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Archivale des Monats Mai 2017

Ein echter Freimaurer: Herzog Heinrich von Württemberg

Freimaurer
Diplom für Herzog Heinrich von Württemberg als Großmeister der Ulmer Loge "Astraea zu den drei Ulmen"(HStAS G 266 Bü 4)

Am 4. Dezember 1810 stellte der Vorstand der Ulmer Loge "Astraea zu den drei Ulmen" eine sorgsam gefertigte, mit rotem Lacksiegel beglaubigte Urkunde aus, in der er Herzog Heinrich Friedrich Carl von Württemberg (1772–1838) zum Großmeister ernannte. Der Geehrte war der jüngste Bruder des württembergischen Königs Friedrich und der Zarin Maria Feodorowna. Aufgrund einer nichtstandesgemäßen Ehe hatte er für sich und seine Nachkommen auf die Thronfolge verzichtet. Im Range eines Generalleutnants übte er seit 1808 das Amt des Statthalters von Oberschwaben aus und bezog seinen Dienstsitz im einstigen Kloster Wiblingen.

Ebenfalls im Jahr 1808 war Heinrich in die Ulmer Freimaurerloge aufgenommen worden. Als die einstige Reichsstadt 1810 von Bayern an Württemberg abgetreten werden musste, erließ König Friedrich am 1. Dezember ein Freimaurer-Verbot. Seinem Bruder oblag es, die dem Monarchen suspekte Loge zu schließen. Doch offensichtlich nahm er es mit dem Verbot nicht so genau. Denn noch am 3. Juli 1811 widmeten die Logenbrüder ihrem Großmeister ein Geburtstagsgedicht. Und im Frühjahr 1813 ermittelte der württembergische Polizeiminister gegen den Herzog, den man verdächtigte, geheime Zusammenkünfte der einstigen Logenmitglieder zu begünstigen. Auf Heinrichs ausführliches Rechtfertigungsschreiben äußerte König Friedrich lakonisch, man möge diesen Mann als ein[en] Tollhäußler betrachten.

Doch wie überdauerte Heinrichs Ernennungsurkunde, die ja bereits nach dem königlichen Verbot ausgefertigt worden war, die Zeiten? Herzog Heinrich bewahrte sie mit mancherlei Utensilien, die er für die Tempelarbeit benötigte, in einer roten Ledermappe auf. Sie enthielt neben einem Freimaurer-Katechismus im Taschenformat und weiteren Druckschriften einen Elfenbeinschlüssel als Sinnbild der Verschwiegenheit, zwei bemalte Maurerschurze, einen weißen Handschuh als Zeichen des reinen Handelns und Fühlens sowie eine kleine Kelle und Tintengeschirr.

Als Schenkung gelangte die Mappe 1895 an König Wilhelm II. von Württemberg, dessen Kabinett die Schriftstücke dem Geheimen Haus- und Staatsarchiv, die übrigen Gegenstände aber der Staatssammlung vaterländischer Kunst- und Altertumsdenkmale, dem heutigen Landesmuseum Württemberg, übergab.

In der Ausstellung "Gelebte Utopie. Auf den Spuren der Freimaurer in Württemberg", die vom 24. Mai bis 22. September 2017 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart zu sehen ist, wird auch an Herzog Heinrich von Württemberg und seine Begeisterung für die Freimaurerei erinnert.

Ein Archivale des Landesarchivs Baden–Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, HStAS G 266 Bü 4