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Landesarchiv >> Staatsarchiv Ludwigsburg >> Aktuelles der Abteilung >> Frisch entstaubt >> Opfer der NS-Justiz in Stuttgart

Opfer der NS-Justiz in Stuttgart

Übersicht über Hinrichtungen jetzt online

20.2.2015

StAL EL 902/20 Bü 79227

Vor nunmehr 72 Jahren, am 22. Februar 1943, wurden Sophie Scholl und ihr Bruder Hans sowie Christoph Probst von der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" hingerichtet, nachdem sie in einem Schnellverfahren vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt worden waren. Die Hinrichtung wurde im Gefängnis München-Stadelheim vollzogen. Drei weitere Mitglieder der Gruppe fielen im Herbst ebenfalls in Stadelheim dem Fallbeil zum Opfer. Die Verurteilten hatten mit einer Gruppe Gleichgesinnter in den Monaten zuvor Flugblätter verteilt, in denen sie ein Ende der Hitler-Diktatur und des Kriegs verlangten.

Die Mitglieder der "Weißen Rose" gehören zu den prominentesten Opfern der NS-Justiz. An wievielen Menschen während des Dritten Reichs insgesamt Todesurteile vollstreckt wurden, lässt sich heute nicht mehr exakt feststellen, da die Justizakten aus dieser Zeit - wie z. B. in Stuttgart - durch Kriegseinwirkung oder bewusste Aktenvernichtungen nur sehr lückenhaft erhalten sind.

Eine der Hinrichtungsstätten der Justiz im Deutschen Reich befand sich auch in Stuttgart. Im Hof des Oberlandesgerichts wurden Hunderte von Verurteilten umgebracht. Dass man von vielen die Namen weiß, ist einer Liste zu verdanken, die nach dem Krieg erstellt wurde und sich unter anderem in der Spruchkammerakte von Hermann Cuhorst befindet. Cuhorst war als Vorsitzender des Stuttgarter Sondergerichts seit 1937 für zahllose Todesurteile verantwortlich. Die Liste enthält die Namen von mehr 419 zum Tode verurteilten Personen, von denen die meisten zwischen März 1942 und September 1944 im Hof des Oberlandesgerichts ihr Leben lassen mussten. Bei den Getöteten handelt es sich nicht nur um Personen, die in Stuttgart verurteilt worden waren. Die Liste enthält vielmehr Opfer aus ganz Südwestdeutschland, die zur Zentralen Hinrichtungsstätte nach Stuttgart verbracht wurden. Das Verzeichnis ist damit eine ganz wichtige Quelle für alle, die dem Schicksal von NS-Opfern auf der Spur sind, und wurde deshalb jetzt komplett im Findmittelsystem des Landesarchivs Baden-Württemberg veröffentlicht.