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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> "Freiheit – Wahrheit – Evangelium" – Reformation in Württemberg >> II. Kirche und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation

II. Kirche und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation

Titelbild Kapitel 2
Die Versuchung Christi (Zeichnung im Ummendorfer Kopialbuch von Jacob Murer)

Vorlage: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Zur Vergrößerung bitte hier klicken

II.2 Das Epitaph des Johannes Kempf

II.3 Das Lorcher Antiphonar

II.4 Der Paternoster Graf Eberhards im Bart

II.6 Der Reutlinger Grabchristus

II.12 Der Stettener Altar

II.14 Ein großartiger Ablass für die Kirche in Altshausen

II.18 Ein Ablassplakat aus Kiedrich

Die Krisenstimmung in der Bevölkerung ging um 1500 auch im Herzogtum Württemberg mit einer intensiven Frömmigkeit einher, die sich verstärkt in äußeren Werken zeigte. Das Verlangen nach der Heilsbotschaft der christlichen Kirche wurde in vielfältigen Formen geäußert; in einer ausgeprägten Heiligenverehrung und verstärkten Wallfahrten ebenso wie im zunehmenden Ablasswesen und vermehrten Stiftungen für Kirchen und Klöster.

Die Präsenz der Heilsgeschichte wurde in kirchlichen Ritualen vergegenwärtigt. Das persönliche Seelenheil stand ganz im Fokus der frommen Handlungen von Geistlichkeit und Laien.

Die Amtskirche war freilich streng hierarchisch gegliedert und die kirchliche Versorgung sehr unterschiedlich ausgestattet. Das Herzogtum Württemberg war unter den Sprengeln verschiedener Diözesen aufgeteilt; der größte Teil gehörte zur Diözese Konstanz. Das geistliche Zentrum Württembergs bildete die Stiftskirche in Stuttgart, deren Stiftsherren auch dem Herrscherhaus im benachbarten Schloss dienten.

Daneben stellte eine ganze Reihe großer Männerklöster, vor allem der Benediktiner und Zisterzienser, bedeutende geistliche wie herrschaftliche Faktoren für das Herzogtum dar. Weitere Klöster, Stifte und Kirchen formierten hier das Profil einer dicht strukturierten Sakrallandschaft.