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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> 19. Jahrhundert >> Archivale des Monats März 2017

Archivale des Monats März 2017

Die Wertheimer Synode 1524

Auszug aus dem Protokoll der Wertheimer Synode vom 22. September 1524. Rechts unten die Aussage des Wertheimer Dekans, er glaube, dass die Ordnung der Kirche nicht verbessert werden könne, die Missbräuche jedoch abgeschafft werden sollten. (Signatur: StAWt-G Rep. 102, Nr. 3565)
Auszug aus dem Protokoll der Wertheimer Synode vom 22. September 1524. Rechts unten die Aussage des Wertheimer Dekans, er glaube, dass die Ordnung der Kirche nicht verbessert werden könne, die Missbräuche jedoch abgeschafft werden sollten. (Signatur: StAWt-G Rep. 102, Nr. 3565)

Die ersten Anfänge der Reformation sind in der Grafschaft Wertheim schon sehr früh zu sehen: reformatorisches Gedankengut begann sich bereits 1521 durchzusetzen. Und 1522 ließ sich Graf Georg II. von Wertheim von Luther einen Prediger empfehlen, der jedoch nicht lange blieb. 1526 kam Johann Eberlin von Günzburg, der nun eine besondere reformatorische Wirkung entfaltete. Zum Abschluss kam die Reformation jedoch erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Doch was bedeutete Einführung der Reformation konkret für die Menschen der Zeit? Wesentlich ist dabei, welche Lehre die Pfarrer in den Kirchen der Grafschaft in dieser Umbruchsphase predigten. Darüber gibt das Protokoll der Wertheimer Synode Auskunft, zu der Graf Georg die Pfarrer der Grafschaft sowie Vertreter der Klöster Bronnbach, Grünau und Holzkirchen 1524 einberief, wie es den Reichsständen auf dem vorangegangenen Reichstag zu Nürnberg auferlegt worden war. Die Beratungen fanden am 22. September und — nach der erbetenen Bedenkzeit und ein Verbot des Würzburger Bischofs ignorierend — am 9. Oktober statt. Mehrheitlich bekennen sich darin die Geistlichen zur bisherigen, alten Lehre. Der Dertinger Pfarrer meint die cristlich kirch sey wol geordnet, dobey loss ers pleiben, und der Waldenhäuser ergänzt, biß bessers herfur broht werde, dem wolle er gehorchen. In den Äußerungen ist aber Verunsicherung spürbar, wenn sich die Pfarrer für unverstendig halten und auf ein künftiges Konzil beziehen. Dessen Beschlüssen wollen sie folgen, denn auch in der Vergangenheit wurden etliche concilien durch die andern verworffen. Immerhin fordert der Dekan der Stiftskirche, dass die missbreuch abgethan werden sollten (siehe auf der Abbildung rechts unten). So hat die katholische Glaubenspraxis in der Grafschaft Wertheim, insbesondere in den Landgemeinden, noch einige Zeit weiter bestanden.

Das Protokoll wurde im Nachtragsbestand StAWt-G Rep. 102 aufgefunden, der im Rahmen eines Projektes der Stiftung Kulturgut Baden–Württemberg in den letzten Jahren zugänglich gemacht wurde. Im zugehörigen Findmittel kann online recherchiert werden.

Dem Reformationsprozess wird in Wertheim in einer Reihe von Vorträgen, Workshops mit Archivalien und einer Ausstellung zum Kloster Bronnbach in der Reformationszeit nachgespürt. Nähere Informationen finden Sie hier.

Ein Archivale aus dem Landesarchiv Baden–Württemberg, Staatsarchiv Wertheim, StAWt-G Rep. 102 Nr. 3565