeytt gehorsam unnd gevelligung zu sein […]

Wa ich aber dis mein verschreybung inn ainem oder mer stucken, puncten unnd artickeln prechen unnd nit hallten wurde, das doch nit sein noch, ob Gott wöll, beschehen, allsdann so soll ich on all mittel oder rechtsprechen leyb unnd leben verwurckt haben. […] Mönntag nach Sannt Bartholomen, dess hailigen Zwölffbotten tag nach Cristi gepurt, getzellt funfftzehenhundert zwaintzig unnd funff jaure […].