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IV.28 Verborgen während des Bauernkriegs: Der Fund von Unterkochen

IV.28 Verborgen während des Bauernkriegs: Der Fund von Unterkochen

Unterkochen

Nach 1524 verborgen, 1929 gefunden
432 Silbermünzen, davon 366 im Münzkabinett des Landesmuseums Württemberg
Landesmuseum Württemberg, Inv. Nr. MK 6825

Der deutsche Südwesten zählte neben dem Elsass, Franken, Thüringen, Sachsen und Tirol zu den Zentren des Deutschen Bauernkriegs (1524–1526). Zu Beginn des Jahres 1525 sammelten sich bei Leipheim (Landkreis Günzburg) östlich von Ulm etwa 5.000 Bauern um den Prediger Jakob Wehe und plünderten das Umland. Der Schwäbische Bund schickte diesem "Bauernhaufen" ein Heer entgegen, das unter der Führung von Georg Truchsess von Waldburg–Zeil stand, der ein Jahrzehnt zuvor im Auftrag Herzog Ulrichs von Württemberg bereits die Erhebung des "Armen Konrad" niedergeschlagen hatte. Wegen seines kompromisslosen Vorgehens gegen die Aufständischen erhielt er den Namen "Bauernjörg".

Bei Leipheim kam es am 4. April 1525 zur Schlacht zwischen dem Schwäbischen Bund und den Bauern. Die Truppen des Bundes waren zahlenmäßig deutlich überlegen: Etwa 8.000 Soldaten, darunter fast 2.000 zu Pferd, trafen auf rund 5.000 Bauern. Die Schlacht endete mit einer verheerenden Niederlage für die Bauern.

Während dieser Wirren wurde in Unterkochen (Ostalbkreis), das nur rund 40 km nördlich von Leipheim liegt, ein Münzschatz verborgen. Gut vier Jahrhunderte später, im Jahr 1929, wurde dieser Schatz am Abhang des Kirchbergs wiederentdeckt. Er umfasste 432 Münzen, von denen 366 ins Stuttgarter Münzkabinett gelangten. Es kann nur spekuliert werden, wer den Schatz versteckte und warum er nicht mehr geborgen werden konnte.

Die Zusammensetzung des Fundes von Unterkochen gibt Aufschluss über den Münzumlauf im deutschen Süden und Südwesten während des frühen 16. Jahrhunderts. Nur gut ein Drittel der Münzen stammt aus Schwaben oder Bayern. Dies belegt, dass die heimische Münzprägung während des Spätmittelalters nicht in der Lage war, den Bedarf für den Handelsverkehr zu decken. Charakteristisch für Funde in Südwestdeutschland ist daher ein hoher Anteil auswärtiger Münzen, vor allem aus Oberitalien und Böhmen.