Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Karoline Luise von Baden – Kunst und Korrespondenz

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

II.6 Der Reutlinger Grabchristus

II.6 Der Reutlinger Grabchristus

Reutlinger Grabchristus

[Um 1460/1470], Reutlingen(?)
Lindenholz(?), 101 (urspr. ca. 140) × 25 × 19,5 cm
Aus der Reutlinger Marienkirche, heute im Heimatmuseum Reutlingen, Inv. Nr. 1215

Das Bildwerk gibt den toten Christus wieder, wie er nach der Abnahme vom Kreuz, auf dem Rücken liegend, ins Grab gebettet wurde. Seine Hände sind im Schoß überkreuzt, die Beine leicht angewinkelt. Christi Blöße ist lediglich mit einem knappen Lendentuch bedeckt, wie man es ihm bei der Kreuzigung umgebunden hat. Der Kopf ist ein wenig angehoben und zur rechten Schulter hin geneigt. In seinem vollbärtigen Gesicht mit geschlossenen Augen zeichnet sich ein duldsam–sanfter, friedlich–entspannter Ausdruck ab.

Die Skulptur ist rundum bearbeitet und gefasst. Es wurde damit gerechnet, dass sie – zumindest bei bestimmten Anlässen — von allen Seiten gesehen werden konnte. Überall am Körper finden sich aufgemalte dunkelrote Blutbahnen und scheinbar durch die Haut schimmernde blaue Adern. Die geschlossenen Augenlider wurden vom Bildschnitzer nicht plastisch angelegt; sie sollten von vornherein erst bei der abschließenden Fassung aufgemalt werden.

Die Christusfigur von durchaus beachtlicher Qualität stammt vermutlich aus einer Reutlinger Werkstatt, denn Aufträge wurden üblicherweise an heimische Handwerker vergeben, wenn nicht herausragende Leistungen gefordert waren, für die den örtlichen Kräften die künstlerischen Fähigkeiten fehlten. Aus der Körperbildung, der Form und Faltengebung des Lendentuchs und der Art der Fassung lassen sich als Entstehungszeit die Jahre um 1460⁄1470 erschließen.

Der Grabchristus wurde 1890 im damaligen Archivraum im südlichen Chorflankenturm der Reutlinger Marienkirche zusammen mit anderen Objekten in einer Truhe gefunden. Zwar ist die Skulptur den Zerstörungen des Bildersturms im Jahr 1531 entgangen, doch inzwischen hat ihr der "Holzwurm" stark zugesetzt.