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Archivale des Monats April 2015

Speyrer Trachten

Archivale des Monats April 2015
Speyrer Ratsherr mit noblem Pelzbesatz und Degen
(GLA Karlsruhe 65 Nr. 626)

Wer sie gemalt hat, die sechzehn Miniaturen Speyrer Bürger, Bürgersfrauen, Kleriker und Juristen in ihren verschiedenen Alltags- und Festtagstrachten, ist nicht bekannt. Auftraggeber dürfte zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Angehöriger der städtischen Oberschicht gewesen sein, der voll Stolz auf seine reichsfreie Heimatstadt blickte – und wohl nicht zuletzt mit einer gewissen Wehmut auf die „gute alte Zeit“.


Am Ende des 16. Jahrhunderts, bevor mit dem Dreißigjährigen Krieg und dem Orléans’schen Krieg die großen Katastrophen über die Stadt hereinbrachen, erlebte die Stadt ihre letzte Blüte zur Zeit des Alten Reiches. Zwischen 1526 und 1570 war in ihren Mauern nicht weniger als fünfmal der Reichstag zu Gast, ebensooft wie in Nürnberg; nur Augsburg und Regensburg beherbergten die Reichsversammlung noch öfter. Seit 1527 hatte in Speyer das Reichskammergericht als höchste juristische Instanz des Heiligen Römischen Reiches seinen Sitz. Auch die vielen Dom- und Stiftsherren, die die Stadt bevölkerten, trugen zu ihrem Glanz bei, wenngleich das Verhältnis der Bürgerschaft zu ihnen nie ganz spannungsfrei war.


Speyrer Ratsherren waren stolze Herren, immerhin fungierten sie als Obrigkeit über mehrere tausend städtische „Untertanen“. Kein Wunder also, dass sie sich gediegen kleideten, im Winter mit noblem Pelzbesatz, und selbstverständlich trug man einen Degen. Die Verwechslung mit einem Edelmann – auf den ersten Blick – war wohl nicht ganz unbeabsichtigt.


Aus bürgerlichem Besitz gelangte die Sammlung der Miniaturen offenbar irgendwann in geistlichen Besitz und so schließlich mit dem in napoleonischer Zeit nach Bruchsal geflüchteten Archiv des Speyrer Domkapitels ins Generallandesarchiv nach Karlsruhe.


Ein Archivale des Landesarchivs Baden-Württemberg – Generallandesarchiv Karlsruhe.