Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> 20. Jahrhundert >> Archivale des Monats Februar 2016

Archivale des Monats Februar 2016

Aufnahme von Flüchtlingen in Südbaden

Stellungnahme des Ministeriums des Innern betreffend Flüchtlinge in Südbaden.
Stellungnahme des Ministeriums des Innern/Landesamt für Umsiedlung (StAF C 5/1 Nr. 6896).

Bei Fragen der Zuwanderung spielen – wenig verwunderlich – seit jeher neben humanitären auch immer wieder ökonomische Gesichtspunkte eine wesentliche Rolle, so auch im Fall der Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Osten des ehemaligen Deutschen Reiches im Land (Süd) Baden nach dem Zweiten Weltkrieg. Die französische Besatzungsmacht war angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage des kleinen Landes, dem man bedeutende Besatzungslasten aufgebürdet hatte, nicht gewillt, massenhaft Flüchtlinge dort aufzunehmen. Bis ins Jahr 1948 hinein trugen folglich die amerikanische und die britische Besatzungszone die Hauptlast bei der Flüchtlingsaufnahme.

In der badischen Landesregierung wiederum gab es Stimmen, die im Zuzug von Flüchtlingen zwar einerseits die Chance zur Rekrutierung von Arbeitskräften sahen, andererseits aber fürchteten, dass die übrigen westlichen Besatzungszonen vor allem Menschen an das Land Baden abzugeben gedachten, deren Eingliederung in den Arbeitsprozess sich womöglich schwierig gestalteten könnte.

In einer Stellungnahme vom Mai 1948 argumentierte das Badische Ministerium des Innern/Landesamt für Umsiedlung gegenüber der Staatskanzlei, im Fall des Beitritts der französischen Zone zur Bizone bestünde die Gefahr, dass von dort "[…] lediglich die arbeitsunfähigen und kranken Flüchtlinge […]" abgeschoben würden. Im Folgejahr legten dann entsprechende Verordnungen und Gesetze der jungen Bundesrepublik die Grundlage für eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge. Die oben genannten Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Ungeachtet schwieriger Rahmenbedingungen verlief die Integration der Flüchtlinge, Vertriebenen und Umgesiedelten in Südbaden zwar nicht ohne Reibungen, letztlich aber erfolgreich.

Ein Archivale aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg, Abteilung Staatsarchiv Freiburg, hier C 5/1 Nr. 6896.